Hilgermisser Skulpturenpfad entsteht / Die Europäische Union fördert das Projekt

Kunstwerke werten die Gemeinde auf

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Für die Skulptur „Marschenbodenglück Schibboleth“ hat Hermann Bischoff rund 500 Arbeitsstunden benötigt.

Hilgermissen - Von Rebecca Göllner-martin. Zur Förderung des ländlichen Tourismus hat sich die Gemeinde Hilgermissen dazu entschieden, entlang des Weserradwegs Skulpturen aufzustellen. Das Projekt erfährt von der Europäischen Union eine Förderung, teilt die Samtgemeinde Grafschaft Hoya mit.

Durch die Kunstwerke soll, so heißt es seitens der Verwaltung, das Erscheinungsbild der Gemeinde aufgewertet werden. Überwiegend ortsansässige Künstler zeichnen für die Anfertigung und Aufstellung der Skulpturen verantwortlich. Insgesamt ist an fünf Standorten die Errichtung der Kunstwerke vorgesehen:

  • Haltestelle Hingste: „Marschenbodenglück Schibboleth“ von Hermann Bischoff
  • Rastplatz am Weserwehr: „Weser-Blick“ von Pablo Hirndorf
  • Rastplatz am Weserwehr: „Hecht“, Idee von Heinrich Brockmann, geschnitzt aus Eichenholz von Herbert Harms aus Hoya
  • Rastplatz Wienbergen: „Fahrrad“, eine Gemeinschaftsidee
  • Schutzhütte Dahlhausen: „Sprossenfenster“ von Hartmut Westermann

„Die ausgewählten Motive weisen auf die Besonderheiten in der Gemeinde hin und laden zur Entdeckung der Dorfregion und zum Verweilen ein“, beschreibt die Gemeinde die Idee. Das Konzept habe auch das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser überzeugt. Deshalb beteiligt sich die Europäische Union mit Mitteln des Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mit einem Zuschuss in Höhe von 63 Prozent an den Kosten für die Umgestaltung in Höhe von etwa 20 000 Euro. Die Zuwendung wird außerdem aus Landes- und Bundesmitteln im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ gewährt. Die Gemeinde Hilgermissen zahlt für den Skulpturenpfad einen Eigenanteil von etwa 7 400 Euro.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzung und soll voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, teilen die Verantwortlichen mit. Drei Skulpturen stehen bereits, eine davon ist „Maschenbodenglück Schibboleth“ vom Hilgermisser Hermann Bischoff in Hingste. Das Wort „Schibboleth“ sei dem Alten Testament entnommen und bedeute Kornähre, beschreibt Bischoff den Hintergrund. Die Wahl dieses Wortes solle an den Fruchtbarkeitskult der Ceres, der römischen Göttin des Ackerbaus, erinnern. Die Botschaft der Skulptur sei die herausragende Bedeutung des Getreides für die Menschheit sowie die Herausstellung der guten Bodenqualität der Hilgermisser Wesermarsch. „Die Marschenlandschaft ist seit vielen Generationen das Glück der Landwirte“, sagt Hermann Bischoff. Aus diesem Grund habe er dieses Thema aufgegriffen.

Rund 150 Arbeitsstunden seien in sein Kunstwerk geflossen. Es handelt sich dabei um eine Stahlrohrkonstruktion aus verschweißten Segmenten in selbsttragender Anordnung. „Sie entspricht sicherheitstechnisch den Anforderungen der Berufsgenossenschaft-Unfallverhütungsvorschrift und ist weitestgehend vor Vandalismus geschützt und wartungsfrei“, erklärt Bischoff. Eine Kombination aus Eisenteilen in Rostoptik und Edelstahl führe zu einer Kontakterosion, welche er als künstlerisches Gestaltungselement bewusst eingeplant habe.

Das „Schibboleth“-Material hat ein Gewicht von rund 680 Kilogramm, insgesamt ist die Skulptur in etwa drei Meter hoch. „Für das Fundament wurde Kies aus dem Bereich Wienbergen verwendet, einem ,Verwandten’ des Marschenbodens“, schildert der 73-Jährige.

Auf den ersten Blick besteht das Kunstwerk aus mehreren Ebenen – einer Treppe, überdimensionalen Getreideähren sowie einem Trichter im oberen Bereich. In diesem befindet sich laut Hermann Bischoff etwas Mutterboden, sodass dort durch Flugsamen Wildwuchs entstehen könne. Die Gerstenähren sollen, so schildert der Künstler, auf die regionale Qualität hinweisen. Oberhalb des Trichters ist des Weiteren eine schlichte Wetterfahne angeordnet, die das Wappen der Gemeinde Hilgermissen mit den drei Kirchtürmen, zwei Pferden und der Weser darstellt. Ein mittig angeordneter Kreis mit acht Löchern soll, wie auch schon die acht Beine der Pferde im Wappen, auf die acht Ortschaften der Gemeinde Hilgermissen hinweisen. Die Spitzen der Wetterfahne sollen vorbeifahrenden Radfahrern zeigen, woher der Wind weht.

Quelle: kreiszeitung.de

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