Diskussionsabend in Steimbke

Kreislandwirt will Regeln zum Abschuss einzelner Wölfe

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Zahlreiche Besucher des Mahnfeuers wollen wissen, wie das Zusammenleben mit dem Wolf funktionieren kann.

Steimbke - „Sollte sich der Wolf in den Weidegebieten weiterhin ausbreiten, wäre das eine Katastrophe für die Nutztierhalter“, verkündete Tobias Göckeritz anlässlich eines Mahnfeuers des Aktionsbündnisses aktives Wolfsmanagement in den Steimbker Wiehbuschwiesen. „Wir fordern klare Spielregeln, die einen Abschuss einzelner Wölfe ermöglichen.“

Zu dem Diskussionsabend in dem Weidegebiet waren zahlreiche betroffene Landwirte, Jäger sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann gekommen. Vorgestellt wurde von Göckeritz, dem ersten Vorsitzenden des Landvolk-Kreisverbands Mittelweser, ein sogenannter Wolfssicherheitszaun. Der zwei Meter hohe Zaun, der 60 Zentimeter in den Boden reicht, um so ein Untergraben zu verhindern, ist mit Stromleitern, einem farblich markierten Wildschutzband und im oberen Bereich mit Stacheldraht ausgestattet. Er soll verhindern, dass Wölfe auf die Weideflächen gelangen.

Am Beispiel einer 3,5 Hektar großen Weidefläche würden alleine die Kosten für das Material rund 7 200 Euro betragen, rechnete Göckeritz vor. Darin sei noch nicht der Aufbau der Schutzzäune enthalten.

Tobias Göckeritz stellte den Wolfssicherheitszaun vor. 

Zu den Gästen gehörte auch der Eystruper Pferdezüchter Werner Illies. Er habe bereits schlechte Erfahrungen mit dem Wolf gemacht: Eines seiner Tiere soll von einem Wolf erheblich verletzt worden sein. „Ich muss meine Pferde auf anderen Weiden in der Wesermarsch in den Sommermonaten unterbringen, um sie vor dem Wolf zu schützen“, erklärte er.

Wilhelm Stuke, Betreiber einer Mutterkuh-Haltung in Wendenborstel, berichtete von einem Berufskollegen, auf dessen Weide vor 14 Tagen ein Kalb in den Wiehbuschwiesen gerissen worden sei. Seine Theorie: Wenn der Wolf einmal dagewesen ist, kommt er auch wieder.

„So kann es nicht weitergehen“

Maik Beermann sprach sich gegen eine Aufstellung von zwei Meter hohen Schutzzäunen aus. „Damit zerstören wir unsere Kulturlandschaft.“ Der Politiker sprach sich dafür aus, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Seiner Aussage zufolge habe sich in Hülsen, im benachbarten Heidekreis, ein Wolf einem Kleinkind genähert. Das sei nun verängstigt und wolle nicht mehr draußen spielen. „So kann es nicht weitergehen“, forderte Beermann und erntete dafür viel Zustimmung.

Göckeritz sagte, es gebe in Niedersachsen etwa 300 erwachsene Wölfe. Alle zwei bis drei Jahre sei von einer Verdoppelung des Bestandes auszugehen. Nach Aussagen des Kreislandwirts hätten sich die Wolfsrisse von 2013 bis 2017 von 13 auf 144 mehr als verzehnfacht.  - msa

Quelle: kreiszeitung.de

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