Generalprobe einer neuen Gästeführung

Entführung und Krimi-Dinner: Jerry Cotton ermittelt jetzt auch in Hoya

Schäfer Heinrich (links) präsentiert gemeinsam mit Jerry Cotton (Mitte) seinen Gästeführerkollegen die neue Krimi-Route durch die Stadt Hoya. Foto: Regine Suling
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Schäfer Heinrich (links) präsentiert gemeinsam mit Jerry Cotton (Mitte) seinen Gästeführerkollegen die neue Krimi-Route durch die Stadt Hoya.

Hoya - Von Regine Suling. „Was war denn das?“, fragt Schäfer Heinrich und blickt seine Gruppe erstaunt an. Wenige Augenblicke zuvor schrie eine Frau, ein Motor röhrte und ein Auto fuhr davon. „Meine Tochter ist entführt worden“, ruft die Bürgermeisterin panisch, die im nächsten Moment um die Ecke biegt.

„Beruhigen Sie sich, Frau Bürgermeisterin“, erklärt Jerry Cotton, die Sonnenbrille lässig auf der Nase sitzend. Der Mann kennt sich schließlich aus mit Kriminalfällen und ist eigentlich eigens aus New York City nach Hoya gekommen, um die Stadt des Autoren zu besuchen, in dessen Geschichten er lebendig wird: Auch Schriftsteller Horst Friedrichs ist bei dieser besonderen Stadtführung „Jerry Cotton ermittelt in Hoya“ dabei, die Schäfer Heinrich alias Heinrich Hambrock ausgeheckt hat und am Freitag zahlreichen Gästeführer-Kollegen aus dem ganzen Landkreis präsentierte. Die hatten sichtlich Spaß an der aufwendig gemachten Führung.

Nach dem Start am Rathaus begibt sich die Gruppe in den Bürgerpark. „Come on, let’s go“, fordert Jerry Cotton alle auf, Schäfer Heinrich und ihm zu folgen, um nach Hinweisen auf den Verbleib der verschwundenen Bürgermeister-Tochter zu suchen. Denn die Entführer wollen auf keinen Fall, dass die Polizei eingeschaltet wird. Vergeblich sehen sie sich im Bürgerpark um, hören aber ganz nebenbei Wissenswertes über die Grafenstadt. Sie schauen sich das Grab des Deichgrafen an und erfahren, dass der Park einst ein Friedhof war. „Na, wen gruselt es jetzt?“, will Schäfer Heinrich wissen. „Und das hier ist kein Grabstein“, sagt er und deutet auf etwas, das wie eine Bank anmutet. „Das war einmal eine Brücke, die hier über den Weserarm ging.“ Derweil entdeckt Jerry Cotton Bäume aus seiner Heimat im Bürgerpark, die amerikanische Roteiche zum Beispiel. „Hoya is like America“, stellt Cotton, überzeugend von Jürgen Ohlmeyer in Szene gesetzt, fest.

Dann ertönen Stimmen aus der Ferne: „Bleib‘ stehen, oder ich schieße!“. Ein Schuss knallt, wenige Augenblicke später erscheint eine Passantin atemlos auf der Bildfläche: „Der Mann hat der Frau einen Finger abgeschnitten.“ Auch Schäfer Heinrich gerät immer mehr in Aufruhr, er will die Polizei rufen. „Die Entführer werden sich melden“, sieht Jerry Cotton die Situation lässig – und erfährt aus einem Telefonat mit der Frau Bürgermeisterin, dass sich im Kulturzentrum Martinskirche ein Hinweis der Entführer befinden soll. So sieht es auch aus: Eine der Gästeführerinnen entdeckt auf einer Bank eine Plastiktüte, darin besagter Finger. Und eine Nachricht: Die Entführer fordern 100.000 Euro. „Dort im Kulturzentrum Martinskirche hat die Stadt eine Million Euro investiert, da sind die 100.000 Euro doch ein Klacks“, findet Schäfer Heinrich.

„Guck‘ mal, die sind alle schon ganz kaputt“, sagt er und blickt in die Gesichter seiner Gruppe. Die ist aber nach wie vor motiviert, bei der Lösung des Entführungsfalls mitzuhelfen: „Wir müssen uns ranhalten, dass wir das Lösegeld bekommen“, erklärt eine der Teilnehmerinnen. Und zurück geht’s zum Rathaus. Auf dem Weg dorthin trifft die Gruppe auf eine Polizistin, die von Schüssen gehört hat. „Ein Schuss“, sagt einer der Teilnehmer. „Drei Schüsse“, erklärt ein anderer. Und Schäfer Heinrich hält sich an die Vorgabe von Jerry Cotton, auch wenn es ihm sichtlich schwerfällt. „Ich habe nichts gehört.“ Dann geht es zurück zum Rathaus, die Gruppe sucht weiter nach der Tochter und findet sich zum Abschluss zu einem Krimi-Dinner im Gewölbekeller des Schlosses ein.

Ob Jerry Cotton den Fall lösen kann? Wer es erfahren will, sollte die besondere Führung mitmachen. Denn die glänzt mit vielen Akteuren, mit Schäfer Heinrich und Jerry Cotton als kongenialem Duo – und vermittelt neben Nervenkitzel auch einige Informationen über Hoya.

Weitere Informationen zu den Führungen gibt es online.

Quelle: kreiszeitung.de

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