Horst Friedrichs aus Hoya bringt mit „Waldes Lust“ sein erstes E-Book heraus

Trotz Procrastination pünktlich und fristgerecht

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In seinem Arbeitszimmer im Keller seines Hauses in Hoya ist das erste E-Book von Horst Friedrichs entstanden: „Waldes Lust“ gibt es nur im Kindle-Format.

Hoya - Von Anika Bokelmann. Nachts rufen Käuzchen, Zweige knacken und die Bewohner von Arthur Waldes Hütte wissen nie, ob sie sich ungestört ihrem Doppelleben hingeben können. Die Jagdhütte „Waldes Lust“ in einem Wald bei Verden ist der zentrale Ort im gleichnamigen Kriminalroman von Horst Friedrichs. Weitere Schauplätze sind in Nienburg, Hoya und der Region angesiedelt.

Seit einer Woche ist die Neuauflage von Friedrichs Buch „Hüttenzauber“ aus dem Jahr 1997 als E-Book im Amazon Kindle Shop erhältlich. Und damit begibt sich der 71-Jährige auf neues Terrain. Denn nach mehr als 700 Romanen verschiedener Genres, darunter Ausgaben der berühmten „Jerry Cotton“-Serie und Bücher zu „Liebling Kreuzberg“ und „Seewolf“, hat er zum ersten Mal ein Kindle-Format herausgegeben.

Der Hoyaer lebt seit 34 Jahren idyllisch am See, zusammen mit seiner Frau Helen. „Wir ergänzen uns gut“, findet Friedrichs, denn seine irisch-stämmige Gattin würde seine Redeflüsse zügeln und er würde ihr bei Englisch-Stunden mit der deutschen Grammatik unter die Arme greifen. Friedrichs selbst ist „sehr überzeugt von E-Books“, musste sich aber zunächst einarbeiten, um sein Manuskript in die elektronische Form des Buches zu transformieren. Erfolgreich, denn Friedrichs E-Book gibt es jetzt in allen Ländern, in denen Amazon verbreitet ist. Wäre „Waldes Lust“ als Taschenbuch erschienen, würde es sich um ein rund 240 Seiten starkes Exemplar handeln, vermutet Friedrichs. Aber am Bildschirm könne der Leser individuell entscheiden, wie groß er den Krimi sehen möchte.

Procrastination (scherzhaft auch Aufschieberitis) sei sein größtes Leiden, gibt Friedrichs zu. Ständig würde er Fristen bis zuletzt herausschieben. „Als ich mit der Arbeit aufgehört habe, war ich froh, keinen Terminstress mehr zu haben“, erinnert sich der ehemalige Journalist, der auch viele Jahre für die Kreiszeitung gearbeitet hat. Heute setzt er sich mit eigenen Terminen unter Druck oder Lektoren und Verleger warten auf seine Arbeiten.

Das hält ihn jedoch nicht davon ab, völlig in die Welten seiner fiktiven Figuren abzutauchen und die reale Welt in seinem Keller-Büro für eine Weile auszublenden. So auch, als er Ulf und Monika in „Waldes Lust“ einziehen lässt. Doch statt eines entspannten Liebeswochenendes macht das Pärchen eine grausame Entdeckung: Der Körper einer jungen Frau wurde auf grausame Weise zugerichtet und das Blutbad der Leiche lässt jegliche Form von Romantik verpuffen. Eine spannende Jagd auf den Mörder mit Intrigen und Liebschaften beginnt.

Mit „Waldes Lust“ – der doppeldeutige Titel gefällt Friedrichs deutlich besser als „Hüttenzauber“ – ist die Aufarbeitung seiner Bücher aber noch nicht beendet. „Ich mache weiter“, sagt Friedrichs und hat dabei seine alten Heftromanserien im Blick. Auf diese will er zurückgreifen – Figuren ändern, kleine Änderungen vornehmen und die neue Rechtschreibung anwenden – und weitere E-Books veröffentlichen. Die Leser würden sicher an einigen Stellen an die alten Charaktere erinnert, aber viele Szenen seien neu und die Helden beziehungsweise Anti-Helden umbenannt. Auch das Ende im aktuellen E-Book-Kriminalroman weicht laut Friedrichs vom Original ab.

Neben einer Leseprobe von „Waldes Lust“ finden Interessierte auch die Anleitung, wie sie an das E-Book für 2,99 Euro herankommen im Internet unter

www.amazon.de

Quelle: kreiszeitung.de

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