Vorstellung der Bodenrichtwerte und Grundstückspreise des Gutachterausschusses

Immobilien gewinnen an Wert

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Aktuelles zu Grundstücks- und Immobilienpreisen haben Helmut Weiß, Ruzyzka-Schwob und Holger Golez (v. l.) vorgestellt.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Wer Wohneigentum oder Grundstücke hat, kann sich glücklich schätzen, wer noch kaufen möchte, sollte bald zuschlagen: Die Preise auf dem Grundstücksmarkt sowie die Bodenrichtwerte gehen in den meisten Fällen nach oben.

Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) haben gestern die aufbereiteten Daten für 2014 vorgestellt. Der ausführliche Bericht liegt im Internet (40 Euro) und in Kürze in den Geschäftsstellen (50 Euro) bereit. Festzustellen ist im gesamten Gebiet ein Rekordumsatz. Statt nur der Kreise Diepholz und Nienburg umfasst der Bereich nun auch noch die Kreise Verden und Heidekreis. „Das ist ein großer Dienstbezirk, zweieinhalb mal so groß wie das Saarland“, berichtet Helmut Weiß, Leiter der LGLN-Regionaldirektion (Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen). Auf 256 Seiten sind Ergebnisse der Gutachter aufgeführt und grafisch ausgewertet. Vor allem für Profis, die täglich mit Immobilien und Grundstücken zu tun haben, ist das ein Handwerkszeug. Wer eine aktuelle Auskunft zu Preisen möchte, kann sich diese ebenfalls auf dem kurzen Weg des Internets mit dem „Immobilienpreiskalkulator“ gegen Gebühr errechnen lassen. Insgesamt sind für den Landkreis Nienburg nun zu 99 Prozent flächendeckend Richtwerte dargestellt. Grob zusammengefasst sind das die Ergebnisse:

Bauland: Bauland wurde im Landkreis Nienburg in 322 Kaufverträgen veräußert, dies ist der höchste Wert der letzten fünf Jahre und insgesamt 34 Prozent über dem Vorjahreswert. Diese große Steigerung ist vorrangig auf den vermehrten Verkauf von Bauplätzen zurückzuführen. In der Stadt Nienburg wurden mit 36 neuen Bauplätzen zum Beispiel viermal so viele Bauplätze verkauft wie im Vorjahr.

Bebaute Grundstücke:  Bebaute Grundstücke machen mit 780 Eigentumsübergängen mit einem Gesamtvolumen von 109 Millionen den größten Teilmarkt aus. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es eine breite Spanne von 16 000 Euro bis zu über 400 000 Euro. Der Durchschnittspreis im gesamten Landkreis Nienburg liegt bei nur 108 000 Euro und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von etwa 160 000 Euro. Neben den unterschiedlichen Lagen ist vor allem das Baujahr der Immobilien preisbestimmend. Die Spanne der Mittelwerte reicht im Landkreis (ohne Stadtgebiet Nienburg) von 76 000 Euro für Gebäude der Baujahre vor 1948 bis zu 192 000 Euro im Mittel für Wohnhäuser der Baujahre um 1990. Gegenüber dem Vorjahr haben die Kaufpreise im Stadtgebiet Nienburgs um weitere vier Prozent angezogen, im übrigen Landkreis sind sie um zwei Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Tiefstand im Jahr 2009 sind die Preise dieser Immobilien im Stadtgebiet bereits um 20 Prozent gestiegen, im ländlichen Raum hingegen nur um fünf Prozent.

Landwirtschaftliche Flächen: „Die Preise für landwirtschaftliche Flächen stiegen weiter an“, sagt Dezernatsleiter Gerd Ruzyzka-Schwob. Weniger Kaufverträge, aber mehr Geldumsatz gelte auch für die Entwicklung auf diesem Gebiet. Die Acker- und Grünlandpreise steigen seit zehn Jahren und waren 2014 im Mittel zehn Prozent höher als 2013. Der mittlere Preis für einen Quadratmeter Ackerland betrug 2014 2,64 Euro pro Quadratmeter. Für die zweite Jahreshälfte ist eine leichte Beruhigung des Preisanstieges festzustellen. Die Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen reichen von 80 Cent für Grünland im Raum Rehburg-Loccum bis zu 3,80 Euro für Ackerland in Stolzenau.

Eigentumswohnungen: Wohnungs- und Teileigentum wurde im Landkreis Nienburg im Jahr 2014 in insgesamt 242 Kaufverträgen gehandelt. Dabei wechselten 16 Millionen Euro den Eigentümer. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung von 26 Prozent. Eine neue Eigentumswohnung kostet im Kreisdurchschnitt 137 000 Euro, in der Stadt Nienburg lag der Mittelwert neuer Eigentumswohnungen bei 159 000 Euro. Gegenüber dem Vorjahr hat insbesondere der Umsatz in den übrigen Gemeinden des Landkreises, zum Beispiel in Eystrup und Diepenau, zugenommen.

Mietpreisübersichten: „Eine Mietpreisbremse wird es im Kreis Nienburg nicht geben“, ist Ruzyzka-Schwob sicher. Für Wohnungen üblicher Größe des Baujahres 2000 ist für das Stadtgebiet Nienburg (Bodenrichtwert um 80 Euro je Quadratmeter) eine marktübliche Miete von 4,85 Euro je Quadratmeter nachgewiesen, im übrigen Bereich liegt der Mietwert bei 4,35 Euro. Die Mietauswertungen beruhen auf insgesamt rund 1 470 Vergleichsmieten, die dem Gutachterausschuss aus den letzten sechs Jahren bekannt geworden sind. Neben den Wohnungsmieten enthält der Grundstücksmarktbericht auch Übersichten für die Mieten ganzer Häuser, Geschäfts- und Büroräume und gewerblicher Mieten.

www.gag.niedersachsen.de

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