In der Aula der Hoyaer Grundschule

Neujahrsempfang der Stadt: Hoya bringt Steine ins Rollen

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Ehrung für Rudererfolge (von links): Jochen Jülke und Werner von Behr mit Stadtdirektor Detlef Meyer. 

Hoya - Von Horst Friedrichs. „In Hoya Steine ins Rollen bringen“ – das, sagt Bürgermeisterin Anne-Sophie Wasner, ist das erklärte Ziel von Rat und Verwaltung der Grafenstadt. Deren Neujahrsempfang fand am Sonnabendnachmittag in der Aula der Hoyaer Grundschule statt.

Die Bürgermeisterin schilderte den zahlreichen Gästen, welche „Steine“, sprich Projekte, im weiteren Verlauf des neuen Jahres in Angriff genommen werden sollen. „Die Stadt hat mehrere Ortsbild prägende Immobilien gekauft“, sagte Anne-Sophie Wasner und beschrieb einzelne vorgesehene Maßnahmen. Überdies sei für 2017 der Bau des Kreisels Bücker Straße/Weserstraße vorgesehen.

Aus guter alter Gewohnheit fuhr so mancher Besucher des Neujahrsempfangs erst einmal zur Kirchstraße, wo sich die vertraute Martinskirche aber sogleich als nicht-Veranstaltungs-geeignet präsentierte. Eine Riesenbaustelle mit hohen Gerüsten verwies die Verirrten an das Ausweichquartier. Eine gute Gelegenheit zugleich, sagte Stadtdirektor Detlef Meyer, einmal ein Kleinod direkt an der Weserstraße kennenzulernen – nämlich den Neubau der Grundschule mit ihrem Schmuckstück, der Aula.

Musik von der Kindergruppe der Grundschule und „Blue Juice“

Dort konnten sich die Teilnehmer des Neujahrsempfangs davon überzeugen, dass das Ausweichquartier keineswegs eine Notlösung darstellte, sondern einen eigenständigen niveauvollen Rahmen für die traditionsreiche Veranstaltung bot.

Stadtdirektor Detlef Meyer begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens, unter ihnen Ehrenbürgerin Irene Möller und der Referent des Nachmittags, Vorstand Arne Henrik Meyer vom Betrieb Abfallwirtschaft Nienburg (BAWN), der zugleich Hoyaer und Bürgergeneral seiner Heimatstadt ist. Stadtdirektor Meyer verwies auf den im vergangenen Jahr fertiggestellten Zentralen Wertstoffhof Hoya und sagte: „Der BAWN hat am Standort Hoya kräftig investiert.“

Zur Auflockerung gab es während des Empfangs viel Musik – mit Tanz und Gesang von der Kindergruppe der Grundschule und mit gefälligem Pop-Rock von „Blue Juice“, der Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde. „Alle Musiker der Band“, berichtete Bürgermeisterin und Grundschulleiterin Wasner, „waren auch Schüler unserer Schule.“

In ihrem Jahresrückblick auf 2016 widmete sie sich ausführlich dem Bürgerschießen und hieß den seither amtierenden Bürgerkönig Bernd Westhoff und sein Gefolge willkommen. In diesem Jahr, sagte Wasner, werde das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit dem polnischen Duszniki-Zdrój gefeiert. Für die Teilnahme an der Fahrt zum Jubiläum in Polen werden im Hoyaer Rathaus Anmeldungen angenommen.

Die Bürgermeisterin erinnerte an den im vergangenen Jahr gestorbenen Dr. Rupert Neudeck, der – einst selbst Gast eines Neujahrsempfangs in der Grafenstadt – den Namen Hoya im Zusammenhang mit dem Einsatz für die vietnamesische Flüchtlingsfamilie Nguyen überall lobend erwähnt habe. Neudeck war Journalist, Mitgründer der Organisation „Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte“ und Vorsitzender des Friedenskorps‘ Grünhelme.

Beifall galt dem jungen Iraker Saaed Arab, der Arabisch und Kurdisch spricht und als „Bufdi“ die Lehrer in der Grundschule bei der Verständigung mit den Schülern unterstützt. Anne-Sophie Wasner: „Wir unterrichten immerhin Schüler aus 14 verschiedenen Nationen an unserer Schule.“

Elfriede Hornecker, die – wie berichtet – die Leitung des Heimatmuseums jetzt abgibt, erhielt als Abschiedsgeschenk von Wasner das gewünschte „Event in einem denkmalgeschützten Raum“. Was das sein wird, bleibt noch geheim.

Häufiger Hoya-Besucher aus Holland: Tjalke Notermans.

Der Holländer Tjalke Notermans erzählte die Geschichte seiner besonderen Verbundenheit zur Auschwitz-Überlebenden Marion Blumenthal aus Hoya und erläuterte sein Tulpen-Projekt, das ihn häufig in die Grafenstadt führt.

Die Bürgermeisterin würdigte die Europameisterschaftserfolge der Ruderer Werner von Behr und Jochen Jülke, und ersterer unterstrich, dass Leistungssport auch in fortgeschrittenem Alter noch möglich sei.

Mit einer Powerpoint-Präsentation schilderte BAWN-Vorstand Arne Henrik Meyer die Strukturen des Nienburger Abfallwirtschaftsunternehmens, das derzeit 68 Mitarbeiter beschäftige und einen Jahresumsatz von rund 15 Millionen Euro erziele. Detailliert beschrieb Meyer die einzelnen Dienstleistungen des Unternehmens einschließlich der Wertstoffoffensive, in deren Rahmen auch der Zentrale Wertstoffhof Hoya mit einem Kostenaufwand von zwei Millionen Euro entstand. Einweihung war im Oktober.

Als wortgewandter Satiriker erwies sich einmal mehr Pastor Andreas Ruh mit seinem Schlusswort, für das er zur Unterstützung im Reformationsjahr eine stilisierte Martin-Luther-Figur mitgebracht hatte – und außerdem Martin-Luther-Bonbons (mit Apfelgeschmack) für jeden Besucher.

Quelle: kreiszeitung.de

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