Große Feier zum 400-jährigen Bestehen

Bürgerschießen Hoya steigt künftig im Bürgerpark

Während sich 2016 noch die verschiedenen Gruppierungen an der Scheibenwiese in Hoya versammelten, soll das Fest im Jahr 2021 im Bürgerpark über die Bühne gehen. J Archivfoto: Michael Wendt
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Während sich 2016 noch die verschiedenen Gruppierungen an der Scheibenwiese in Hoya versammelten, soll das Fest im Jahr 2021 im Bürgerpark über die Bühne gehen.

Hoya - Von Horst Friedrichs. Das Bürgerschießen 2021 findet im Bürgerpark statt. So lapidar formulierte der Rat der Stadt Hoya einen Beschluss, den er am Montagabend während einer öffentlichen Sitzung im Rathaus der Grafenstadt fasste.

Hinter der knapp klingenden Entscheidung, die einstimmig getroffen wurde, stehen jedoch reifliche Überlegungen und gründliche Beratungen. Denn beim Bürgerschießen 2021 geht es um nichts Geringeres als um das 400-jährige Bestehen des Bürgerschießens in Hoya. Die Schießwettkämpfe sollen dann wie gewohnt auf der Scheibenwiese stattfinden, das eigentliche Fest aber in neuem und größerem Rahmen im Bürgerpark. Deshalb, so beschloss der Rat weiter, sollen zur Vorbereitung des großen Ereignisses auch gründliche Vorbereitungen getroffen werden.

Dazu werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, in denen die Bürgervereine, die Bärenkappenkompanie sowie Rat und Verwaltung mitwirken sollen. Zusätzlich wurde eine Lenkungsgruppe ins Leben gerufen, in der die Ratsmitglieder Dr. Jan Witte (CDU) und Alexander von Behr (CDU) mitarbeiten. Witte hatte Letzteren als zweites Ratsmitglied vorgeschlagen und zuvor das Bürgerschießen im Bürgerpark im Namen seiner Fraktion begrüßt, die sich mehrheitlich dafür ausgesprochen habe. Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner ergänzte mit einem Zwinkern, es sei nach 400 Jahren angeraten, auch mehr Frauen zu beteiligen.

Hoyas traditionelles Bürgerschießen, daran wird in den Erläuterungen zum Beschlussvorschlag erinnert, geht auf das Jahr 1621 zurück. Damals, drei Jahre nach Beginn des 30-jährigen Kriegs, gründeten sich in Hoya, wie in vielen anderen Städten, Bürgerwehren, die die Einwohner und deren Hab und Gut vor plündernden Truppen schützen sollten. In den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich aus dem ursprünglichen Verteidigungsanlass ein Fest für die ganze Bevölkerung, das nach nunmehr 400 Jahren größer denn je gefeiert werden soll. Gepflegt wird die vier Jahrhunderte währende Tradition insbesondere von den Mitgliedern der vier Viertelsvereinen des Bürgervereins und von der Bärenkappenkompanie.

Jubiläum mit angemessenem Rahmen

Diese Gruppierungen haben schon im Frühjahr dieses Jahres darauf hingewiesen, dass das 400-jährige Jubiläum des Bürgerschießens in einem angemessenen Rahmen gefeiert werden sollte, der dem besonderen Anlass gerecht wird. Nach vorbereitenden Besprechungen wurden zur Organisation des Jubiläums-Bürgerschießens 2021 eine Reihe von Arbeitsgruppen gebildet, deren Aufgaben unterschiedliche Schwerpunkte haben. So trifft die Lenkungsgruppe Grundsatzentscheidungen und befasst sich unter anderem mit Finanzen, Festwirt, Ehrengäste und Sponsoring. Mitglieder der Gruppe sind die Bürgermeisterin, Verwaltungsvertreter, der Bürgerkönig, die Vorsitzenden der vier Bürgervereine und der Bärenkappenkompanie sowie ein zweiter Vertreter, der Vorsitzende des Schützenkorps und Sprecher der übrigen Arbeitsgruppen.

Die beiden Ratsmitglieder Dr. Jan Witte und Alexander von Behr wurden für den Lenkungsausschuss benannt, damit sich der Stadtrat wieder stärker mit dem Bürgerschießen identifizieren kann. Weitere Arbeitsgruppen werden zu den Bereichen Historie, Unterhaltung, Marketing/Medien und Logistik gebildet. Traditioneller Zeitraum des Bürgerschießens sind stets die vier Tage vor dem ersten Sonntag im Juli. Wegen des 400-jährigen Jubiläums überlegen die Verantwortlichen derzeit, das Fest durch einen fünften Tag, nämlich den Mittwoch, 30. Juni 2021, zu ergänzen. Es gibt die Idee, an diesem Tag ein Konzert mit dem Heeresmusikkorps im Festzelt zu veranstalten.

Über den Ort der Veranstaltung gibt es schon seit Langem Diskussionen. Weil die Scheibenwiese zu weit außerhalb der Stadt liegt, so resümieren die Verantwortlichen, sei das Bürgerschießen nicht als Fest für alle wahrgenommen worden. Deshalb fasste der Stadtrat nun den Beschluss, das Bürgerschießen in einem Festzelt im Bürgerpark zu veranstalten. Das Ausschießen des Bürgerkönigs soll weiterhin am Freitag auf der Scheibenwiese stattfinden. Mit seiner neuen Infrastruktur, so heißt es in der Beschlussvorlage des Stadtrats, biete der Bürgerpark ausreichend Platz für Festzelt und Schausteller. Überdies werde durch die bessere Lage in der Stadt eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung erhofft.

Quelle: kreiszeitung.de

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