Bestellte Ware nicht geliefert

22 Jahre alter Nienburger betrügt im Netz

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Vor dem Amtsgericht in Nienburg hat sich jetzt ein sein 22 Jahre alter Mann aus Nienburg verantwortet, weil er über ein Internet-Auktionshaus in insgesamt sieben Fällen betrogen hatte.

In der Zeit von Anfang November bis Mitte Dezember 2017 verkaufte er Spielekonsolen über ein Internet Auktionshaus, kassierte das Geld, aber lieferte nicht. Hierfür wurde er jetzt zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

In der fraglichen Zeit hatte der junge Mann über ein Auktionshaus immer wieder Spielkonsolen und Spiele zum Verkauf angeboten. Nachdem die Käufer gezahlt hatten, verschickte er die Waren jedoch nicht, sodass es zu Anzeigenerstattungen kam. Zwei weitere Fälle des Schwarzfahrens wurden noch während der Verhandlung aufgrund der Geringfügigkeit und der zu erwartenden Strafe in den anderen Fällen eingestellt.

Das Bemerkenswerte in dieser Sache war jedoch, dass der junge Mann im Oktober 2017 vom Jugendgericht zu einer Strafe verurteilt wurde, die einen Tag vor der ersten Tat rechtskräftig geworden war, der junge Mann also aus seinen Vorverurteilungen, derer er drei als Jugendlicher aufzuweisen hatte, nichts gelernt hatte und munter weitermachte.

Auf die Frage des Gerichtes, warum er denn nicht aufgehört habe, gab er an, dass er spielsüchtig sei und erst im Mai seine Sucht in Griff bekommen habe. Seinen Angaben zufolge suche er seit August dieses Jahres eine Selbsthilfegruppe in Nienburg auf.

18 Monate Freiheitsstrafe

Für das Gericht war die schwierige Frage zu beantworten, wie der Mann zu bestrafen war, da er ein sogenannter Bewährungsversager ist und die Bewährung der zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe widerrufen werden soll, weil er Bewährungsauflagen nicht beachtet hatte. Da er allerdings erstmalig als Erwachsener in Erscheinung getreten ist, wurde er jetzt zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 

Die Staatsanwaltschaft hatte für jede einzelne Tat eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten gefordert, die zu einer Gesamtstrafe von 18 Monaten zusammengezogen wurde. Darüber hinaus beantragte die Staatsanwaltschaft die Einziehung des erlangten Geldes in Höhe von 1500 Euro, welches der Angeklagte durch die Taten erlangt hatte.

Der Angeklagte, der durch Pflichtverteidiger Harald Brauer vertreten wurde, bat um eine mildere Strafe. Im Ergebnis verurteilte das Gericht ihn zu 18 Monaten Freiheitsstrafe und zog die 1500 Euro erlangtes Geld ein. Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest. Als Bewährungsauflage wird dem jungen Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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