Filmpalast am Hafen und Filmhof Hoya fiebern Öffnung entgegen

Film ab: Kinos im Landkreis dürfen wieder öffnen

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Die Türen sind wieder offen: Holger Glandorf und Petra Renzelmann von Filmpalast am Hafen in Nienburg freuen sich über die Wiedereröffnung

Landkreis - Von Janina Stosch und Rebecca Göllner-Martin. Endlich weider Film-Vergnügen. Die Kinos im Landkreis dürfen erstmals seit Beginn der Corona-Krise die Türen wieder für Kinogäste öffnen. 

„Ich mache seit 30 Jahren Kino und habe schon viel erlebt. Das war das erste Mal, dass ich mich gefragt habe, was machst du, wenn Kino nicht mehr geht“, sagt Holger Glandorf. Die Wochen der Ungewissheit gingen nicht spurlos an dem Betreiber vom Nienburger Filmpalast am Hafen vorbei.

Während Restaurants, Einzelhandel und Sportstätten, wenn auch eingeschränkt wieder öffnen durften, mussten die Kinos im Landkreis ihre Türen weiterhin geschlossen halten. Knapp drei Monate gab es kein Film-Vergnügen im Landkreis

Doch nun endlich die erleichternde Nachricht für die Kinobetreiber: Am kommenden Montag dürfen Kinos und Theater erstmals seit Beginn der Corona-Krise den Betrieb wieder aufnehmen. Auch wenn die Freude und Erleichterung über die Öffnung überwiege, sei es auch eine ungewisse und frustrierende Zeit gewesen, sagt Holger Glandorf.

Dass die Kinos in Niedersachsen geschlossen bleiben mussten, während in anderen Bundesländern schon wieder Filme liefen, stieß bei dem Nienburger Kinobetreiber auf völliges Unverständnis. „Trotzdem sind wir nun unglaublich froh“, sagt Glandorf. „Kino-Atmosphäre kriegt man zu Hause einfach nicht hin.“ 

Große Freude darüber herrscht auch bei Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat, Betreiberinnen des Filmhofs Hoya. Das Konzept für die Öffnung besteht schon seit einigen Wochen, erzählen die beiden.

Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat sind seit Wochen auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Im großen Saal sind die Sitzflächen teilweise mit Flatterband abgesperrt, damit die Mindestabstände eingehalten werden.

Immer wieder hatten sie den Kontakt zur Landesregierung gesucht, um schon früher die Türen des Lichtspielhauses wieder öffnen zu dürfen – vergeblich. Doch nun sei wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Laut Beschluss des Landes Niedersachsen sind Besuche kultureller Veranstaltungen ab Montag zulässig, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt wird. In geschlossenen Räumen habe der Veranstalter zudem sicherzustellen, dass die Besucher eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Ob die Kino-Gäste diese am Platz wieder abnehmen dürfen, wird die Landesregierung bis Montag entschieden haben. 

„Unser Kino ist so modern und großzügig, da ist Abstand halten kein Problem“, erklärt Glandorf.

"Wir freuen uns von Herzen auf unsere Gäste" - Holger Glandorf 

Die Zwei-Haushalte-Regel soll ebenfalls ab Montag gelockert werden, somit stünde einem Kinobesuch mit einer kleinen Gruppe nichts im Weg. „Wir freuen uns von Herzen auf unsere Gäste“, sagt Glandorf. „Angst haben, soll keiner. Wir müssen jetzt alle mit der Situation leben.“ 

Hände desinfizieren beim Betreten des Gebäudes wird auch in Kinos zum Standard gehören. Zudem werden getrennte Ein- und Ausgänge dafür sorgen, dass keine Staus entstehen. Für ausreichend Frischluft in den Kinosälen sei ebenfalls gesorgt. Die Sitze im Nienburger Kino haben spezielle Lüftungen, die stetig frische Luft in den Saal transportieren.

 Als weitere Vorsichtsmaßnahme müssen die Veranstalter beim Ticketkauf die Kontaktdaten der Zuschauer erfassen. Holger Glandorf bittet die Gäste darum, die Tickets wenn möglich, online zu kaufen, um Schlangenbildung im Kassenbereich zu vermeiden. Popcorn und Getränke sind online bereits vorbestellbar. 

In Nienburg geht es am Montag mit den Filmen „Bohemian Rhapsody“, „Parasite“, „Der Junge muss an die frische Luft“, „Judy“, Countdown“ und „Der Unsichtbare“ los. Das vollständige Programm gibt es in dieser Blickpunkt-Ausgabe auf Seite sechs und im Internet unter www.kino-nienburg.de

Ab Juli seien dann auch wieder neue Filme im Programm. Disneys Realverfilmung von „Mulan“, der Tanzfilm„Into the Beat“ und „Meine Freundin Conni“ werden dann im Filmpalast gezeigt. „Wir wollen alle ansprechen“, sagt Holger Glandorf. „Von Kind bis zum Großvater, für jeden wird etwas dabei sein.“ 

Neues Programm mit bekannten Titeln

Im Hoyaer Kino flimmert erstmals am Dienstag wieder ein Film über die Leinwand. Es handelt sich dabei um den Streifen „Narziss und Goldmund“ aus der Reihe „Kirche und Film“. Beginn ist um 19 Uhr. Das weitere Programm folge Anfang kommender Woche. Es enthalte unter anderem die deutschen Komödien„Känguru-Chroniken“ und „Nightlife“.

Die Kartenbestellungen laufen ausschließlich online. In der ersten Zeit sei geplant, unter der Woche den letzten Film des Tages um 18 oder 19 Uhr zu zeigen. Mittwochs und am Wochenende seien außerdem Nachmittagsvorstellungen, in erster Linie für Kinder, geplant. 

„Am Wochenende zeigen wir natürlich wie gewohnt auch um 20 Uhr einen Film“, erklärt Möller-Dumschat. Zudem sei erst einmal auch

nur der große Saal des Kinos für Besucher geöffnet

. Von den 180 Sitzplätzen können 80 reserviert werden.

„Es wird natürlich nicht alles gleich so sein wie vor Corona“, sind sich Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat bewusst, hoffen aber, dass ihr Angebot angenommen wird. „Man hat ja in der Gastronomie gesehen, dass es zwei bis drei Wochen gedauert hat, bis die Leute sich wieder getraut haben“, meint Brümmer.

Auch Holger Glandorf rechnet mit einem eher zaghaften Start im Nienburger Filmpalast: „Selbst wenn nur 20 Leute kommen. Wir sind glücklich über jeden Gast, dem wir wieder Film-Vergnügen bereiten können.“

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