Viel Kritik an Niedersachsens Landesregierung

Impfterminvergabe im Landkreis Nienburg verläuft nur schleppend

Das Impfzentrum in Drakenburg.
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Zusätzlich zum Impfzentrum in Drakenburg finden in der kommenden Woche auch Impfungen in dezentralen Impfstellen statt.

Die derzeit berechtigten Menschen im Landkreis Nienburg nehmen Termine für Impfungen mit Astrazeneca nur zurückhaltend wahr. Eine Erweiterung der Prioritätenliste verbietet das Land Niedersachsen dennoch.

  • Impfhotlines in Rathäusern wurden nur wenig genutzt
  • Landrat Detlev Kohlmeier plädiert für offenere Gestaltung der Prioritäten
  • Impfberechtigte sind bei Astrazeneca zurückhaltend

Landkreis - von Leif Rullhusen. Möglichkeiten für Menschen über 70 im Landkreis Nienburg einen Corona-Impftermin zu bekommen, gab es in der zurückliegenden Woche genügend. Jede Gemeinde hatte dazu Hotlines für die neuen dezentralen Impfstellen eingerichtet.

Telefone blieben stumm

Allerdings blieben die Telefone vielfach stumm. „Die Impfterminvergabe verläuft bei uns nur schleppend“, berichtet beispielsweise Inge Bast-Kemmerer, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Marklohe. Sie übt scharfe Kritik an der Landesregierung in Hannover. Die müsse die Prioritätenliste auch für die Über-60-Jährigen aufweichen, fordert Bast-Kemmerer. Statt zu handeln, drohe die Landesregierung aber nur mit hohen Bußgeldern, falls Gemeinden gegen die Priorisierung verstoßen. Bislang dürfen laut Landesvorgabe nur über 70 Jahre alte Menschen geimpft werden.

Marklohe ist keine Ausnahme

Marklohe ist keine Ausnahme. Landkreissprecher Michael Duensing berichtet von ähnlichen Rückmeldungen weiterer Rathäuser. Deshalb plädiere auch Landrat Detlev Kohlmeier für eine offenere Gestaltung der Prioritäten. „Der Landrat wird eine entsprechende Anfrage an das Land stellen, um den Impfprozess zu beschleunigen“, erklärt Duensing.

Auch Hausarztpraxen haben Schwierigkeiten bei Terminvergabe

Nicht anders sieht die Situation in Nienburgs Hausarztpraxen aus. Auch die Mediziner haben Schwierigkeiten bei der Vergabe von Impfterminen. „Bislang haben wir das Vakzin von Biontech verimpft. Ab kommender Woche verwenden wir Astrazeneca“, erklärt Dr. Daniel Cording, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nienburg. „Gegenüber diesem Impfstoff besteht bei der Bevölkerung einfach Zurückhaltung. Die Menschen sind aufgrund der Meldungen über Nebenwirkungen verunsichert.“ Dabei sei Astrazeneca ein sehr guter Impfstoff, betont Cording. Er fordert vom Land Niedersachsen ebenfalls eine Erweiterung der Prioritätenliste. In Berlin sei das schon gemacht worden. „Das Land Niedersachsen macht uns das Leben schwer. Wir wollen mit Impfungen helfen und können es nicht“, ärgert sich Cording.

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