Experten erwarten Höchststand der Weser am Sonntag

Weserhochwasser in Nienburg: Jetzt drohen Straßensperrungen

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Aquafitness: Die Übungsgeräte am Weserwall stehen unter Wasser.

Landkreis - Von Leif Rullhusen. Das größte Weserhochwasser der vergangenen sieben Jahre hat die Schifffahrt bereits lahmgelegt. Seit Donnerstagnachmittag besteht auf der Mittelweser ein Fahrverbot für die Schifffahrt.

Südlich von Schlüsselburg ruht der Schiffsverkehr schon seit Mittwochabend. Jetzt könnten Überflutungen auch die ersten Straßensperren verursachen. Und die Pegelstände entlang der Weser klettern unaufhörlich weiter.

Anstatt auf die Wiese unterhalb des Weserwalls führt dieser Weg nun direkt ins Wasser.

Aktuell nähert sich der Pegel in Nienburg der 6,5-Meter-Marke und damit der Hochwassermeldestufe 3. Am Freitagabend fehlten gerade einmal acht Zentimeter. Mit Erreichen dieses Wertes verlässt die Weser verstärkt ihr Flussbett und setzt nach und nach tiefliegende Straßen unter Wasser. Nach Prognosen des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sind für Sonntag sogar 6,80 Meter zu erwarten. „Verkehrliche Einschränkungen werden kommen“, ist sich Manuel Wehr, Leiter des zuständigen Fachbereichs Umwelt beim Landkreis deshalb sicher. Verantwortlich für Sperrungen sind allerdings die jeweiligen Straßenmeisterereien. Die Straßenmeisterei in Lemke, in deren Zuständigkeitsbereich zahlreiche gefährdete Straßen liegen, kontrolliert die neuralgischen Punkte verstärkt – auch über das gesamte Wochenende hinweg.

„Erfahrungsgemäß wird als erstes die B6-Abfahrt Nienburg-West überflutet“, erklärt Uwe Könemann, Leiter der Straßenmeisterei. Möglich sei auch eine Sperrung der K2 zwischen Balge und Drakenburg.

Etwas entspannter ist die Lage in Stolzenau. „Wir rechnen nicht mit einer Sperrung der B 441 zwischen Stolzenau und Leese“, berichtet Jan Bartling, Leiter der Uchter Straßenmeisterei. Bis zum kritischen Wasserstand habe man „noch ein bischen Luft“. Sollte die Bundesstraße wider Erwarten doch überschwemmt werden, sei die Straßenmeisterei aber entsprechend vorbereitet und könne sofort reagieren.

Wer sich auf der Parkbank am Nienburger Weserufer ausruhen will, bekommt derzeit mehr, als nur nasse Füße.

Ein schnelles Ende der Hochwasserwelle ist gegenwärtig nicht absehbar. Ein Blick auf die Pegelstände entlang der Weser flussaufwärts zeigt deutlich, dass die Spitze noch nicht erreicht ist. Die aktuelle Hochwassersituation am Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden deutet langfristig allerdings auf eine Entspannung der Lage hin. Dort fällt der Pegel seit einigen Stunden kontinuierlich. Der NLWKN rechnet für Sonntag mit dem höchsten Wasserstand.

Die große Unbekannte in den Hochwasserprognosen für die kommenden Tage ist das Wetter, also die zu erwartende Regenmenge. Gerade in Hessen, also dem Bereich von Werra und Fulda, prognostizieren die Meteorologen für die kommenden Tage noch weitere Regenfälle. Aufgrund der vorangegangenen Niederschläge kann der Boden kaum noch Wasser aufnehmen. Auch haben viele kleine Bäche ihre Kapazitätsgrenzen erreicht oder sogar überschritten.

Erst vor knapp drei Wochen war die Schifffahrt auf der Mittelweser aufgrund des hohen Wasserstandes eingestellt worden. Damals kletterte der Pegel in Nienburg auf etwa 6,20 Meter. Dieses Niveau ist längst überschritten.

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