Eilbeschluss im Stadtrat Hoya ermöglicht Umbauten / Straße zu Ehren von Herbert Fritze

Investor für Landesreitschule gefunden

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Die Landesreitschule Hoya ist auf einem guten Weg, auch wenn sie in Zukunft nicht mehr Landesreitschule heißen wird.“ So beschrieb Hoyas Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner die Aussichten für die traditionsreiche Reiterausbildungsstätte, die den Namen der Grafenstadt in Fachkreisen weltweit bekannt gemacht hat. Die insolvente Institution – mit ihrem schon legendären Ruf in Reitsportkreisen – erforderte am Montagabend einen Eilbeschluss des Hoyaer Stadtrats. Die Zustimmung, den Bebauungsplan für notwendige Umbauten an den Schulgebäuden zu ändern, trafen die Mitglieder des Rats einstimmig. Ein privater Investor, erklärte Stadtdirektor Detlef Meyer, wolle die Landesreitschule übernehmen und dort künftig auch Pensionspferde unterbringen.

Zu Beginn der öffentlichen Stadtratssitzung, an der elf Zuhörer teilnahmen, hatte Stadtdirektor Meyer darum gebeten, den Bebauungsplan Landesreitschule zusätzlich in die Tagesordnung aufzunehmen. Es gehe darum, dem neuen Betreiber die Möglichkeit zu geben, bauliche Veränderungen an dem Gebäudekomplex vorzunehmen. Für den Betrieb einer Pferdepension seien eine Reihe von Umbauten erforderlich. Die Ratsmitglieder sprachen sich einmütig für den notwendigen Änderungsbeschluss aus.

Nachdem die künstlerische Gestaltung und die Bepflanzungen des Kreiselmittelpunkts an der Kreuzung Weserstraße und Bücker Straße fertiggestellt ist, soll es nun auch eine offizielle Einweihung geben. Das teilte Stadtdirektor Meyer mit. Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner berichtete, dass viele Bürger Vorschläge für die Gestaltung des Innenkreisels eingereicht hatten. Alle seien bewertet und in die endgültige Entscheidung einbezogen worden. Zu der bevorstehenden Einweihungsfeier sollen alle Einsender von Gestaltungsvorschlägen eingeladen werden. „Bleibt nur zu hoffen“, sagte Wasner, „dass wir es noch erleben, auch einen zweiten Kreisel in Hoya zu bekommen.“

Herbert Fritze (1907 bis 2000) war Rechtsanwalt und Ehrenbürger der Stadt Hoya. Als Mitglied der CDU-Fraktion des Stadtrats amtierte er von 1950 bis 1972 als Bürgermeister der Grafenstadt und war außerdem lange Jahre Vorsitzender des Turn- und Sportvereins (TuS) Hoya. Im Namen der Gruppe CDU- und SPD-Fraktion würdigte Dr. Jan Witte (CDU) die Verdienste Herbert Fritzes. Nach ihm soll jetzt die Straße im neuen Baugebiet Lange Straße benannt werden. Einstimmig beschloss der Stadtrat die genaue Bezeichnung „Herbert-Fritze-Straße“ ohne den Zusatz „Bürgermeister“, wie auch bei anderen Hoyaer Straßennamen üblich. Ratsmitglied Fritz Groß (CDU) regte an, zusätzlich ein kleines Schild mit den Lebensdaten Herbert Fritzes unter dem Straßenschild anzubringen.

Einstimmig verabschiedete der Stadtrat eine Änderung des Bebauungsplans „Wohngebiet Hoya-Nord“, die wegen einer Erweiterung des dortigen Lidl-Markts notwendig geworden war (wir berichteten). Auch der Bebauungsplan „Aldi Bücker Straße“ wegen des dort vorgesehenen Aldi-Neubaus (wir berichteten) wurde einstimmig verabschiedet.

Für die Gruppe CDU- und SPD-Fraktion würdigte Ratsmitglied Dirk Jeßke (SPD) das sportliche Engagement und die verdienstvolle Arbeit des TuS Hoya. Dessen Zuschussantrag für die Frühjahrsüberholung von zwei Tennisplätzen und für die Finanzierung eines Platzwarts im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung wurde abgelehnt. Einstimmig beschloss der Rat vielmehr, dem TuS einen einmaligen Zuschuss zur Sportförderung in Höhe von 1 000 Euro zu gewähren. Außerdem wird die Verwaltung gebeten, eine Förderrichtlinie für die Bezuschussung von Vereinen, Verbänden und Institutionen zu erarbeiten.

„Eingemauert von hohen Nachbargebäuden“ – so fühlt sich die Hoyaerin Heidrun Marnowski nach eigenem Bekunden. In ihrem Bungalow am Eichenkamp sei sie von dreigeschossig Wohnhäusern umgeben, das hatte sie bereits in früheren Ratssitzungen als Zuhörerin beklagt. In der Einwohnerfragestunde während der jüngsten Sitzung des Hoyaer Stadtrats äußerte die besorgte Hauseigentümerin die Befürchtung, ein weiteres dreigeschossiges Gebäude werde in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Haus dazukommen. Überdies habe sie immer noch keine Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage erhalten, die sie schon vor geraumer Zeit an die Stadtverwaltung gerichtet habe.

Stadtdirektor Detlef Meyer zerstreute die Bedenken der Einwohnerin und erklärte, dass es in der Nähe ihres Grundstücks keine mehrgeschossigen Neubauten geben werde. Ihre Eingabe werde beantwortet, sobald das derzeit ruhende betreffende Verfahren es ermögliche.

Quelle: kreiszeitung.de

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