Feuchttücher können teure Folgekosten verursachen

Kreisverband: Pumpen mussten im vergangenen Jahr 50 mal repariert werden

Feuchttücher, Damenbinden und Ähnliches verwirbeln sich im Schmutzwasserkanal aber zu reißfesten „Zöpfen“.

Nienburg - Auf den ersten Blick scheint es naheliegend, bestimmte Hygieneartikel über die Toilette zu entsorgen. Doch insbesondere Feuchttücher auf Vliesbasis und Wattestäbchen können in der Kanalisation hohe Kosten verursachen, schreibt der Kreisverband für Wasserwirtschaft. Die Folge könnten steigende Abwasserpreise sein.

Kern der Problematik ist die Technik im Untergrund: Um das Schmutzwasser samt Fäkalien in die Kläranlagen zu befördern, kommen Pumpen zum Einsatz. Die sind zwar robust; Feuchttücher, Damenbinden und Ähnliches verwirbeln sich im Schmutzwasserkanal aber zu reißfesten „Zöpfen“. Die werden von den beweglichen Teilen der Pumpen angezogen und legen sie lahm.

Es kann aber noch schlimmer kommen, warnt Axel Brause, Abteilungsleiter Abwasserbeseitigung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft: „Auch die private Anschlussleitungen können verstopfen. Das ist nicht nur nicht schön – die Kosten für das Räumen muss der Grundstückseigentümer allein tragen!“ Doch selbst wenn das eigene Rohrleitungssystem verschont bleibt und „nur“ eine Pumpe verstopft ist, bedeutet die Instandsetzung Kosten für die Allgemeinheit von rund 150 Euro – von der ekelhaften Arbeit ganz zu schweigen. 

Muss eine Pumpe ersetzt werden, kostet das mehrere tausend Euro. Und verstopfte Pumpen kommen im Bereich des Kreisverbands für Wasserwirtschaft nicht nur ein-, zweimal im Jahr vor: Laut Axel Brause mussten im Raum Lemke allein im ersten Halbjahr die Pumpen mehr als 50 mal instand gesetzt werden.

Das, so Brause, lässt auf Unwissenheit schließen: „Es kann ja immer passieren, dass aus Versehen irgendwas in der Toilette landet, was da nicht reingehört. Wenn Störungen aber so gehäuft auftreten, werden Hygieneartikel bewusst übers Klo entsorgt.“

Das sei sicher keine böse Absicht, verursache aber trotzdem immense Kosten, die letztlich auf alle Bürgerinnen und Bürger umgeschlagen werden müssten. Axel Brause appelliert deshalb, Hygieneartikel in den Restmüll zu geben. Das sei der richtige Entsorgungsweg. Im Zusammenhang mit der Jahresverbrauchsabrechnung erhalten die Kunden auch Informationen zu diesem Thema.

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