Nienburger Clausewitz-Kaserne ist Gastgeber 

Ausnahmezustand in Framland: "Joint Cooperation" startet morgen im Landkreis

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Im Rahmen der „Joint Cooperation“ wurde im vergangenen Jahr ein Zugunglück in Hoya simuliert.

Landkreis - Die nächsten acht Tage herrscht in Framland Ausnahmezustand. Aufstände, Naturkatastrophen und Terroranschläge bedrohen den fiktiven Staat. Die Nato-weit einzigartige CIMIC-Übung „Joint Cooperation" findet von Mittwoch, 30. Oktober,  bis Freitag, 8. November, in und um Nienburg statt – bereits zum neunten Mal. Rund 500 Soldaten und Zivilisten aus 24 Ländern Europas und Nordamerikas sind dabei.

Für die Gastgeber in der Nienburger Clausewitz-Kaserne ist dies die erste Veranstaltung unter ihrem neuen Namen „Multinational CIMIC Command“. „Mit der Umbenennung vor einem Monat unterstreicht das vormalige Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr seine führende Rolle für CIMIC in der NATO und der EU“, erklärt der Kommandeur, Oberst Andreas Timm.

CIMIC (Civil Military Cooperation, englisch für Zivil-Militärische Zusammenarbeit) sei die besondere Fähigkeit speziell ausgebildeter Soldaten, die Belange der Zivilbevölkerung in einem Einsatzland zu ermitteln und bei der militärischen Planung zu berücksichtigen, erläutert der Kommandeur weiter. Diese Fähigkeit werde bei „Joint Cooperation“ eine Woche lang geübt.

Szenarien bleiben erstmal geheim

Was sie erwartet, wissen die Teilnehmner nicht. „Die eingespielten Szenarien sollen möglichst geheim bleiben“, erklärt Oberst Timm: „Wenn die Übungsteilnehmer vorher in der Zeitung lesen, welche Aufgaben auf sie zukommen, ist der Überraschungseffekt weg. Im echten Einsatz müssen sie unvorbereitet die richtigen Entscheidungen treffen, und wir wollen hier unter möglichst realistischen Bedingungen üben.“

Im ganzen Landkreis Nienburg sowie in angrenzenden Teilen des Landkreises Verden und der Region Hannover werden CIMIC-Teams unterwegs sein und Gespräche führen. Sie begegnen dabei rund 140 zivilen Darstellern aus der Region, die ihnen nach vorgegebenen Drehbüchern ihre Situation schildern. 

Dabei sind 15 amtierende Bürgermeister und Gemeindevorsteher sowie Vertreter von Rettungsorganisationen, Behörden und zahlreichen Unternehmen, darunter auch Flughäfen, Radiosender und Krankenhäuser. Die einzelnen Berichte der CIMIC-Teams fügen sich zum Schluss wie ein Puzzlespiel zu einem zivilen Lagebild zusammen.

Landkreis Nienburg wird zu Framland 

Die Darsteller nehmen größtenteils die Rollen ein, die sie auch im wirklichen Leben haben. Einer von ihnen ist Polizeioberkommissar Gabor Balint von der Polizeiinspektion Nienburg, der schon zum siebten Mal einen Polizeichef im fiktiven Einsatzland „Framland“ spielt.

Er macht aus Überzeugung mit: „Ich war als Polizeibeamter selbst dreimal im Auslandseinsatz, in Bosnien und im Kosovo. Von daher weiß ich, dass es sehr wichtig ist, praxisnah zu üben, wie man die Situation von Menschen in Krisenregionen verbessern kann. Dazu leiste ich gerne meinen Beitrag.“

Bei der diesjährigen Übung wird auch scharf geschossen – allerdings nur auf der Standortschießanlage in Langendamm. Der Schießlehrer, Hauptfeldwebel Benjamin Kindling, erklärt: „CIMIC-Soldaten haben keinen Kampfauftrag, müssen aber notfalls in der Lage sein, sich selbst verteidigen zu können. Dazu müssen sie mit Gewehr und Pistole umgehen können.“

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