Dokumentarfilm von Rolf Zacher mit vielen Zeitzeugen läuft am Sonntag im Kino

„Hoya 1945“ gibt Einblicke in die Nazi-Zeit

Nur über eine enge „Bailey Bridge“ konnten Fahrzeuge, hier ein Lkw der Alliierten, nach April 1945 die Weser in Hoya überqueren.
+
Nur über eine enge „Bailey Bridge“ konnten Fahrzeuge, hier ein Lkw der Alliierten, nach April 1945 die Weser in Hoya überqueren.

Hoya - Von Marvin KöhnkenEine Behelfsbrücke an der Weser, Flakstellungen rund um Hoya und Engländer auf der Hauptstraße – für die Kriegsteilnehmer sind die  Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg bis heute lebendig. Hobbyfilmer Rolf Zacher aus Hoyerhagen lässt in seinem 74 Minuten langen Film „Hoya 1945 – Endlich Frieden und Freiheit“ rund 20 Zeitzeugen zu Wort kommen. Entstanden ist eine Dokumentation, die eindrucksvoll das Leben in Hoya zwischen 1932 und 1945 beschreibt. Zu sehen ist sie am Sonntag im Filmhof.

In weniger als einem Jahr hat Rolf Zacher seine Idee in ein Konzept gegossen, zahllose Gespräche geführt und Bildmaterial gesammelt. „In einem britischen Militärarchiv habe ich Filmmaterial gefunden, das den Bau einer Behelfsbrücke im April 1945 zeigt“, erzählt Zacher. „Viele Zeitzeugen besitzen Fotografien aus dem Krieg und haben sie mir zur Verfügung gestellt.“

Seit 1995 lebt Rolf Zacher in Hoyerhagen, aus Interesse am Historischen hat der „Hobbyfilmer mit professioneller Ausrüstung“, wie er sich selbst bezeichnet, das umfangreiche Projekt begonnen. „Im Juli 2012 habe ich beim Bombenfund an der Papierfabrik in Hoya gefilmt. Dieses beinahe archäologische Ereignis hat mich neugierig gemacht.“

Mit nicht viel mehr als einem ersten Kontakt zu einem Zeitzeugen und seiner Kamera machte er sich daraufhin an die Arbeit und wurde auf immer mehr Zeitzeugen aufmerksam gemacht. Am Ende ergab sich ein stimmiges Bild. „Das ein oder andere Gespräch war eine Sackgasse, die Erinnerungen waren ungenau“, sagt Rolf Zacher, der viel Wert darauf gelegt hat, Spekulationen zu vermeiden und beispielsweise keine Geschichten vom reinen Hörensagen in den Film einfließen zu lassen.

Über allem stand für ihn die Frage „Was passierte eigentlich wirklich vor unserer Haustür?“. Zehn Schwerpunkte hatte sich der Heimatforscher überlegt, bevor er mit den Menschen sprach. So fragte er etwa, wie der Alltag der Menschen aussah, was bei Bombenalarm geschah und wie sich das Leben mit den Engländern gestaltete, die als Besatzer am Ende des Kriegs nach Hoya kamen.

Der Film ist am Sonntag, 9. Juni, ab 11 Uhr im Filmhof Hoya zu sehen. Der Eintritt kostet zwei Euro. Eine Kopie des Streifens ist zudem im Heimatmuseum vorhanden. Einen Verkauf auf DVD verhindern allerdings die Lizenzgebühren für das britische Filmmaterial.

„Ich bin dankbar für das große Vertrauen, das mir meine Gesprächspartner vom ersten Moment an entgegengebracht haben“, sagt Rolf Zacher. „Den Beteiligten habe ich den Film bereits vorgeführt. Allen hat er sehr gut gefallen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Sport

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran
Boulevard

«Let's Dance»: Fußballer hängt «Mr. Tagesschau» ab

«Let's Dance»: Fußballer hängt «Mr. Tagesschau» ab

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight
Wohnen

Absolut genial: Was Sie mit Salz alles reinigen können

Absolut genial: Was Sie mit Salz alles reinigen können

Meistgelesene Artikel

Übergriffe gegen SoVD-Vorsitzende in Steimbke

Übergriffe gegen SoVD-Vorsitzende in Steimbke

Corona im Landkreis Nienburg: Inzidenz sinkt deutlich

Corona im Landkreis Nienburg: Inzidenz sinkt deutlich

Generationenwechsel in der Nienburger Polizeipressestelle

Generationenwechsel in der Nienburger Polizeipressestelle

Gemeinsamer Neustart für BAUTEQ und PLANTEQ in Nienburg

Gemeinsamer Neustart für BAUTEQ und PLANTEQ in Nienburg

Kommentare