Klassische Philharmonie Nordwest gibt Neujahrskonzert in voller Martinskirche

Reise mit „Ausrutschern“

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Auf eine Reise durch Europa mit „kleinen Ausrutschern nach Übersee“ nahm die Klassische Philharmonie Nordwest unter der Leitung von Ulrich Semrau die Besucher ihres Neujahrskonzerts in der Hoyaer Martinskirche mit.

Hoya - Von einem vollen Erfolg zu sprechen wäre fast ein bisschen untertrieben angesichts der voll besetzten Martinskirche zum Neujahrskonzert der Klassischen Philharmonie Nordwest. „Wir hatten schon Sorge, wir würden nicht alle unter bekommen“, begann Organisator Georg Sättler seine Ansprache. „Wir mussten sogar private Stühle besorgen.“

Auf der Bühne sah es auch nicht anders aus: Die Philharmonie bot mit ihrer beeindruckenden Zahl an Musikern und Instrumenten einen besonderen Anblick. Zu einer Reise durch Europa mit „kleinen Ausrutschern nach Übersee“ lud das Orchester unter der Leitung des Dirigenten Ulrich Semrau ein.

Freudiger Applaus brandete auf, als er vom Seitenbereich zu seinem Platz vor dem Orchester ging. Während draußen der Wind schneidend vor sich hin pfiff und die Türen zum Klappern brachte, begann das Orchester mit einem Stück aus einem Land, in dem wärmere Temperaturen an der Tagesordnung sind und süßliche Früchte an den Bäumen reifen: Die Musiker führten die Besucher mit der ersten Suite aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet auf einen Platz in der spanischen Stadt Sevilla. Die Bögen der Streicher waren zur Decke gereckt, als die Musik aufwallte.

Mit Stücken wie Johann Strauß‘ „Kaiserwalzer“ oder der „Ungarischen Rhapsodie“ des tschechischen Komponisten David Popper zeigte die Klassische Philharmonie Nordwest, dass sie es beherrscht, sowohl mächtig und orkanartig als auch zart und verträumt zu spielen.

Genießen auf

unterschiedliche Art

„Für das nächste Stück gehen wir jetzt weit hoch in den Norden. Noch viel höher als Hoya, wir gehen nach Norwegen“, kündigte Semrau den ersten Tanz aus Edward Griegs „Zyklus symphonischer Tänze“ an.

Mit „Ausrutscher nach Übersee“ meinte Semrau Stücke wie den 1889 geschriebenen Marsch „The Thunderer“ des amerikanischen Dirigenten John Philip Sousa, nach dem das Sousaphon – eine Form der Tuba – benannt wurde. „Ein Marsch, der auch von vielen Kapellen in Europa gespielt wird“, sagte Semrau.

Die Zuhörer genossen das Konzert auf unterschiedliche Weise: Manche senkten den Kopf und schlossen die Augen, andere rückten näher zusammen, wieder andere beobachteten genau die Bewegungen des Orchesters.

Traditionell gab es in der Pause Sekt und Quarkbällchen für die Gäste. „Eine ungewöhnliche Mischung“, sagte ein Zuschauer im Vorraum der Martinskirche lachend. „Aber wenn die Londoner in Wimbledon Erdbeeren mit Schlagsahne essen, warum dann nicht in Hoya Sekt und Quarkbällchen zum Neujahrskonzert?“

Quelle: kreiszeitung.de

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