Katzenhilfe rettet verletztes Tier

Kater Silver fast zu Tode geprügelt

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Kater Silver erholt sich nach seinen Martyrium. Wenn er zu Kräften gekommen ist, soll er operiert werden.

Hesterberg - Blankes Entsetzen, Trauer und völliges Unverständnis, wie Menschen zu derartiger Gewalt gegenüber Katzen in der Lage sind, herrscht derzeit bei Kater Silvers Pflegestelle in Hesterberg und der Katzenhilfe Nienburg, nachdem sich der zwischenzeitlich totgeglaubte Kater im Mai nach sechs Wochen mit vier zerschmetterten Pfoten wieder nach Hause geschleppt hatte.

„Wie kann man so viel Hass, Gleichgültigkeit, Gewalt, Ignoranz, Selbstjustiz und dergleichen in einer sich selbst als zivilisiert und kultiviert bezeichnenden Gesellschaft noch verstehen?“, fragt die Katzenhilfe.

Autounfall vermutet - menschliche Gewalt festgestellt

Laut Mitteilung des Vereins war Silver seit Anfang April nach einem zunächst vermuteten Autounfall heimgekehrt, beim Versuch, ihn einzufangen, verschwand er vor Schreck wieder im Dickicht. Nach sechs Wochen sei er auf nur noch 2,5 Kilogramm abgemagert und schwer verletzt zu den Tierfreunden in Hesterberg zurückgekehrt, berichtet der Verein. Beide Vorderpfoten seien mehrfach gebrochen, der linke Ellenbogen ein offener Trümmerbruch, an der rechten Pfote Elle und Speiche mehrfach gebrochen. Außerdem habe er Rippenprellungen und beide Kreuzbänder an den Hinterläufen seien gerissen. Er habe fünf Tage in einer Tierklinik verbracht und sei dort mit Infusionen auf eine Operation vorbereitet worden, aber sein schlechter Allgemeinzustand lasse derzeit keinen Eingriff zu.

Erst unter ärztlicher Betreuung habe sich herausgestellt, dass nicht ein Autounfall, sondern offenbar schwerste menschliche Gewalt Ursache der Verletzungen sei, berichtet der Verein. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die linke Pfote nicht erhalten werden könne. Silver erhole er sich derzeit in liebevoller Obhut im Hause seiner „Finder“.

Nicht der erste Fall menschlicher Gewalt an Katzen

Die Katzenhilfe unterstützt seit 2015 die Tierfreunde in Hesterberg, weil ihnen seit 2014 wiederholt streunende Katzenmütter zugelaufen sind, die ihren Nachwuchs dort geboren und aufgezogen haben, da die Katzenmütter sich bis Frühjahr 2017 jeglichen Einfangaktionen erfolgreich entzogen hätten. Mehrere noch nicht vermittelte Tiere hätten auf dem Grundstück eine vorübergehende Pflegestelle gefunden.

Laut Mitteilung der Katzenhilfe wurden in dem Bereich mehrfach Katzen überfahren und innerhalb von zwei Jahren mindestens fünf Tiere schwerst misshandelt. Bereits im Mai 2016 seien zwei Katzen mit eindeutig von Menschenhand verursachten Verletzungen heimgekehrt. Ein Kater habe ein von Tritten geschwollenes Gesicht gehabt, die Schulter einer Katze sei mit Löchern von einer Latte mit Nägeln durchsiebt gewesen. Eine Anzeige gegen Unbekannt ist laut Mitteilung bereits erfolgt.

Für Silver sucht der Verein nun dringend ein neues Zuhause, in das er nach seinen Operationen ziehen kann. Er mache große Fortschritte und gebe viel Anlass zu Optimismus, heißt es in der Mitteilung. Silver braucht demnach unter anderem einen speziellen Kratzbaum, besonders nahrhaftes Futter, Medikamente, Aufbaumittel, damit er zu Kräften kommt und ähnliches. Der Verein „Amigo – Katzenhilfe Nienburg“ stellt alle verfügbaren Ausstattungen oder schafft fehlendes Inventar an, falls nötig, da Silver nicht hochspringen und frei herumlaufen darf.

Wer für Silvers vier Operationen – Gesamtkosten circa 2000 Euro – oder seine Verpflegung spenden möchte, kann dies unter dem Stichwort „Silver“ und folgendem Konto gerne tun: IBAN: DE23 2569 0009 0001 4168 00, BIC: GENODEF1NIN. Ist eine Spendenbescheinigung gewünscht, muss die Adresse angegeben werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet oder unter Telefon 05021/3966 oder 0175/4 44 08 75.

Quelle: kreiszeitung.de

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