Bärbel Thorns hat Teile ihres Wohnhauses in Hoyerhagen zu einem Trödelmarkt umfunktioniert

„Ich kann nichts wegwerfen“

Kreiszeitung Syke

Hoya - HOYERHAGEN (kap) · Bärbel Thorns steht in einem Raum voller Trödel, den sie unter anderem von vielen fremden Menschen bekam. „Die Leute freuen sich, wenn sie die Sachen nicht entsorgen müssen“, weiß sie. „Trödel-Bärbel“, oder „Die mit dem Hut“, wie sie manche nennen, hat Teile ihres Hauses in einen dauerhaften Flohmarkt verwandelt, der jeden Sonnabend seine Tore öffnet.

Alles begann im Jahr 2000, als Bärbel und Henning Thorns ihren Edeka-Laden in der Dorfstraße 1 in Hoyerhagen schlossen. Weil die geräumige Ladenfläche leer stand, veranstaltete Bärbel darin regelmäßig Flohmärkte. Als sich niemand fand, der das Haus pachten wollte, entschlossen sich Thorns, Eystrup zu verlassen und in die Nähe der geografischen Mitte Niedersachsens zu ziehen.

Nachdem sie das Haus umgebaut hatten, war immernoch ein großer „Partyraum“ übrig.

Diesen erklärte „Trödel-Bärbel“ zu ihrem „Revier“ und füllte ihn im Laufe der Zeit mit Nützlichem, Schönem, Kitschigem und Seltenem. „Mit ein paar Sachen fing es an“, erinnert sie sich lächelnd und mit Blick auf die vollen Regale. Mittlerweile füllen gebrauchte Gegenstände nicht nur den großen Raum, sondern auch zwei Flure, die Garage und einen kleinen Schuppen. „Hier ist sonnabends immer ganz gut was los. Ich will nicht viel Knete machen, sondern, dass die Leute zufrieden sind“, erklärt sie. Vor allem jungen Leuten und Menschen, die nicht viel Geld haben, will sie etwas bieten. Dinge, die sich als echte Ladenhüter entpuppen, landen irgendwann in der „Zu Verschenken“-Ecke auf dem Hof. Lange würden die dann dort aber nicht liegen, lacht „Trödel-Bärbel“, die zugibt: „Ich kann nichts wegwerfen“. „Ich liebe alte Sachen, nur mein Mann ist drei Jahre jünger als ich“, grinst sie.

Bereits achtmal hat die Hoyerhägerin Charlotte Paustian aus Barme eine große Freude bereitet. Diese sammelt Schreibmaschinen und acht ihrer 93 historischen Schreibgeräte stammen vom Thornsschen-Flohmarkt. „Wenn Bärbel etwas Neues hat, ruft sie immer an“, erzählt Paustian. Bei ihrem jüngsten Besuch gab es für sie keine Schreibmaschine, dafür aber ein nützliches Farbband, für eins ihrer anderen Schätze. Auf einer Liste dürfen Sammler ihre Gesuche vermerken. Wenn „Die mit dem Hut“ den Suchenden nicht selber aushelfen kann, übernimmt sie oftmals die Kuppelfunktion und hält ihre Ohren nach jemandem offen, der es kann.

„Hier muss man mit festen Vorstellungen hingehen, was man haben will, denn man kann sich hier stundenlang aufhalten“, beschreibt Klaus Paustian den permanenten Flohmarkt. Er selber gucke gerne mal nach alten Bierkrügen mit schönen Motiven, werde aber nicht immer fündig.

„Viele Leute kommen jeden Sonnabend her. Dann trinken wir einen Cappuchino und unterhalten uns. Es sind vor allem die Gespräche, die mir Spaß machen“, beschreibt Bärbel Thorns das Verhältnis zu ihren Kunden. Doch nicht nur Trödel und antike Stücke finden sich an der Dorfstraße. In einem Schrank verkauft Thorns selbstgebastelten Schmuck aus Besteck – die Erzeugnisse ihres zweiten Hobbys. „Hier geht kaum jemand mit leeren Händen raus“, ist sich „Die mit dem Hut“ sicher.

Quelle: kreiszeitung.de

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