Eystrups Geschichte wird erlebbar

Heimatverein eröffnet Historischen Pfad

Der letzte Akt: Gemeindebürgermeister Jost Egen bringt das letzte der 18 Schilder an der dazugehörigen Stele an. 
Foto: Jannick Ripking
+
Der letzte Akt: Gemeindebürgermeister Jost Egen bringt das letzte der 18 Schilder an der dazugehörigen Stele an. Foto: Jannick Ripking

Eystrup – Alle 18 Schilder sind an den Stelen angebracht. „Damit ist der Historische Pfad Eystrup ab sofort benutzbar“, sagte Gerhard Grönke bei der Eröffnung, die der Heimatverein wegen Corona nur in einem kleinen Kreis am Alten Güterschuppen abgehalten hat. Seit Ende 2018 saß eine Arbeitsgruppe des Vereins an der Ausarbeitung des selbstfinanzierten Projekts.

Neues Projekt

Nachdem im Oktober 2018 das Filmprojekt „Eystrup – ein Dorf im Wandel“ abgeschlossen werden konnte, hätten sich Horst Müller-Kuntzer und Gerhard Grönke gefragt, welche Aktion der Heimatverein als nächstes angehen wolle. Schnell sei ihnen die Idee gekommen, die Bilder des Filmprojektes dauerhaft erlebbar zu machen.

Den Schlusspunkt des Projektes setzten jetzt Gemeindedirektor Detlef Meyer und Bürgermeister Jost Egen. Die letzten beiden Infoschilder klebten sie persönlich an. Detlef Meyer direkt am alten Güterschuppen und Jost Egen an der Stele, die an dem Ort steht, wo die 1000-jährige Eiche früher ihren Platz hatte. Vorher demonstrierten der kommissarische Vorsitzende Horst Müller-Kuntzer und Gerhard Grönke an der Stele von Station 8, wie es geht. „Das ist ganz einfach und tut gar nicht weh“, kommentierte Grönke, bevor sich die Amtsträger an die Arbeit machten.

„Mit dem Historischen Pfad Eystrup lösen wir ein Versprechen ein“, sagte Gerhard Grönke. Wie angekündigt, sei der Weg pünktlich zum Beginn des Sommertourismus mit seinen 18 Stationen von einer dafür ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe fertiggestellt worden. Zu der Gruppe gehörten Gerhard Grönke, Horst Müller-Kuntzer, Sascha Nordhausen, Jutta Rott, Ursula Schweneker und Willi Wacker. Später vervollständigten Pastor Dr. Thies Jarecki und Filmemacher Rolf Zacher das Team.

Der Pfad ist insgesamt 7,4 Kilometer lang. Den Initiatoren sei es wichtig, Eystrups Bürgern, regionalgeschichtlich interessierten Menschen und vor allem Fahrrad- und Fußtouristen die Geschichte des Dorfes Eystrup näherzubringen. Konkrete historische Orte wie die Kirche und das Rittergut, Stätten der Senf- und Konfitürenproduktion in Eystrup, das Schloss Doenhausen und der Siebenmeier-Hof in Mahlen sind Stationen des Pfades.

Im Herbst 2018 stellten Horst Müller-Kuntzer und Gerhard Grönke ihre Idee im Vorstand des Heimatvereins Eystrup und anschließend in der Geschichtswerkstatt vor. Das angestrebte Projekt sei auf positive Resonanz gestoßen. Der Vorstand hatte beschlossen, das Projekt aus der Vereinskasse und mittels Spendegelder zu finanzieren.

Eigentlich sollte der Pfad schon im Mai fertiggestellt sein, aber die Corona-Krise sorgte dafür, dass sich die Arbeiten verzögerten. „Corona hat uns voll erwischt“, meinte Gerhard Grönke. Umso zufriedener zeigte er sich, dass das Projekt jetzt einen Abschluss fand.

Besonders stolz zeigte sich der Heimatverein über die QR-Codes an jeder Infotafel. Diese müssen über das Handy eingescannt werden. Dann erhalten Interessierte neben den auf insgesamt 300 Zeichen begrenzten Infos auf den Schildern weiterführende Darstellungen und Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Stationen auf der Homepage des Heimatvereins. „Wir haben die Codes ausprobiert. Sie funktionieren einwandfrei“, sagte Gerhard Grönke voll Freude bei der Eröffnung.

Schwierige Konktaktaufnahme

Eine kleine Hürde bei der Arbeit am Historischen Pfad sei die Kontaktaufnahme zu den Eigentümern der 18 ausgewählten Objekte gewesen. „Das war nicht immer einfach. Nicht weil die Besitzer nicht bereit waren, mit uns zusammenzuarbeiten, sondern weil die erste Kontaktaufnahme zu Menschen, die nicht mehr in Eystrup leben, schwierig war“, erklärte Gerhard Grönke. Im Endeffekt seien alle Beteiligten aber mit der Aufstellung der Schilder einverstanden gewesen. Dafür sprach der Heimatverein einen Dank aus.

Im nächsten Schritt soll der Historische Pfad Eystrup in das touristische Konzept der Samtgemeinde und der Mittelweser-Touristik aufgenommen werden. Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik, war deswegen auch zu der Eröffnung des Pfades zum Alten Güterschuppen gekommen. Er zeigte sich beeindruckt vom Projekt: „Das ist wirklich vorbildlich. So macht man Heimatgeschichte erlebbar.“ Gemeinsam mit dem Verein und der Samtgemeinde Grafschaft Hoya wolle die Mittelweser-Touristik ein Faltblatt zum Historischen Pfad erstellen. denn „Geschichte vor Ort macht die Region lebenswert“, erklärte Fahrland.

Die Stationen des Pfades

1. Alter Güterschuppen

2. 1000-jährige Eiche am Bahnhof 3. Krafthaus Leman 4. Ehemaliges Postamt Eystrup 5. Villa von Tschirschnitz 6. Gründerhaus Göbber 7. Zwillingslinde 8. Erste Eystruper Senffabrik 9. Villa Böving (Hauptstraße 11) 10. Siebenmeier-Hof Mahlen (Nr. 3) 11. Villa Strube 12. Dathehaus (Strubenstraße) 13. Mausoleum (Friedhofskapelle) 14. Ev.-luth. Willehadikirche 15. Rittergut Eystrup 16. Wiege des Senfs (Hauptstraße 56 und 56a) 17. Windmühle Margarethe 18. Schloss Doenhausen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Auto

Das Motorrad fit für die Saison machen

Das Motorrad fit für die Saison machen
Auto

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?
Serien

Das sind die Serien-Highlights von 2020

Das sind die Serien-Highlights von 2020
Auto

Große Autoklassiker für kleines Geld

Große Autoklassiker für kleines Geld

Meistgelesene Artikel

Dachstuhl eines Hauses brennt komplett ab

Dachstuhl eines Hauses brennt komplett ab

Wichtige Beiträge zur Regionalgeschichte

Wichtige Beiträge zur Regionalgeschichte

Junge Nienburgerin kollabiert während Polizeikontrolle

Junge Nienburgerin kollabiert während Polizeikontrolle

Rohrsen: Autofahrerin übersieht E-Bike Fahrer

Rohrsen: Autofahrerin übersieht E-Bike Fahrer

Kommentare