Umweltminister Lies: „Wir waren erfolglos“

Jagd auf Rodewalder Wolf eingestellt

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Das Land Niedersachsen hat nach über einem Jahr die Jagd auf den Leitwolf des Rodewalder Rudels eingestellt.

Die seit rund 14 Monaten andauernde Jagd auf den Leitwolf des Rodewalder Rudels ist abgeblasen. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Tieres wurde nicht mehr verlängert

Das teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Hannover mit. „Wir waren erfolglos“, räumte Umweltminister Olaf Lies (SPD) im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen ein.

Seit Juli keine Risse mehr

Das Tier hatte immer wieder Nutztiere und sogar Rinder gerissen. Lies begründete die Entscheidung nun auch damit, dass es in der Region seit Juli vergangenen Jahres keine Risse mehr gegeben habe. Sollte der Wolf jedoch wieder beginnen, ausreichend geschützte Nutztiere anzugreifen, würde unverzüglich eine neue Ausnahmegenehmigung auf den Weg gebracht, betonte Lies. Dann aber im Sinne der Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes.

Untaugliches Bundesnaturschutzgesetz

Es habe sich gezeigt, dass das Bundesnaturschutzgesetz in seiner bisherigen Form untauglich gewesen sei, Problemen mit bestimmten Wölfen zu begegnen. „Es hat uns gezwungen, einen Wolf um jeden Preis zu individualisieren, was vollkommen realitätsfern war“, sagte Lies. Aufgrund der Individualisierungspflicht durfte bislang nur das eindeutig als Problemwolf identifizierte Tier getötet werden.

„Wir waren erfolglos“, räumte Umweltminister Olaf Lies (SPD)  ein.

Gesetzesänderung soll mehr Spielraum geben

Mit einer Änderung des Gesetzes gebe es künftig mehr Spielraum. Die Ausnahmegenehmigung soll sich nicht mehr auf ein einzelnes Tier, sondern auf ein Rudel beziehen. „Wenn ein Wolf geschossen wird, wartet man ab, ob die Nutztierrisse nachlassen. Das Risiko der Strafbarkeit für Jäger, die das Land oder die Landkreise bei dieser Aufgabe unterstützen, fällt damit endlich weg“, betonte Lies.

Jagd auf Rodewalder Wolf kostete 100 000 Euro

Die Wölfe haben Niedersachsen im vergangenen Jahr nach Angaben des Umweltministeriums rund eine Million Euro gekostet. Ein Großteil wurde für Schutzmaßnahmen und DNA-Analysen ausgegeben. Die Kosten für die Jagd auf GW717m gibt das Ministerium mit bislang rund 100 000 Euro an. Es geht von derzeit rund 230 Wölfen in Niedersachsen aus.

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