Engere Zeitfenster

Kürzere Öffnungszeiten in Freibädern Wietzen und Marklohe

Wietzen/Marklohe - Von Robin Grulke. Kürzere Öffnungszeiten in den Freibädern Wietzen und Marklohe: Besucher müssen sich für die kommende Saison wohl auf engere Zeitfenster einstellen. Diesen Eindruck vermittelte zumindest die Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses der Samtgemeinde Marklohe am Dienstag.

Nach dem Beschlussvorschlag der Markloher Samtgemeindeverwaltung wird es beispielsweise über die gesamten Sommerferien weder in Wietzen noch in Marklohe zwischen 10 und 14 Uhr möglich sein, zu baden. 

Frühschwimmer müssten das Wietzener Becken – das im Gegensatz zu Marklohe beheizt ist – sogar schon um 8.30 Uhr wieder verlassen. Der Ausschuss schloss sich dem Vorschlag an, berichtet Samtgemeindebürgermeisterin Inge Bast-Kemmerer.

Keine Vor- und Nachsaison mehr

Für die Einschnitte gebe es mehrere Gründe: „Es liegt daran, dass der Schwimmmeister meister Wulf Meyer in Elternzeit geht“, erklärt Bast-Kemmerer. Dessen Arbeitspause falle von Mitte Juni bis Ende Juli genau in die Sommerferien – weshalb sich der Ausfall speziell auf die Bäder in Wietzen und Marklohe auswirke. 

„Dann fehlen 30 bis 40 Betreuerstunden pro Woche“, erklärt die Verwaltungschefin. „Wenn das Kind im Herbst käme, wäre das Hallenbad in Liebenau betroffen.“ Es fehle Betreuungspersonal: „Ich weiß einfach nicht, ob ich Leute kriege. Die Situation ist ausgesprochen unglücklich.“

Darüber hinaus spielen vor allem die Finanzen eine Rolle. „Die Vor- und Nachsaison 2017 hat sich als nicht rentabel gestaltet“, heißt es in der Vorschlagsbegründung der Verwaltung. Deshalb werde es „in der Freibadsaison 2018 keine Vor- und Nachsaison mehr geben“. Für das Angebot mussten Badegäste im Vorjahr 35 Euro Aufschlag zahlen – womöglich einer der Gründe, weswegen die Bäder in den Randzeiten nicht so stark frequentiert wurden.

Besucherschwund im Mai und September

Weil sich der Besucherschwund im Mai und September vergangenen Jahres vorwiegend in Marklohe abgezeichnet hätte, soll das beheizte Freibad in Wietzen zwei Wochen früher und eine Woche länger als in Marklohe für die Gäste geöffnet sein.

Mit der vorgeschlagenen Reduzierung der Öffnungszeiten gegenüber dem Vorjahr ließe sich der Personaleinsatz in diesem Jahr um rund 400 Stunden einsparen. Beschlossene Sache sei das aber noch nicht: Fände sich eine ausgebildete Schwimmaufsicht, die die Teams in Marklohe und Wietzen unterstützen könnte, sähe die Situation anders aus, meint Bast-Kemmerer.

Kommentar: Nur die halbe Wahrheit

von Robin Grulke

Geht es nach der Markloher Samtgemeindeverwaltung, gibt es bald 400 Stunden weniger Betreuungszeit in den Freibädern Wietzen und Marklohe, als in den Vorjahren. Besucherfreundlich sieht anders aus. Konnten Badegäste im vergangenen Jahr noch ausgeschlafen im Wietzener Becken planschen, ist das Vergnügen ab dieser Saison wohl Menschen vorbehalten, die nichts gegen ein Weckerbimmeln um 6 Uhr morgens einzuwenden haben. 

Denn wie die Samtgemeindeverwaltung plant, müssen die Freibadbesucher ihre Routine unter der Woche künftig bis 8.30 Uhr beendet haben. Das passt ja hervorragend in die Sommerferien: Ich sehe schon die Jugendlichen in ihren heißgeliebten Ferien früher schlafen gehen, damit sie morgens ins kalte Nass springen können. 

Nicht? Die wird es wohl eher an einen der überlaufenen Baggerseen ziehen, weil sie dort auch schwimmen können, wenn anderswo (Vormittags-)Pause gemacht wird. Spätestens, wenn sich die Senioren als treue Stammgäste über den Haufen schwimmen, weil das Früh-Angebot um die Hälfte gekürzt wurde, wird die Verwaltung erkennen, dass man auch am falschen Ende sparen kann. 

Klar, es fehlt auch am Betreuungsteam. Wenn niemand aufpasst, darf auch niemand baden. Aber welcher Schwimmmeister hat schon Lust, für zweieinhalb Stunden bezahlte Arbeitszeit um 5 Uhr aufzustehen? Ich kenne keinen. Vermutlich, weil sich die Zunft immer rarer gemacht hat. Mit solchen Arbeitszeiten lockt man eben keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Den Leuten nun zu erzählen, sie dürften seltener schwimmen, weil sie nicht oft genug schwammen, ist jedenfalls nicht die ganze Wahrheit.

Die Infos zu den neuen Öffnungszeiten

Laut Beschlussvorschlag wären die Freibäder in der kommenden Saison zu folgenden Zeiten geöffnet: 

Wietzen: 13. Mai bis 27. Juni: Montag bis Freitag, 6 bis 8.30 Uhr, und 15 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag 9 bis 11 Uhr und 15 bis 19 Uhr. 28. Juni bis 8. August (Sommerferien): Montag bis Freitag, 6 bis 8.30 Uhr, und 14 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 9 bis 19 Uhr. 9. August bis 7. September: Montag bis Freitag, 6 bis 8.30 Uhr, und 15 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 9 bis 11 Uhr, und 15 bis 19 Uhr. 

Marklohe: 27. Mai bis 27. Juni: Montag bis Freitag, 9 bis 10 Uhr, und 16 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 14 bis 19 Uhr. 28. Juni bis 8. August: Montag bis Freitag, 9 bis 10 Uhr, und 14 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 9 bis 19 Uhr. 9. August bis 31. August: Montag bis Freitag, 9 bis 10 Uhr, und 16 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 14 bis 19 Uhr.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich / dpa / Picture Alliance

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