AUS DEM LANDGERICHT Familie des Beschuldigten und Angeklagte verweigern Aussagen

Keiner sagt ein Wort

Das Verfahren um den 23-jährigen Beschuldigten wird morgen im Landgericht Verden fortgesetzt. Foto: WIEBKE BRUNS

Hoya/Verden - Von Wiebke Bruns. Nachdem das Urteil im Verdener Landgerichtsprozess gegen vier Angeklagte aus Eystrup, Hassel und Duddenhausen nicht rechtskräftig geworden ist, haben sie in dem Sicherungsverfahren gegen einen 23-Jährigen aus Hoya die Aussage verweigert. Das Recht stand auch den Angehörigen des Beschuldigten zu.

In ihrem Prozess hatten die vier Angeklagten nicht nur eigene Tathandlungen gestanden, sondern auch den 23-Jährigen als denjenigen benannt, der am 9. Mai 2019 in Hoya auf einen 35-Jährigen eingestochen habe. Die vier Angeklagten wurden, wie berichtet, wegen versuchten Totschlags verurteilt. Das wird auch dem 23-Jährigen vorgeworfen, jedoch soll er im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben. Ihm droht eine unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Vor Gericht schweigt er.

Vater, Mutter und zwei Geschwister des Beschuldigten aus Hoya waren am Dienstagnachmittag als Zeugen geladen. Alle machten von dem ihnen zustehenden Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Eine Begründung brauchten sie dafür nicht abzugeben. Bei der Polizei hatte die Schwester noch ausgesagt. Ebenso ein Bruder. Dieser sogar „sehr umfangreich“, wie es der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk formulierte.

„Diese Aussagen haben damit bei Ihrer Beurteilung außer Betracht zu bleiben“, betonte Volker Stronczyk gegenüber dem psychiatrischen Sachverständigen Dr. Christian Riedemann. Dessen Einschätzung ist dennoch eindeutig. „Ich habe keine Zweifel, dass der Beschuldigte Stimmen hört“, hatte Riedemann schon beim Prozessauftakt erklärt. Sein Gutachten hat er noch nicht erstattet, aber auf Wunsch der Kammer gab er eine vorläufige Einschätzung ab. Eine erheblich verminderte Einsichtsfähigkeit sieht er sicher als gegeben.

Morgen wird das Verfahren fortgesetzt:

Dann geht es unter anderem um die Vorstrafen des 23-Jährigen. Vier Urteile wegen Körperverletzung fanden bereits Erwähnung ebenso ein Verfahren wegen einer Körperverletzung im November 2018 in Verden. Dies wurde später mit Blick auf dieses Verfahren eingestellt, weil das versuchte Tötungsdelikt die schwerwiegendere Tat ist. Sofern die Zeit ausreicht, soll Riedemann auch sein Gutachten erstatten.

Quelle: kreiszeitung.de

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