Patient positiv auf Covid-19 getestet

Arztpraxis in Hoya steht unter Quarantäne - Notbetrieb ab 30. März geplant

Ärztin Svenja Hilger (2.v.l.) mit ihrem Team

Hoya - Die Praxis der Allgemeinmedizinerin Svenja Hilger an der Langen Straße in Hoya ist geschlossen. Und das in einer Zeit, in der die meisten Ärzte es kaum schaffen, allen Patienten gerecht zu werden. Der Grund für die Schließung: Die Hoyaer Ärztin und ihr Team stehen unter Quarantäne.

„Wir hatten am 13. März in unserer Praxis Kontakt zu einem positiv auf das Sars-Cov2-Virus getesteten Patienten. Die Infektion des Patienten war uns zu dem Zeitpunkt nicht bekannt und unter Berücksichtigung der Informationen des Robert-Koch-Instituts auch nicht wahrscheinlich“, teilt Svenja Hilger auf Nachfrage der Kreiszeitung mit. Dennoch sei der Test auf das Virus positiv ausgefallen. Aufgrund der Schweigepflicht sei es ihr nicht möglich, näher auf die Symptome des Patienten einzugehen.

Das Gesundheitsamt Nienburg habe dann am 23. März eine Quarantäne für alle Mitarbeiter bis zum 27. März angeordnet und diesen Personenkreis auf eine Infektion getestet. „Die Tests sind allesamt negativ gewesen und alle Mitarbeiter waren und sind symptomfrei, sodass wir am 30. März den Betrieb wieder aufnehmen werden“, schildert die Medizinerin weiter. Es bestünde laut Hilger kein Grund zu der Annahme, dass sich weitere Patienten in der Praxis angesteckt haben könnten. „Somit sehen wir auch keine Notwendigkeit, alle Patienten, die nach dem Kontakt in der Praxis gewesen sind, darüber zu informieren, dass wir Kontakt zu einem positiven Fall gehabt haben. Das Gesundheitsamt Nienburg hat uns ebenfalls nicht angewiesen, das zu tun“, teilt die Ärztin mit.

Praxis-Betrieb läuft wegen Corona ab 30. März wieder eingeschränkt

Die Tür der Praxis bleibt auch ab Montag weiterhin verschlossen, denn Svenja Hilger und ihr Team behandeln nur nach telefonischer Anmeldung und beschränken den Betrieb auf Leistungen, „die medizinisch notwendig und unaufschiebbar sind“. Dazu habe Svenja Hilger Sicherheitsmaßnahmen erlassen, beispielsweise eine Handdesinfektion beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten sowie die Aufforderung, zu weiteren Personen Abstand zu halten. Darüber hinaus trügen alle Mitarbeiter zum Selbstschutz bei näherem Kontakt zu den Patienten Mundschutz und seien zur Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen und dem Kontaktverbot angehalten.

Ein Aushang an der Tür der Praxis weist auf die Schließung hin.

Bis zur Wiederaufnahme des Betriebs übernehmen alle Ärzte der Stadt Hoya sowie die Medizinerinnen Sylke-Maren Fueting in Eystrup und Malgorzata Robak in Haßbergen die Vertretung für die Patienten Hilgers.

„Wir möchten dieses Ereignis zum Anlass nehmen, nicht nur unseren Patienten, sondern auch denen unserer Kollegen und letztendlich jedem einzelnen Menschen in Hoya und Umgebung nahezulegen, sich an die angeordneten Maßnahmen zu halten und sich unbedingt telefonisch bei ihren Ärzten anzumelden, weil sonst – wie unser Beispiel sehr schön zeigt – die medizinische Versorgung im Ort von heute auf morgen zusammenbrechen kann“, lautet der eindringliche Appell der Ärztin.

Quelle: kreiszeitung.de

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