Erste Aktion des Vereins „Naturtalent“ auf dem Geißblatthof in Warpe

Kinder erleben wollige Schnuppernasen

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Mit ein wenig Futter in der Hand verlieren die Schafe ihre Scheu und lassen sich sogar von den Kindern anfassen. 

Warpe - „Ich bin ein Lamm und suche meine Mutter“, ruft die achtjährige Paula ausgelassen und schnuppert eifrig am Arm ihrer Spielkameradin. Soeben hat sie gelernt, dass Lämmer ihre Mutter am Geruch erkennen. Das Schnupperspiel, das sie dazu mit neun weiteren Mädchen spielt, haben sich für diesen Nachmittag die Betreuerinnen vom Verein „Naturtalent“ ausgedacht. Es dient dazu, den Kindern die Lebensweise und vor allem die besonderen Talente von Schafen nahe zu bringen.

„Schafe sind für viele Kinder in erster Linie Nutztiere und haben gemeinhin den Ruf, von schlichtem Gemüt zu sein“, sagt Julia Wältring, Diplom Sozialpädagogin und Fachkraft für tiergestützte Therapie. Auf die Frage, was die Kinder von Schafen denn schon wüssten, folgen dennoch so viele kreative Antworten, dass auch die Betreuerinnen Christina Alonso und Julia Grimpe-Nagel ins Staunen geraten. „Sie geben Milch, aus denen man Käse mach kann, und Wolle. Daraus kann man Pullover stricken und tolle Sachen filzen“, ist eine davon.

Auch dass die Schafe sich in der Gruppe – also in ihrer Herde – besonders wohl und sicher fühlen, ist vielen der Mädchen bereits bekannt. Deshalb warten sie beim Treffen mit den scheuen Tieren zunächst ab, bis diese sich von alleine nähern sollen. Linda Christof, auf deren Geißblatthof die Aktion läuft, weiß genau um die Geduldsprobe, auf welche die Mädchen gestellt sind und sorgt mit einer Schale voller Trockenfutter für Abhilfe. Oder besser gesagt – für prompte Kontaktaufnahme. Denn kaum hören die eben noch so zaghaft wartenden Schafe das Klappern vom Pressfutter in der metallenen Schale, vergessen sie alle Vorsicht und traben entschlossen auf die Gruppe Kinder zu.

„Nein, ich hatte keine Angst, als die Schafe gelaufen kamen“, versichert Paula später mit fester Stimme. Und tatsächlich ist keins der Kinder zurückgewichen, als die wollige Schar zur Futterschale stürmte. Aus tapfer ausgestreckten Kinderhänden fressen die Schafe das ersehnte Futter. „Die Milchschafe haben am meisten Zutrauen zu den Menschen. Das ist ihnen durch Selektion angezüchtet worden, damit man sie problemlos melken kann“, erklärt Linda Christof. Die Tierschützerin kennt ihre Schafe ebenso gut wie die zahlreichen anderen Tiere, die aus den verschiedensten Gründen vorübergehend auf dem Geißblatthof untergekommen sind.

„Viele unserer Tiere sind aus problematischer Haltung oder aus anderen Gründen auf unsere Hilfe angewiesen“, erklärt Linda Christof. „Es erfüllt mich mit Freude zu sehen, wie sie sich bei uns auf dem Hof erholen und im besten Fall wieder in ein neues Zuhause ziehen.“ Neben rund 20 Schafen leben auf dem Hof im Warper Ortsteil Burdorf auch Ziegen, Esel, Minischweine, Alpakas sowie natürlich Hunde und Katzen und immer mal wieder Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und sogar Ziervögel.

Zu der Erlebnisreihe „Tiere erzählen und zeigen, was sie können“ vom Verein „Naturtalent“ sagt sie: „Ich bin froh, dass sich die Gründerinnen des Vereins um die Jugendarbeit kümmern. Sie ist so immens wichtig. Aber uns fehlt bei all der Tierschutzarbeit die Zeit dazu.“ Nach dem Aktionsnachmittag „Schäfchen zählen“ sollen monatlich weitere Themen folgen. Krabbeltiere (15. Juni), Hundespürnasen (6. Juli), Wolfsspuren (31. August), Hühnerei und -feder (14. September) sowie Ziegenzeit (19. Oktober) – jeweils von 13 bis 17 Uhr – stehen noch auf dem Programm, mit dem die Akteurinnen den Kindern die Körpersprache und Lebensweise von häufig zu Unrecht unterschätzten Tieren nahebringen wollen.

Am Ende dieses ersten Aktionsnachmittags voller Spiele, Wissen und Abenteuer durften die jungen Teilnehmer sogar ein Stückchen von den lieb gewonnenen Schafen mit nach Hause nehmen. Und zwar in Form einer selbst gefilzten, kunterbunten Zauberkugel. Für Paula jedenfalls steht fest: „Es war ein toller Nachmittag. Ich möchte sehr gerne wiederkommen.“

Weitere Informationen

Mitbegründerin Julia Grimpe-Nagel ist erreichbar unter Telefon 0179/8983999 oder per E-Mail an naturtalent.ev@posteo.de und beantwortet Fragen.

Quelle: kreiszeitung.de

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