Investor Holger Glandorf plant sieben Kinosäle / Zahlreiche Vorteile für den Standort am Hafen

"Ein Kinoneubau ist zwingend notwendig"

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Sie hoffen auf eine baldige Entscheidung des Wasser- und Schifffahrtsamtes: Architekt Dietrich Machtemes, Investor und Betreiber Holger Glandorf sowie Projektkoordinator Walter Meinders (v.l.).

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Alle Zeichen deuten auf eine baldige Entscheidung hin. Festgezurrt ist der Standort für Nienburgs neues Kino allerdings noch immer nicht. 

Es fehlt nach wie vor die offizielle Zusage des Wasser- und Schifffahrtsamtes zum Verkauf des entsprechenden Grundstückes am Nienburger Hafen.

Sollte die Behörde das Areal definitiv verkaufen, wird Investor und Filmpalast-Betreiber Holger Glandorf definitiv am Nienburger Hafen und nicht am Kräher Weg bauen. Das bestätigte Glandorf auf Blickpunkt-Nachfrage unmissverständlich.

Er verdeutlichte zudem, warum ein Kinoneubau für ihn zwingend notwendig ist und warum der Neubau am Hafen für alle – Kinobesucher, Wirtschaft und Stadt – Vorteile gegenüber dem Standort am Kräher Weg hat.

„Für mich geht mit dem Neubau ein Kindheitstraum in Erfüllung“, freut sich Glandorf auf das Projekt. Ein Traum, von dem der Investor dermaßen überzeugt ist, dass er dafür seine wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzt. Einer, der für ihn allerdings ebenso unausweichlich ist, wenn Nienburg ein Kino behalten soll. „Der aktuelle Filmpalast entspricht weder den aktuellen Marktanforderungen, noch den Publikumswünschen“, erklärt Glandorfs Projektkoordinator Walter Meinders. „Aktuell kommen jede Woche zwischen zehn und 20 Filme neu auf den Markt. Die Filmverleiher schreiben genau vor, wie lange und zu welchen Zeiten diese Filme laufen müssen“, wird Glandorf genauer. Der demnächst startende Blockbuster „Cars 3“ müsse zum Beispiel drei Wochen lang in jeder Vorstellung laufen. Das sei die Regel. Der aktuelle Filmpalast hat lediglich drei Kinosäle. Drei Neustarts „blockieren“ also für drei Wochen die komplette Kapazität des Kinos. Das bedeutet für Glandorf, dass er nur einen Bruchteil der Neustarts in seinem Kino zeigen kann. „Halten sich Kinobetreiber nicht an die Auflagen der Filmverleiher, drohen ihnen ohne Konventionalstrafen“, verdeutlicht er. Der Neubau wird mit sieben Kinosälen – ursprünglich waren nur sechs vorgesehen – mehr als doppelt so viel Möglichkeiten bieten. Hinzu kommt ein Multimediaraum für Veranstaltungen.

Neben der zu geringen Kapazität des Filmpalastes sowie fehlender Erweiterungsmöglichkeiten an der Filmeck-Kreuzung sei die Bausubstanz ein gravierendes, kaum zu lösendes Problem. Energetisch sei die Immobilie ebenso mangelhaft, wie auch in Bezug auf die Geräuschdämmung. „Wenn in einem Saal ein Actionfilm in Dolby-Surround läuft, hören die Besucher im benachbarten Saal, wo vielleicht gerade eine ergreifende Liebesszene läuft, das Gewummer. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, verdeutlicht Glandorf. „Von der fehlenden Barrierefreiheit ganz zu schweigen.“

Auch ein Komplettumbau im Bestand habe neben des begrenzten Platzes – möglich wären maximal fünf Kinosäle – den Nachteil, dass er bei anschließend geringerem Platzangebot genau so teuer würde. „Außerdem wäre ein Umbau im laufenden Betrieb schlichtweg unmöglich“, ergänzt Meinders.

Die anfänglichen Zweifel von Glandorf an der Idee von Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes, das Kino neben das Behördengebäude am Hafen zu bauen, sind schnell in Begeisterung umgeschwenkt. „Der Standort ist ein absoluter Glücksfall“, schwärmt der Investor. Die Topografie des Geländes eigne sich für ein Kino perfekt. Wie der Blickpunkt bereits ausführlich berichtete, fallen durch das zum Hafen abschüssige Gelände die üblichen Treppen zu den Kinosälen weg. Die Besucher betreten das Foyer ebenerdig, ebenso wie die sieben Kinosäle. Barrierefreiheit ist also sogar ohne Fahrstühle gewährleistet. Diese Konstruktion hat Auswirkungen auf die Fassade des geplanten Neubaus, so er denn am Nienburger Hafen entsteht. Von der Brückenstraße aus beträgt die Fronthöhe lediglich 6,5 Meter. Zum Vergleich: Die Traufhöhe des aktuellen Filmpalastes liegt schon bei rund zehn Metern. Auch das benachbarte Behördengebäude ist deutlich höher.

Die Innenstadtnähe sei nicht nur für den Einzelhandel und die Gastronomie Nienburgs ein Gewinn, sondern auch für die Kinobesucher, verdeutlicht Glandorf. Die Verkehrsanbindung, sei es zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Privat-Pkw, spreche eindeutig für den innenstadt-nahen Standort. „Wer von außerhalb kommt, erreicht das Parkhaus am Kino ohne eine einzige Ampel“, nennt Glandorf ein Beispiel. Mit dem Parkhaus sei eine Kooperation geplant. Denkbar sei, dass die Parkkosten auf den Verzehr im Kino angerechnet werden. Zudem soll das Bezahlen schon vor dem Besuch des Filmes direkt im Kinofoyer möglich sein. Und wer das Kino beispielsweise nach einer Spätvorstellung verlasse, lande nicht in einem verlassenen, dunklen Gewerbegebiet, sondern an einer belebten, beleuchteten Straße.

Interessenten am alten Filmpalast gebe es auch schon mehrere, versichert Meinders. Was mit der Immobilie einmal werde, könne er allerdings noch nicht sagen. „Ein Kino aber mit Sicherheit nicht“, erklärt der Projektkoordinator. „Wir legen großem Wert darauf, dass sie im Sinne der Stadt genutzt wird.“

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