Hoya First

Auch mit ... äh ohne Hauptbahnhof fühlen sich Comedians in Hoya wohl

Mario Roggow - Fotos: jaw

Hoya - Von Jana Wohlers. Wenn sich im Filmhof die Crème de la Crème der deutschen Komiker-Szene versammelt, die Besucher in den ersten Sitzreihen ganz ohne Sport ihr Fett weg bekommen und nebenbei auch noch die Lachmuskeln trainieren, dann stehen alle Zeichen auf Comedy. Am Freitagabend war es wieder so weit: Mit einem „Single-Dad“, einem „Comedy-Grand-Prix“-Sieger und einem schweigsamen Zeitgenossen gastierte der „Bremen Vier Comedy Club“ im Hoyaer Kino.

Es ist fast schon Tradition: Wenn im Frühjahr und im Herbst Sarkasmus, Pointen und Selbstironie ausgepackt werden, sind alle Plätze im großen Saal des Filmhofs ausverkauft. So auch dieses Mal. Moderator Mario Roggow begrüßte seine „Dorfgemeinschaft“ zur „jährlichen Versammlung“, am Freitag unter dem Titel „Hoya First“.

Detlef Winterberg

Wer sich als Neuling auf ein paar Stunden ruhiges, nettes Zuschauen eingestellt hatte, der wurde, vor allem in den ersten Sitzreihen, eines Besseren belehrt. Auf der Bühne das eigene Programm abspulen, bis der nächste dran ist? So läuft das nicht. Die Interaktion mit dem Publikum war und ist für Roggow und seine Comedy-Kollegen Andreas Weber, Salim Samatou und Detlef Winterberg ein Muss. Leicht sarkastisch, mit zielgenauen Gags und gerne auf Opfersuche produzierten die Comedians einen Brüller nach dem anderen.

Andreas Weber

Den Anfang machte „Single-Dad“ Andreas Weber, mit langem Rumpelstilzchen-Bart und floralem Blumen-Pulli ein ganz gestandener Mann. Seit einigen Monaten Single, verarbeitet Weber seine Trennung auf Lachtränen-Weise. Das gemeinsame Lied („You’re My Heart, You’re My Soul“ von Modern Talking) zu hören, schmerze ihn noch immer, weil es ihn an seine Exfrau erinnere. „Wenn ich es mir richtig überlege, hat das immer schon weh getan“, sagte der Comedian. In der Ehe sei er voll aufgegangen (vor allem um die Hüften), und nach 17 Ehejahren sei der Höhepunkt im gemeinsamen Leben endlich erreicht gewesen (er und seine Frau bekamen gleichzeitig Migräne).

Während Weber auf Selbstironie, Schokoladen-Eskalationen und Zuschauer-Sympathien setzte, bot der zweite Comedian im Bunde, Salim Samatou, das Gegenteil: Der Gewinner des „Comedy-Grand-Prix‘“ von RTL bevorzugte als Opfer: Hoya. „Da steh ich vorhin so in Hoya am Hauptbahnhof … Warte, ihr habt gar keinen Hauptbahnhof? Gibt’s hier wenigstens Internet?“

Der dritte Comedian, Detlef Winterberg, war das, was Moderator Roggow als „mal etwas ganz Neues“ bezeichnete. Unter dem Motto „Reden ist Silber, Schweigen ist witziger“ bot Winterberg eine Show, wie selbst Comedy-Dauergäste sie noch nie gesehen hatten: Er schaffte es, das Publikum allein durch Mimik und Gestik sowie mithilfe weniger Requisiten aus den Stühlen zu heben. Absurde Situationskomik gepaart mit Hasenzähnen und einer zuckenden Augenbraue – wer braucht da schon viele Worte?

Tosender Applaus begleitet den „Bremen Vier Comedy Club“ bei jedem neuen Auftritt. Die Comedians scheinen sich in Hoya auch ohne Hauptbahnhof wohlzufühlen: Am Freitag, 3. November, sind sie wieder im Filmhof zu Gast.

Quelle: kreiszeitung.de

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