Statt Kreisverkehr am E-Center soll die Celler Straße abgeschnitten werden

Grüne und SPD wollen dicht machen

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So sieht die Skizze aus: Die Zufahrt zur Celler Straße soll für Autos komplett geschlossen werden.  

Nienburg - von Kristina Stecklein. Eigentlich war er geplant, nun wollen ihn die Grünen und die SPD doch nicht mehr: Den Kreisel an der Verdener Landstraße, Ecke Celler Straße. Stattdessen soll die Zufahrt zur Celler Straße für Autos ganz geschlossen werden.

Es gab sie in allen Formen und Farben: Aus Holz, Plastik, klein, groß, bunt und einfarbig. Die beliebten Kreisel aus der Kindheit, die sich so lang drehten, bis die Kraft sie verließ und sie schließlich drohten umzukippen.

So scheint es auch beim zukünftigen Kreisel an der Ecke Verdener Landstraße/ Celler Straße in Nienburg zu sein. Denn mit großem Schwung, in Form eines Antrages, wollen sowohl die Grünen als auch die SPD den Kreiselbau nicht nur umkippen – sondern komplett verwerfen. Statt des Kreisels soll die Durchfahrt zur Celler Straße bis zur Ampelkreuzung unterhalb der B6 für den normalen Autoverkehr gänzlich gesperrt werden.

Eigentlich schien alles geklärt. 2018 sollte der Bau des neuen Kreisels beginnen, schon im November 2015 hatte der Stadtrat dies beschlossen. „Die augenblickliche Lösung ist erträglich, aber nicht die Beste“, verdeutlicht Peter Schmithüsen, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Nienburg/Weser, Bündnis 90/Die Grünen. Nicht sonderlich begeistert zeigt sich auch die SPD. „Wir sind mehr als unzufrieden, einmal finanziell, besonders aber menschlich“, hebt Anja Altmann hervor.

„Im Grunde machen wir hier dicht. Eigentlich ist die Straße eh nur für Anlieger, es schert sich nur keiner darum. “ - Anja Altmann, SPD

Die Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Nienburg/Weser sieht die neue Lösung als Steigerung des Wohlbefindens. Möglich wäre ein Spielplatz, vielleicht auch ein Gastro-Bereich. Warum das Ganze nicht schon von Beginn an im Rat besprochen worden sei, erklärt Schmithüsen im Pressegespräch: „Wir hatten im Prinzip nur zugestimmt, weil wir gedacht haben, dass es keine bessere Alternative gebe.“ Nun soll die Celler Straße seitens der Verdener Landstraße nicht mehr befahrbar sein – zumindest für den Autoverkehr. Aus ihr soll nämlich eine Fahrradstraße werden.

Im Prinzip heißt das: Anlieger können nach wie vor über den Kreisel an der B 214 unter der B6 in die Celler Straße einbiegen, aber eben nur noch unter diesen Umständen und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. „Im Grunde machen wir hier dicht. Eigentlich ist die Straße eh nur für Anlieger, es schert sich nur keiner darum“, betont Altmann. Auch für LKWs sei das Befahren des Straßenabschnitts ohnehin nicht erlaubt. Über die Ernstingsstraße, den Anhornbusch sowie den Nordertorstriftweg sollen die Radfahrer dann in die Innenstadt gelangen. Für diesen Zweck müsse die Strecke allerdings für die Zweiräder ausgebaut werden.

„Wir hatten im Prinzip nur zugestimmt, weil wir gedacht haben, dass es keine bessere Alternative gebe.“ - Peter Schmithüsen, Grüne

Bereits vor gut fünf Jahren habe es den Vorschlag im Rat schon mal gegeben. „Da hieß es aber ‘Wir können Erichshagen ja nicht abschneiden’“, erinnert sich der Fraktionsvorsitzende von den Grünen. Die Celler Straße sei laut Schmithüsen für das Verkehrsaufkommen eines Kreisverkehrs an dieser Stelle gar nicht ausgelegt – die Verdener Landstraße mit dem bestehenden Kreisel unter der B6 allerdings schon. Generell sei seit Bau dieses Kreisels, entgegen aller Erwartungen, die verkehrliche Situation nicht schlimmer geworden.

Nun soll das Nordertor an Platz gewinnen und eine Bereicherung für Anwohner sein. „Ein öffentlicher Bereich, wo man verweilen kann“, sind sich die Fraktionen einig. Mit Anliegern habe man allerdings noch nicht gesprochen, auch andere Fraktionen wüssten nicht Bescheid. Im Juni soll der Antrag der SPD und Grünen im Stadtrat diskutiert werden.

Natürlich geht es, so wie bei allen Planungen, auch um Geld. „Es wird gar nicht viel billiger, dafür sinnstiftender“, schätzt die SPD-Vorsitzende ein. Für den Bau des E-Center Kreisels gibt es Fördermittel in Höhe von gut einer Million Euro, die beim Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr beantragt worden sind. „Nur weil es Fördermittel gibt, muss man keinen Kreisel bauen“, gibt Altmann zu verstehen. „Wir haben noch nicht angefangen, noch ist nichts verloren.“ Auch Schmithüsen betont, dass es sich lohne, die Idee zu überdenken. Die Mittel, die das E-Center zur Verfügung stellt, seien zudem nicht an einen Kreisel gebunden. „Sie gehen nicht verloren“, sind sich beide Fraktionsvorsitzende einig. Außerdem gebe es viele spezielle Programme und unterschiedlichste Formen der Förderungen. Vielleicht hat es sich mit der neuen Idee also endgültig „ausgekreiselt.“

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