Der Schwarmer Herbert Brückner stellt in Hassel seine Idee vor

Warum ein Naturpark die Region weiterbringen könnte

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Hassel - Von Uwe Campe. Insgesamt 104 Nationalparks gibt es aktuell in der Bundesrepublik, 14 davon in Niedersachsen. Der Frage, ob das Urstromtal der Weser im Raum Hoya-Verden-Bremen das Potenzial für einen weiteren Park hat, ging am Mittwoch Herbert Brückner aus Schwarme in einem öffentlichen Vortrag nach, zu dem der Naturschutzverein Weseraue aus Hilgermissen ins Dorfgemeinschaftshaus Hassel eingeladen hatte.

Herbert Brückner

Der in seinem Heimatort Schwarme vielfältig engagierte Herbert Brückner (79) kann als ehemaliger Bremer Umweltsenator und Präsident der „Naturfreunde Internationale“ als ausgewiesener Experte zu dem behandelten Thema angesehen werden und verfügt, wie im Verlauf des Vortrags deutlich wurde, dazu über ein beträchtliches Hintergrundwissen. Im Bundesnaturschutzgesetz ist festgelegt, dass Naturparks einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende großräumige Gebiete und auf überwiegender Fläche Landschafts- und Naturschutzgebiete sind, die eine große Arten- und Biotopvielfalt und eine durch vielfältige Nutzungen geprägte Landschaft aufweisen.

Das Gebiet

Zunächst stellte Brückner anhand mehrerer Karten das in Betracht kommende Areal vor, das sich grob im Dreieck der Orte Hoya, Bruchhausen-Vilsen, Thedinghausen befindet und im Nordosten durch die Weser begrenzt wird. Es ist Teil des auch als „Bremer Becken“ bezeichneten Weserurstromtals.

In der Folge ging der Referent auf früh- und siedlungsgeschichtliche, kulturhistorische sowie naturräumliche Besonderheiten dieses Gebiets ein, die, auch im Vergleich mit anderen niedersächsischen Naturparks, teilweise einzigartig sind. Als ein Beispiel nannte Brückner etwa die Ende des 19. Jahrhunderts eingeleitete Melioration mit der damit eingeleiteten Regulierung des Wasserhaushalts durch Be- und Entwässerung.

Rechtliche Fragen

Im Anschluss behandelte er rechtliche Fragen zum Thema Naturpark. Die ergeben sich beispielsweise aus dem Bundesnaturschutzgesetz und bilden somit eine wesentliche Voraussetzung für die Ausweisung eines entsprechenden Gebiets. Ein wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die Frage, wer die zwingend erforderliche Trägerschaft für einen Naturpark übernimmt.

Darum ein Naturpark

Die eigentliche Frage, ob es sinnvoll wäre, in unserer Region einen Naturpark ins Leben zu rufen, beantwortete Herbert Brückner eindeutig mit Ja. Er vertritt die Auffassung, dass mehr für den Erhalt dieser besonderen Landschaftsstruktur getan werden sollte. Ein Naturpark könnte helfen, den regionalen Charakter zu erhalten und dabei den Schutz der Natur mit Tourismus und landwirtschaftlicher Nutzung zu vereinen. Nach dem Motto „Nutzen und schützen durch nachhaltige Entwicklung“ könnte dieses Projekts die Region auf allen Ebenen nach vorne bringen sowie Kontakt herstellen zwischen den verschiedenen Regionen und Akteuren auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Wie geht’s weiter?

Neben weiterer Öffentlichkeitsarbeit empfahl der Referent dem Naturschutzverein als nächsten Schritt, die Bürgermeister der Samtgemeinden Hoya, Bruchhausen-Vilsen und Thedinghausen und die Landräte der Kreise Nienburg, Diepholz und Verden, bei denen die Idee bei Vorgesprächen auf Interesse gestoßen sei, an einen „Runden Tisch“ zu bringen und sie weiter für das Thema zu sensibilisieren. Gleichzeitig bot Brückner sich an, dabei vermittelnd zu unterstützen. Zudem regte er an, sich mit Trägern anderer Naturparks, etwa der „Wildeshauser Geest“, in Verbindung zu setzen, um dort gewonnene Erfahrungen zu nutzen.

Dem rührigen Naturschutzverein Weseraue ist es wieder einmal gelungen, einen sehr interessanten Vortrag anzubieten. Das öffentliche Interesse hielt sich zwar in Grenzen. Wie sich in der nachfolgenden Diskussion zeigte, waren allerdings die wenigen Zuhörer – unter ihnen Hassels Bürgermeister Heiko Lange – sehr mit der Thematik vertraut.

Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Quelle: kreiszeitung.de

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