Erlebniswochenende für Jugendliche

„Schulbetrieb“ bei der Feuerwehr Nienburg

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Mitglieder der Jugendfeuerwehr übernehmen einen Verletzten von der Drehleiter.

Nienburg - Von Marc Henkel. Das Jahr der Jugendfeuerwehr Nienburg hat immer zwei besondere Highlights: das Kreiszeltlager und das Erlebniswochenende. Letzteres fand am ersten Wochenende der Herbstferien statt.

Die Planung des Wochenendes hatte das Organisationsteam um Jugendfeuerwehrwart Lukas Müller so ausgelegt, dass die 19 Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Nienburg das Gefühl vermittelt bekommen sollten, wie es an einer Feuerwehrschule vonstatten geht.

Der Startschuss für das Wochenende wurde am Freitag um 15 Uhr gegeben. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bauten ihre Schlafmöglichkeiten in den Unterrichtsräumen des Feuerwehrhauses am Berlin Ring auf. Anschließend fand die Einteilung der Funktionen und Fahrzeugbesatzungen statt. Jeder sollte ja wissen, was seine Aufgaben in den kommenden Tagen sein sollte. Gegen 16 Uhr stand die erste Ausbildungseinheit auf dem Plan. Geplantes Szenario war ein überfluteter Keller nach einem Unwetterereignis. 

Jugendfeuerwehrmitglieder beim Abpumpen des Wassers.

Hierzu hatten die Organisatoren in einem leerstehenden Gebäude einen Wasserbehälter aufgebaut, der durch die Jugendlichen leergepumpt werden sollte. Die Mitglieder der Einsatzabteilung erläuterten hierzu anfangs das vorgehen und unterstützten die Jugendlichen bei der Umsetzung der Maßnahmen.

Jugendfeuerwehr Nienburg in Aktion

Was passiert, wenn die Feuerwehr zu einem piependen Rauchmelder fährt, wurde am Nachmittag auch den Teilnehmenden gezeigt. Nach einer Lageerkundung außerhalb des Gebäudes, wurde der Rauchmelder im Inneren gesucht. Von der Lageerkundung über das Befragen von Bewohnern bis zur Ursachenforschung zeigte man den Jugendfeuerwehrmitgliedern Schritt für Schritt.

Am Abend des Freitages bereiteten sich die Jugendfeuerwehrmitglieder für den Nachtmarsch in Dolldorf vor. Hier zeigte sich, wie gut die Kameradschaft unter den Jugendlichen funktionierte. Von den vier gestarteten Gruppen der Jugendlichen, konnten sich drei Gruppen unter den ersten zehn Platzierungen wiederfinden. Die Betreuer schafften sogar Platz eins.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstag startete der zweite Ausbildungstag. „Umgang mit Leitern und Anbauten der Drehleiter“ lautete das Thema. Den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr zeigte man, welche Gerätschaften an den Korb der Drehleiter montiert werden können. Vom Wasserwerfer bis hin zur Halterung für eine Krankentrage durften angebracht werden. Wie man eine Person aus dem ersten Obergeschoss eines Wohnhauses rettet, wenn man keine Drehleiter hat, wurde anhand eines Leiterhebels demonstriert, wo die Wochenendteilnehmer die Betreuer der Verletzten Person und deren Rettung vorbereiteten.

Am Nachmittag folgte der nächste Ausbildungsabschnitt auf dem Gelände der Firma „Feralco“. Diese hatte sich der Jugendfeuerwehr Nienburg angeboten, bei der Ausbildung mitzuwirken. Als Aufgabe hatten sich die Organisatoren zwei Personenrettungen ausgedacht. Hierbei sollten die Jugendfeuerwehrmitglieder ihr Einfallsreichtum und Improvisationsvermögen unter Beweis stellen. Eine Person hatte sich in etwa 20 Meter Höhe den Fuß verletzt und konnte aus eigener Kraft nicht mehr den Weg über die Treppe nach unten bewältigen. Da sich die Treppe im Außenbereich eines Turmes befand, wurde die Drehleiter als Rettungsweg eingesetzt. Während das Fahrzeug sich aufstellte, betreuten die Jugendfeuerwehrmitglieder die verletzte Person und halfen ihr sich auf eine spezielle Trage, der Schleifkorbtrage zu legen. Diese wurde anschließend auf der Halterung oberhalb des Drehleiterkorbes gesetzt und die Person hinabgefahren. Unten angekommen übernahmen wieder die Jugendlichen und versorgten die Person.

Die zweite Person war unter einem Wasserbehälter eingeklemmt und musste aus seiner misslichen Lage befreit werden. Hierzu nahmen die Jugendlichen Rüsthölzer und einfache technische Mittel, um den Behälter anzuheben und die Person zu befreien.

Am frühen Abend erfolgte dann der letzte Ausbildungsabschnitt für den Tag. Hier sollten die Jugendlichen das erlernte vom Tag anwenden. Hierzu hatte das Organisationsteam zwei verletzte Personen im ersten Obergeschoss platziert, die nun gerettet werden sollten. Diesmal gaben die Jugendlichen den Erwachsenen vor, was zu tun ist. Jeder Handgriff wurde vorgegeben und von den Mitgliedern der Einsatzabteilung umgesetzt. Die Betreuung und Versorgung der Verletzten übernahm die Jugendfeuerwehr.

Mitglieder der Einsatzabteilung haben eine Person gerettet und wird durch ein Mitglied der Jugendfeuerwehr betreut.

Nach einem gemütlichen Abend startete der letzte Ausbildungstag um 9.30 Uhr auf dem Truppenübungsplatz in Langendamm. Hier hatten Mitglieder der Einsatzabteilung ein Gebäude komplett vernebelt und zeigten den Jugendlichen, wie eine Personenrettung unter einer „Nullsicht“ abläuft. Zeitgleich wurde außerhalb des Gebäudes schrittweise eine Wasserversorgung aufgebaut und die Betreuung der geretteten Personen vorbereitet.

Nachdem alle Gerätschaften wieder gereinigt und auf ihrem Platz waren, wurden die Schlafstätten wieder abgebaut und „klar Schiff“ gemacht.

Bei einer kurzen Abschlussrunde im Feuerwehrhaus konnte man nur glückliche Gesichter sehen. Jugendliche, die viel gelernt und Spaß hatten und Erwachsene, die es wieder geschafft hatten, den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr was Besonderes zu bieten.

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