Kein Überbrückungsjahr

Hanna Fischer absolviert ihr FSJ im Nienburger Kulturwerk

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Hanna Fischer absolviert seit dem 1. September ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Nienburger Kulturwerk. Die Arbeit gefällt ihr so gut, dass sie sich eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau vorstellen kann.

Nienburg - Von Max Brinkmann. FSJ – diese drei Buchstaben bringen die meisten wohl mit Schulen, Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen in Verbindung. Dass das Freiwillige Soziale Jahr auch in ganz anderen Bereichen absolviert werden kann, wissen viele nicht.

Einer dieser Bereiche ist die Kultur. Hanna Fischer hat sich dafür entschieden, ihr FSJ im Nienburger Kulturwerk zu verbringen – dort sind bereits seit mehr als zehn Jahren jedes Jahr FSJler.

„Nach der Schule wusste ich nicht so richtig, was ich machen will“, erzählt die 18-Jährige im Gespräch. „Eine Freundin hat mich dann auf das FSJ im Bereich Kultur gebracht.“ Das Bewerbungsverfahren beim FSJ ist etwas anders als bei normalen Jobs. Statt sich direkt beim Arbeitgeber zu bewerben, registrieren sich die Interessenten online bei der Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung und bekommen bis zu drei Bewerbungsgespräche in ihrer Nähe vermittelt.

Nienburg hat ihr am besten gefallen

Hanna stellte sich in einem Theater in Bremen, einem Museum in Delmenhorst und eben im Kulturwerk vor. „Hier hat es mir auf Anhieb gut gefallen. Schon beim Vorstellungsgespräch hab ich mich gut mit den Kollegen verstanden und sie waren begeistert, dass ich schon in meiner Schulzeit so viel Verantwortung übernommen habe“, erinnert sie sich.

Nun arbeitet die Bruchhausen-Vilsenerin seit dem 1. September im Kulturwerk – manchmal auch am Wochenende. Das hängt immer davon ab, ob Veranstaltungen im Kulturwerk stattfinden. Oft muss Hanna dann erst nachmittags kommen: „Und wenn ich am Wochenende arbeite, dann kann ich mir den Montag freinehmen“.

Organisation ist Muss

Seit mehr als zehn Jahren können Interessierte ihr FSJ im Nienburger Kulturwerk absolvieren.

Aufgaben hat Hanna, die ihr Abitur im Sommer diesen Jahres bestanden hat, viele. „Mein erster Gang morgens ist der zum Briefkasten“, berichtet sie. Danach arbeitet sie ab, was am jeweiligen Tag so anliegt: Verwaltungsaufgaben, Organisation, die Facebook-Seite managen oder Telefon-Dienst. „Man sollte offen sein, da man viel mit Menschen in Kontakt tritt und viele verschiedene Aufgaben erledigt“, meint Hanna. Außerdem sollten die Anwärter auf ein FSJ im Kulturwerk, laut Hanna, gut organisiert sein: „Manchmal muss viel Arbeit auf vergleichbar wenige Leute aufgeteilt werden.“Den Großteil ihres Arbeitstages verbringt Hanna im Büro. Ab und zu muss sie aber auch in die Stadt gehen, um Plakate und Flyer an die Geschäfte zu verteilen. „Gerade bei dem Wetter jetzt, macht das eher wenig Spaß“, gibt sie zu.

"Es bringt wirklich was"

Dann gibt es im Schnitt noch zweimal die Woche Veranstaltungen, die Hanna mitbetreut. Das gehört, trotz der ungewöhnlichen Arbeitszeiten zu ihren Lieblingsaufgaben. „Die Künstler sind meistens super entspannt“, sagt sie.

Schon nach den ersten zwei Monaten Arbeit weiß Hanna: „Das FSJ hat mir definitiv etwas gebracht.“ Bis jetzt findet sie die Arbeit so spannend und interessant, dass sie sich vorstellen kann, anschließend eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau zu beginnen. „Man darf das FSJ nicht bloß als Überbrückungsjahr sehen“, rät die Abiturientin. „Es bringt einen wirklich weiter.“

Wer auch Interesse an einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Bereich Kultur hat, kann sich hier informieren und bewerben.

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