Kandidat hat Unterstützung fast aller Stadtratsfraktionen

Jan Wendorf kandidiert als Nienburgs Bürgermeister

Jan Wendorf sitzt in der Blickpunkt-Redaktion
+
Der 43 Jahre alte Jan Wndorf möchte im September auf dem Chefsessel in Nienburgs Stadtverwaltung Platz nehmen. Die meisten Stadratsfraktionen hätten nichts dagegen.

Mit Jan Wendorf hat ein zweiter Kandidat seinen Handschuh in das Rennen um das Amt des Nienburger Bürgermeisters geworfen. Wendorf wird dabei von den meisten Stadtratsfraktionen unterstützt. Der amtierende Bürgermeister Henning Onkes kandidiert nicht mehr.

  • Jan Wendorf ist der zweite Kandidat für das Amt des Bürgermeisters.
  • Die meisten Stadtratsfraktionen unterstützen Wendorf - mit einer Ausnahme.
  • Der amtierende Bürgermeister Henning Onkes tritt nicht mehr an.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Das Rennen um den Chefsessel im Nienburger Rathaus nimmt Fahrt auf. Nach Dr. Bernd Rudolph kandidiert jetzt auch Jan Wendorf, der derzeitige allgemeine Vertreter des amtierenden Bürgermeisters Hennig Onkes für dessen Amt. Ein Kandidat der Grünen könnte noch folgen. Eines steht allerdings schon jetzt, gut acht Monate vor der Kommunalwahl in Nienburg fest. Die Kreisstadt wird einen neuen Verwaltungschef bekommen. Henning Onkes tritt nicht mehr zur Wahl im September an.

Wendorf geht als Favorit in den Wahlkampf

Jan Wendorf geht als großer Favorit in den Wahlkampf. Der allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters hat die Unterstützung der Stadtratsfraktionen von SPD, CDU, FDP-ULN und WG, die auf eigene Kandidaten verzichten. Auch der amtierende Verwaltungschef unterstützt die Kandidatur seines Stellvertreters. Nur die Grünen denken über einen eigenen Bewerber nach. Dr. Bernd Rudolph ist CDU-Mitglied, tritt aber als Einzelkandidat ohne Unterstützung seiner Partei an.

Der Vorstand des CDU-Stadtverbands steht geschlossen hinter der Kandidatur von Jan Wendorf. „Die Zusammenarbeit mit ihm war in den vergangene Jahren sehr positiv. Jan Wendorf wird über Parteigrenzen hinweg geschätzt“, erklärt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Viktor Jahn. Zudem gebe es viele inhaltliche Überschneidungen mit Wendorf.

„Jan Wendorf ist eine richtig gute Lösung“, erklärt SPD-Fraktionschefin Anja Altmann. „Er hat als Jurist die entsprechenden Fachkenntnisse und ist sehr kommunikativ.“ Auf eine eigene Kandidatur habe sie verzichtet, weil in diesem Fall auch Henning Onkes erneut zur Wahl angetreten wäre. „Das Risiko, keinen Wechsel an der Verwaltungsspitze zu bekommen, war mir zu groß“, begründet Altmann diese Entscheidung.

Jan Wendorf ist eine richtig gute Lösung.

Anja Altmann

Bei beiden Parteien müssen diese Unterstützung allerdings noch durch ihre Mitglieder bestätigen lassen. Die Termine für die entsprechenden Mitgliederversammlungen stehen aufgrund der derzeitigen Infektionslage noch nicht fest.

„Ein Gewinn für die Stadt“ wäre Jan Wendorf als Bürgermeister für den stellvertretenden Sprecher der FDP-ULN-Gruppe Heiner Werner. „Er ist vertrauenswürdig, fachlich kompetent und ein Mann, der Brücken bauen kann.“ Es sei menschlich wichtig, dass Politik und Verwaltung wieder zusammenrücken.

Ein Gewinn für die Stadt.

Heiner Werner

Als „Ideallösung“ bezeichnet der WG-Fraktionsvorsitzende Frank Podehl den Bürgermeisterkandidaten. „Wir setzen große Hoffnung in Jan Wendorf. Er ist ein Fachmann, der die komplette Verwaltung kennt und er kann Konsens erzeugen“, schwärmt Podehl.

Die Grünen haben sich noch nicht entschieden

Ob die Grünen die Kandidatur von Jan Wendorf unterstützen, ist dagegen noch offen. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir einen eigenen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl aufstellen“, berichtet der Grünen-Fraktionsvorsitzende Peter Schmithüsen. „Wir denken, dass Nienburg reif für einen grünen Bürgermeister ist.“ Ob in diesem Fall Schmithüsen erneut kandidiert, ist ebenfalls noch nicht entschieden. Der Fraktionschef der Grünen hofft, dass seine Partei auf der Mitgliederversammlung im Februar oder März darüber entscheidet.

Jan Wendorf ist verheiratet und hat einen Sohn

Jan Wendorf lebt mit seiner Frau und seinem sechsjährigen Sohn erst seit sechs Jahren in Nienburg. Trotzdem bezeichnet er die Kreisstadt bereits als seine Heimat. Geboren und aufgewachsen ist der 43-Jährige in Rinteln. Er studierte in Göttingen und Edinburgh Rechtsgeschichte. Anschließend arbeitete Wendorf noch in Köln in der Wissenschaft, bevor es ihn zurück an die Weser in seine Geburtsstadt zog. In der Rintelner Stadtverwaltung absolvierte er ein Referendariat, bevor er nach Nienburg wechselte.

Wendorf will zahlreiche Probleme angehen - gemeinsam mit den Nienburgern

Die Aufgabe der Verwaltung ist es Wendorfs Ansicht nach, die Menschen und den Stadtrat in die Lage zu versetzen, ihre Ideen umzusetzen. Er wünscht sich zudem eine aktivere Rolle der Wirtschaftsförderung. Bereits vor der Pandemie habe es in der Stadt einen verstärkten Leerstand gegeben. „Wir müssen schauen, wo die Probleme liegen und auf den Einzelhandel zugehen“, verdeutlicht Wendorf. Es reiche nicht aus, viele Hilfsprogramme zu haben. Man müsse den Geschäftsinhabern auch zeigen, wie sie diese nutzen können. Darüber hinaus möchte der Bürgermeisterkandidat die Probleme auf Nienburgs Wohnungsmarkt angehen und ehrenamtliche Strukturen stärken. Er ist überzeugt, dass er gemeinsam mit den Nienburgern viel gestalten kann. Auch mit jenen, die sich von der Gemeinschaft abgewendet haben. „Die anzusprechen und zu erreichen, ist sehr wichtig“, betont Wendorf. „Die Menschen möchten respektiert und gehört werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Wohnen

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet
Fußball

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Nienburg: Hochinzidenzkommune seit heute

Corona im Landkreis Nienburg: Hochinzidenzkommune seit heute

„Bin ich auch solch ein Monster?“: Hilde Winkelmann redet über Medikamentenversuche an Kindern

„Bin ich auch solch ein Monster?“: Hilde Winkelmann redet über Medikamentenversuche an Kindern

Feuer auf B6: Fahrer von Gefahrgut-Lkw verhindert Vollbrand

Feuer auf B6: Fahrer von Gefahrgut-Lkw verhindert Vollbrand

Schreibt Dr. Hotz etwa an neuer Slapstick-Komödie?

Schreibt Dr. Hotz etwa an neuer Slapstick-Komödie?

Kommentare