Claudia Walderbach ist die neue Leiterin der Kibis in Nienburg

Kontakt zu jungen Leuten liegt ihr am Herzen

Claudia Walderbach an ihrem Arbeitsplatz, in den Räumen der Kibis an der Von-Phillipsborn-Straße 1. - Foto: Kreykenbohm

Nienburg - Von Julia Kreykenbohm. Erfahrung bringt sie mit, und zwar reichlich. Aber ein paar Dinge sind auch noch für sie ungewohnt – zum Beispiel Pressefotos. „Aber da muss ich mich jetzt dran gewöhnen“, meint Claudia Walderbach mit einem Lächeln und nimmt auf Wunsch auf ihrem Schreibtischstuhl Platz. Von dort aus leitet sie seit Anfang des Jahres die Kibis (Kontakt, Information, Beratung im Selbsthilfebereich). Unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nienburg ist das Haus an der Von-Philipsborn-Straße 1 die Anlaufstelle für Menschen, die sich in der Selbsthilfe engagieren.

Die 47-Jährige kommt aus dem Landkreis Schaumburg und ist auch Leiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Bückeburg. Mittwoch und Freitag ist sie dort, Dienstag und Donnerstag in Nienburg. Montag ist ihr „Wechseltag“, wie Walderbach erklärt. Sie hat den Staffelstab von Annette Hillmann-Hartung übernommen, die Kibis 25  Jahre lang geleitet hat. Grundlegend ändern möchte Walderbach nichts, denn sie und Hillmann-Hartung hätten eine ähnliche Haltung in vielen Dingen. „Sie hat tiefe Spuren hinterlassen“, spricht Walderbach anerkennend über die Arbeit ihrer Vorgängerin. Sie möchte neue setzen und ihren eigenen Weg gehen.

Und wie könnte der aussehen? Etwas, das Walderbach sehr am Herzen liegt, ist der Kontakt zu jungen Leuten. Sie war 15 Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit tätig und hat Selbsthilfegruppen für junge Leute zwischen 18 und 27 Jahren initiiert. Dafür hat sie Schulen besucht, erklärt, was Selbsthilfegruppen überhaupt sind und was sie leisten. „Die Schüler waren sehr interessiert. Viele haben gedacht, dass dort nur Menschen mit Suchterkrankungen zusammenkommen.“ Aber warum können junge Menschen nicht in die bestehenden Selbsthilfegruppen gehen? „Meine Erfahrung ist, dass sie andere Formate den klassischen Gesprächsgruppen vorziehen. Anstatt regelmäßig in immer denselben Räumen zum Reden zusammenzukommen, verabreden sie sich per Whatsapp, kochen und essen gemeinsam. Sie wollen aktiver sein, etwas machen – und weniger reden.“

Ein Beispiel dafür ist für Walderbach die Gruppe für junge Menschen, die stottern, die sie im Landkreis Schaumburg gegründet hat. „Dort haben sich die Mitglieder beispielsweise in der Stadt getroffen und geübt, Passanten anzusprechen. Junge Leute schätzen diese freie Begegnungsform.“ Solche Gruppen könne sie sich auch für Nienburg vorstellen. Weitere Punkte seien die Aktualisierung des Flyers und generell die Selbsthilfegruppen bekannter zu machen.

Und wie sieht das Alltagsgeschäft einer Leiterin der Kibis aus? „Ich bin die Ansprechpartnerin für die 70 Selbsthilfegruppen, die es hier gibt“, erläutert Walderbach. Gleichzeitig ist sie Anlaufstelle für Menschen, die noch gar nicht wissen, in welcher Selbsthilfegruppe sie gut aufgehoben wären. „Es kann sein, dass da jemand anruft, der mir erzählt, dass er trinkt, keinen Kontakt zu seinem Kind hat und unter Depressionen leidet. Dann muss ich herausfinden, welcher der drei Punkte gerade der dringendste ist: die Sucht, der fehlende Kontakt zum Kind oder die Depression.“ Dann entscheidet Walderbach, ob der Anrufer überhaupt in eine Selbsthilfegruppe passt, oder lieber an einer anderen Stelle Hilfe suchen sollte, weil sein Problem mehr Unterstützung erfordert, als die Gruppe leisten kann.

Auch wenn Walderbach in Nienburg noch neu ist, fühlt sie sich bereits sehr wohl und „am Platz“, wie sie sagt. „Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden Aufgaben.“

Kontakt

Claudia Walderbach ist dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr unter Telefon 05021/973525 zu erreichen.

Quelle: kreiszeitung.de

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