Im Zeichen von Zirkel, Winkel und Butterkuchen

Heimatmuseum zeigt Sonderausstellung über Hoyaer Freimaurerloge

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Dietmar Brandstädter (links) hat die Arbeitstafel der Hoyaer Freimaurerloge gestaltet, ab Sonntag zu sehen im Heimatmuseum der Grafenstadt. Rechts im Bild: Hoyas Meister vom Stuhl, Andreas Jonda. 

Hoya - Von Horst Friedrichs. Oppermann, Beckmann, Bollmann – prominente Hoyaer Namen, zu finden auch in den Mitgliederlisten der grafenstädtischen Freimaurerloge: „St. Alban zum Æechten Feuer“ heißt sie, und sie lässt sich in die Karten blicken. Denn die Freimaurer von heute sind, anders als ihre Vorgänger, keine Heimlichtuer. Das beweisen sie in Hoya schon seit Jahren. Als Krönung ihrer Öffentlichkeitsarbeit haben sie Schränke und Kisten geöffnet und alte „Wälzer“ aufgeschlagen. Was dabei herausgekommen ist, zeigt jetzt das Heimatmuseum in einer Sonderausstellung.

Am Sonntag, 18. Februar, öffnet um 15 Uhr die Ausstellung erstmals ihre Pforten, und am darauffolgenden Sonntag, 25. Februar, ebenfalls um 15 Uhr, folgt die offizielle Eröffnung – in beiden Fällen mit dem beliebten, leckeren Butterkuchen, versteht sich. Der süße Gaumenschmaus zur Kaffeezeit hat sich in Hoyas Museumsveranstaltungen längst als Programmhit erwiesen. „Deshalb“, sagt Museumsleiterin Ulrike Taenzer, „steht der Butterkuchen auch diesmal als wichtiger Punkt auf der Tagesordnung.“

„Freimaurer in Hoya – 1786 bis heute. Loge ,St. Alban zum Æchten Feuer‘“ lautet der Titel der Ausstellung, die im Vorfeld Anlass eines Pressegesprächs in den Räumen des Heimatmuseums Grafschaft Hoya war. Ulrike Taenzer begrüßte dazu Andreas Jonda (Ottersberg), den amtierenden Meister vom Stuhl der Loge, und den Künstler Dietmar Brandstädter (Martfeld). Letzterer hat unter anderem ein großes Wandbild im Logenhaus an der Deichstraße geschaffen. Eine verkleinerte Kopie davon ist in der Ausstellung im Museum zu sehen, wie auch – gleichfalls von Brandstädter – die farbenprächtige Arbeitstafel der Loge.

Zirkel und Winkel gehören zu den symbolischen Freimaurer-Werkzeugen. Hoyas Museumsleiterin Ulrike Taenzer zeigt die beiden Exponate aus der bevorstehenden Sonderausstellung.

Weil er am 18. Februar verhindert ist, wird Andreas Jonda die Ausstellung eine Woche später offiziell eröffnen. Dann, am 25. Februar, steht ein Vortrag von Hartmut Rehling (Hoya) über die Geschichte der Hoyaer Freimaurerloge auf dem Programm.

Berühmte Hoyaer waren Mitglied

Mit ihr verbunden sind jene Persönlichkeiten, die im Laufe der Jahrhunderte in Hoya eine besondere Rolle gespielt haben. So etwa Johann Beckmann (1739 -1811), Professor für Weltweisheit und Ökonomie sowie Begründer der Wissenschaft von der Technologie. Außerdem Justus Erich Bollmann (1769-1821), Arzt, Politiker, Finanzmann und Abenteurer, Mitbegründer von Pittsburgh in Pennsylvania, USA. Und nicht zuletzt Heinrich Albert Oppermann (1812-1870), Jurist, Politiker und Schriftsteller.

„Handfeste“ Ausstellungsstücke zum Thema Freimaurerei sind Gegenstände aus der Hoyaer Loge, die in die Museumsräume im ehemaligen von-Staffhorstschen Gutshaus transportiert wurden. Dazu gehören Werkzeuge wie Hämmer, Winkel und Zirkel, die heute nur noch symbolischen Charakter haben und benutzt werden, um die Arbeit der Freimaurer einzuteilen. Ursprung waren die alten Werkzeuge der Steinmetze, zu einer Zeit, aus der eine bedeutende Leihgabe stammt, die in der Ausstellung zu bewundern ist: das Grundgesetz der Freimaurerei von 1723, als Druckfassung von James Anderson. Sie ist 1756 in London unter dem Titel „The Constitution of Freemasonry“ erschienen. Der deutsche Titel lautet: „Die alten Pflichten“.

Viele weitere Bücher aus der Hoyaer Logenbibliothek werden gezeigt, darunter das älteste Stück aus der ersten Freimaurerloge der heutigen Grafenstadt, ein Liederbuch von 1789.

Die Ausstellung im Museum (Im Park 1) läuft bis zum 3. Juni und ist jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen. Am 11. März um 15 Uhr hält Großmeister Hasso Henke einen Vortrag über die Freimaurerei. Am 25. März um 15 Uhr spricht Andreas Jonda über das gleiche Thema. Und am Dienstag, 17. April, um 19 Uhr hält Dietmar Brandstädter einen Vortrag zum Thema Freimaurerei und Kunst. Am Sonntag, 13. Mai, gibt es ab 15 Uhr aus Anlass des Internationalen Museumstags eine Führung durch die Ausstellung.

www.museum-hoya.de

Quelle: kreiszeitung.de

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