Henning Pertiet und Axel Zwingenberger überzeugen in der Martinskirche

Blues und Boogie-Woogie, vermischt mit etwas Jazz

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Henning Pertiet (links) und Axel Zwingenberger spielten gemeinsam auf dem Klavier.

Hoya - Von Jana Wohlers. Ein Klavier, zwei Musiker von Weltklasse, zwanzig fliegende Finger und glühende Tasten – die rund 100 Besucher hielten am Freitagabend mehr als nur einmal den Atem an. Im Kulturzentrum Martinskirche standen niemand anderes als zwei der besten Pianisten des Blues und Boogie-Woogie auf der Bühne: Henning Pertiet und Axel Zwingenberger brachten richtig Stimmung in die Grafenstadt.

Der 1965 in Hamburg geborene Henning Pertiet machte in Hoya anlässlich seines 25-jährigen Bühnenjubiläums Station. 1989 begann die Karriere des Künstlers, der heute als einer der ausdrucksstärksten und persönlichsten Musiker seines Genres gilt.

„Stellen Sie sich einen 23-jährigen Teenager vor, der eigentlich gar nichts vom Blues wissen will. Am Anfang wollte ich immer nur schnell und laut“, erinnerte sich Pertiet schmunzelnd. Eine Schallplatte von Axel Zwingenberger war es, die ihn in diesen jungen Jahren fesselte. Mit eben jenem inspirierenden Künstler stand Pertiet nun in Hoya auf der Bühne. „Für mich ist es unheimlich faszinierend, zu sehen, wie jemand auch nach mehr als 40 Jahren noch so eine Freude am Spielen hat“, sagte der Pianist.

Axel Zwingenberger verfolgt die Entwicklung Henning Pertiets seit den Anfängen seiner Karriere. „Am Anfang brauchte man schon viel Fantasie, um sich Henning einmal als erfolgreichen Musiker vorstellen zu können“, witzelte Zwingenberger. Doch er habe schon immer ein gewisses Talent gehabt, im richtigen Moment die richtigen Dinge zu tun, ein Gespür für den Augenblick.

Wer Henning Pertiet und Axel Zwingenberger auf der Bühne sah – beim Zusammenspiel oder alleine über den Tasten – der wusste: Was sich hier präsentierte war ein Gesamtkunstwerk, die vollkommene Harmonie einer gleichen Wellenlänge. Die Vollblutmusiker brachten Blues und Boogie-Woogie vom Feinsten in die Grafenstadt, zeigten sich auch Einschlägen des Jazz und anderer Stilrichtungen nicht abgeneigt.

Egal, ob mit der Kunst einer scheinbaren Handakrobatik oder der Methode des „Strike“, dem Springen der linken Hand über die Tasten, Pertiet und Zwingenberger brachten die Atmosphäre in der Martinskirche zum Brodeln, provozierten langanhaltenden Applaus und im Takt wippende Füße.

Pertiet bot den Gästen sogar eine Zeitreise: „Stellen Sie sich vor, es ist halb zwei Uhr nachts, sie sind in einer Kneipe, das ein oder andere Bier ist geflossen und Rauch hängt in der Luft.“ Ebenso müssen sich die Zeitgenossen in der Entstehungszeit des Blues im Amerika des beginnenden 20. Jahrhunderts gefühlt haben, wenn spät nachts die Blues-Künstler die Bühnen der Pubs erklommen. Egal, welches Stück Pertiet und Zwingenberger anstimmten: tosender Applaus folgte.

Quelle: kreiszeitung.de

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