Zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt

Handelte der Wietzener mit Drogen?

Nienburg/Wietzen - Von Andreas Wetzel. Ein 27-jähriger Mann aus Wietzen wurde vom Schöffengericht Nienburg angeklagt, in der von ihm und seinem Vater bewohnten Wohnung in eine Marihuana-Indoorplantage betrieben zu haben. Er wurde jetzt vom Schöffengericht Nienburg zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Im Sommer 2017 hatte die Polizei einen Tipp erhalten, dass in einem Haus in Wietzen Drogen angebaut worden seien. Dort hatte sie festgestellt, dass im hinteren Teil des Gartens Marihuanapflanzen angebaut worden waren. Als die Polizei das Haus durchsuchte, konnte der Angeklagte selbst zunächst nicht angetroffen werden, da er arbeitete, sein Vater hingegen schon. Er war alkoholisiert und wenig geneigt, mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

Während die anderen Hausbewohner die Durchsuchung ihrer Wohnung gestatteten, wollte der Vater dies nicht zulassen. Nach einigem Hin und her konnten die Beamten die Wohnung zunächst in Augenschein nehmen, doch erst bei einer zweiten Durchsuchung wurde das Zimmer des Sohnes angeschaut und eine kleine Indooranlage mit drei Marihuanapflanzen gefunden, die bereits Blüten ausgebildet hatten.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete: Handel mit Drogen. Der Handel wurde nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dadurch untermauert, dass unter anderem in der Wohnung entsprechendes Equipment für den Verkauf wie Waage und Beutel gefunden wurden. Vor Gericht ließ sich der Angeklagte durch Rechtsanwältin Katharina Theuerkaufer aus Stolzenau vertreten, die für ihn eine Einlassung abgab. 

Handel oder nicht?

So argumentierte Theuerkaufer, dass bei der Untersuchung der Marihuanapflanzen der THC-Gehalt nur eine geringe Menge aufwies, da die Blütenpflanzen noch nicht ausgereift waren. Darüber hinaus lag ihrer Ansicht kein Handeltreiben vor, da ihr Mandant und sein Vater das Marihuana für den Eigenbedarf angebaut hätten und daher nicht wegen Handeltreibens verurteilt werden sollte, sondern lediglich wegen des Besitzes geringer Mengen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, während die Verteidigerin eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro beantragte.

Das Schöffengericht verurteilte ihn letztendlich zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung mit der Begründung, dass hier sehr wohl ein Verbrechenstatbestand vorläge – zwar nicht im Handeltreiben, jedoch im Herstellen von Drogen. Da jedoch ein minder schwerer Fall angenommen wurde, wurde die Mindeststrafe von einem Jahr unterschritten.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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