Kulturspektakel in Bücken

500 Jahre alt und noch immer aktuell

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Mit dem speziell für das Kulturspektakel gebrauten Eselsbräu stießen Pastor Paul-Gerhard Meißner, Künstler Henning Diers und Bückens Ortsbrandmeister Jan Schumacher an. 

Bücken - Von Jana Wohlers. „Ohne Thesen nix gewesen“ lautete am Wochenende das Motto des Kulturspektakels in Bücken. Ob musikalische Einlagen aus der Zeit der Renaissance, ein Bühnen-Besuch von Luthers Ehefrau Katharina von Bora oder eine Gnadenkuchen-Kochshow während des Gottesdienstes – die traditionelle Veranstaltung stand ganz im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums und setzte ihre Schwerpunkte weit über religiöse Aspekte hinaus.

Hunderte Besucher tummelten sich um die historische Stiftskirche und den Marktplatz und genossen das abwechslungsreiche zweitägige Programm. „Ein voller Erfolg“, bilanzierte Pastor Paul-Gerhard Meißner. Trotz angesagter Regenschauer hielt Petrus die Wolkendecke dicht und bedachte Organisatoren und Besucher mit milden Temperaturen.

„Blattgold“ und „Haste Töne“ begeistern 250 Zuhörer

Schon die Eröffnung am Samstagnachmittag lockte Jung und Alt an. Im Ambiente der Stiftskirche begrüßten Meißner sowie Bürgermeister Wilhelm Schröder mehr als 250 Zuhörer. Denn auf die Ohren gab es nicht nur einige Begrüßungsreden, sondern auch eine geballte Ladung stimmungsvolle Chor-Musik: Neben den Sängern von „Blattgold“ unter der Leitung von Frauke Buchroth und „Haste Töne“ unter der Leitung von Renata von Lingen bot auch das Vokal-Ensemble um den Musikstudenten Jonas Buchroth einen mitreißenden Einstieg in zwei Tage Kulturspektakel.

Pastor Meißner und Bürgermeister Schröder betonten in ihren Reden die Bedeutung der Gemeinschaft und der Zusammenarbeit bei der Entstehung und Umsetzung der Veranstaltung: „Es ist und bleibt eine gemeinsame Aktion, bei der Vereine, Institutionen und die Dorfgemeinschaften Hand in Hand zusammenarbeiten.“

Die Dörfer des Bücker Kirchspiels setzten am Wochenende das Puzzle zusammen, an dem sie gemeinsam gearbeitet hatten. Die individuell gestalteten Teile ließen Raum für Interpretation. 

Seit 2005 steht das erste Septemberwochenende in Bücken ganz im Zeichen der kulturellen Ereignisse. „Wir verdanken es Henry Smorra, der die Idee solcher Veranstaltungen hatte und sie mit Leben gefüllt hat“, sagte Pastor Meißner.

Kulturspektakel in Bücken

Dass das Bücker Kulturspektakel den Namen „Spektakel“ nicht zu Unrecht trägt, zeigte sich am Wochenende einmal mehr mit Musik, Kunst, Bühnenshows, Gemeinschaftsaktionen, Jugendarbeit oder mitreißenden schauspielerisch-musikalischen Darstellungen.

Luthers Kopf prangt von buntem Kunstwerk

Eine mit Sinnsprüchen bekannter Charaktere, von Barack Obama über Agatha Christi bis Luther selbst, beklebte Litfaßsäule regte ebenso zum Nachdenken über ganz persönliche Thesen an wie das „Kirchspiel-Puzzle“, das die Dörfer des Bücker Kirchspiels am Samstagabend zusammensetzten. Heraus kam ein buntes Kunstwerk, in dessen Mitte markant Luthers Kopf prangt. Zudem wurde es mit den Thesen und Wünschen der Gegenwart und Zukunft aus den Dörfern beklebt und verziert.

Elisabeth Haug schlüpfte in die Rolle der Katharina Luther.

Mit hochkarätiger Besetzung ging es beim Kulturspektakel auf der Bühne auf dem Marktplatz und in der stimmungsvoll illuminierten Stiftskirche weiter: Die Berliner Schauspielerin Elisabeth Haug schlüpfte in die Rolle der Katharina Luther und durchleuchtete mit den „Tischreden der Katharina Luther“ die Glaubensdebatte um die Ideale ihres Mannes. Mit Herz und Verstand sprach Haug auch die Schattenseiten von Luthers Thesen an und dachte sie auf außenstehende Art und Weise konstant weiter, transportiere Kritik in die Köpfe ihrer Zuhörer und zeigte damit eindrucksvoll, wie aktuell einige Themen auch 500 Jahre später noch sind.

Ob ein von Pastor Paul-Gerhard Meißner und Künstler Henning Diers gestalteter Gottesdienst im Sinne einer Dialog-Predigt mit Kuchen backen inklusive, die gemeinsame Lufballonaktion, bei der von Besuchern verfasste Thesen per Lufpost auf den Weg gebracht wurden, oder die Anregung der ganz eigenen Gedanken über Luther, Thesen und Zukunftswünsche – das Bücker Kulturspektakel wusste von Anfang bis Ende die Besucher in seinen Bann zu ziehen.

Quelle: kreiszeitung.de

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