Mit einem Dreh zu mehr Artenvielfalt

In Bolsehle gibt es Saatgutkugeln aus dem Kaugummiautomaten

Felix Schulze-Varnholt, Heiko Fellenberg (für Blühpaten: Concordia Versicherung Nienburg), Lara Boye und Christoph Thieße.
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Felix Schulze-Varnholt, Heiko Fellenberg (für Blühpaten: Concordia Versicherung Nienburg), Lara Boye und Christoph Thieße.

In Bohlsehle soll ein ausrangierter Kaugummiautomat beim Kampf gegen das Artensterben helfen und für mehr Artenvielfalt sorgen.

Bolsehle - von Johanna Ritter. Ein ausrangierter Kaugummiautomat gegen das Artensterben und für mehr Artenvielfalt: Über solch einen insektenfreundlichen Hingucker im Vintage Look dürfen sich seit Kurzem die Bürgerinnen und Bürger von Bolsehle freuen. Am vergangenen Wochenende wurde der Automat, an dem für 20 Cent Saatgutkugeln „Seedbombs“ für die Anlage einer eigenen kleinen Blühwiese erdreht werden können, vom Jungunternehmen „Artenvielfalt“ angebracht. Er fand seinen Platz in der Straße „Am Berge“ vor dem Hof Frida.

Margret Kruse vom Ferienhof Frida freut sich über diese Neuerung im Dorf und hofft auf gute Resonanz: „Schließlich ist es für eine gute Sache.“ Weitere Automaten wurden vom Artenglück-Team, bestehend aus Marketing Beraterin Lara Boye aus Nienburg sowie den Junglandwirten Felix Schulze-Varnholt und Christian Thieße aus Rodewald bereits angeschafft und werden auf Nachfrage gern am gewünschten Ort platziert.

Seit September vergangenen Jahres setzt „Artenglück“ Ideen in die Tat um – zum Schutz der Artenvielfalt und um heimischen Tierarten den Lebensraum zu bewahren. So konnten bis dato Blühflächen im Landkreis Nienburg, der Region Hannover und dem Heidekreis etabliert werden. Derzeit steht die lilafarbene Phacelia, eine Bienentrachtpflanze in voller Blüte. Doch auch Ringelblumen, Mohn, Ölrettich, Buchweizen und Leinsamen wachsen dicht an dicht und stärken das Gesamtbild der Blühflächen. Hummeln und Wildbienen brummen und summen aus allen Richtungen.

Der Saatgut-Automat in Bolsehle.

Welche Insekten tatsächlich auf den Flächen zu finden sind, sei dabei von dem jeweiligen Standort abhängig. Denn verschiedene Biotope, ob am Wald oder einem Wasserlauf gelegen, locken unterschiedliche Insektenarten an, erklärt Lara Boye. Als Saatgut werden mehrjährige regionale Saatmischungen ausgebracht.

Das gesteckte Unternehmensziel, im Jahr 2021 bis zu 55 000 Quadratmeter Blühfläche anzulegen, hat „Artenglück“ mit Hilfe von Blühpatenschaften erreicht. Um diese Flächen in Zukunft noch ausweiten zu können, um einerseits heimische Pflanzenarten zu kultivieren, andererseits Insektenarten, wie Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge zu schützen, hofft „Artenglück“ auf weitere Blühpatenschaften, die dieses ermöglichen. Informationen hierzu auf www.artenglueck.de.

Neben Insekten fühlen sich auch Kleintiere und Niederwild inmitten der Blühfelder wohl, Vögel gehen darin auf Nahrungssuche und nutzen die dicht bestandenen Flächen um einen geeigneten Nistplatz zu finden. Neben dem Insektenschutz liegt den Gründern auch der Schutz bedrohter anderer Tierarten am Herzen. So haben sie sich als Zukunftsprojekt die Schaffung von Feldlerchenfenstern, freie Plätze innerhalb eines Getreidefeldes, auf denen diese Vogelart landen kann, auf die Fahne geschrieben.

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