Haftstrafen für die „Panzerknacker“

Landgericht Bielefeld verurteilt Einbrecher-Quartett

Sie haben nicht die legendäre schwarze Binde vor den Augen, aber Panzerknacker kann man sie trotzdem nennen. Ein halbes Jahr lang saß das Quartett aus dem Mühlenkreis vor dem Landgericht in Bielefeld – und sitzt demnächst als Trio im Knast. Einkaufsmärkte und Tresore waren ihre Spezialität.

Diepenau/Bielefeld - Von Ulrich Pfaff. Von August 2016 bis August 2017 soll die Bande – zunächst dreiköpfig – etliche Male zwischen Bohmte und Petershagen zugeschlagen haben. Die vier jungen Männer aus Espelkamp und Hüllhorst (23 und 26 Jahre alt) standen für die mutmaßlichen Einbrüche seit Ende November vergangenen Jahres vor dem Landgericht in Bielefeld. Die Anklage lautete auf schweren Bandendiebstahl.

Die Panzerknacker waren recht kreativ, um sich Zugang zu den Objekten zu verschaffen, aus denen dann Bargeld entwendet wurde. Wenn das nicht in ausreichender Höhe erbeutet wurde, waren es Zigaretten und Tabakwaren, die sich zu Geld machen ließen. Im April 2017 sollten sie mithilfe eines Vorschlaghammers in den Edeka-Markt an der Schulstraße in Diepenau eingedrungen sein und Zigaretten im Wert von 12 000 Euro erbeutet haben.

Im August, so hatte die Anklage es beinhaltet, sollen sie mit einem Holzbalken die Eingangstür des Marktes aufgerammt, einen mitgebrachten Bettüberzug mit Tabak und Zigaretten für gut 10 000 Euro vollgestopft haben. Die Polizei kam der Bande später durch Aufzeichnungen von Überwachungskameras und Zeugenbeobachtungen auf die Schliche.

Von den insgesamt 13 Taten, die den vier jungen Männern zur Last gelegt wurden und bei denen sie teils erheblich Beute gemacht haben sollen, blieben nach knapp sechs Monaten Verhandlungsdauer jedoch nur noch drei als strafrechtlich relevant übrig, wegen derer die II. Strafkammer jetzt ihr Urteil sprach – gegen zwei Espelkamper und einen Hüllhorster. Aus einem Rewe-Markt in Petershagen hatten sie im Juni 2017 einen Tresor mit 18 000 Euro entwendet, nachdem sie mit dem Auto das Sicherungsgitter eines Fensters abgerissen hatten. Aus einer Tankstelle im Lübbecker Ortsteil Nettelstadt nahmen sie drei Wochen später Zigaretten und Tabakwaren im Wert von 10 000 Euro mit – zum einfacheren Transport verpackt in einem Spannbetttuch. Wiederum Anfang August verschafften sie sich in einen Einkaufsmarkt in Stemwede Zutritt, indem sie die Tür einschlugen: Dort fiel ihnen ein Tresor mit 14 000 Euro Inhalt in die Hände, 15 000 Euro wert waren die Zigaretten, die ebenfalls verschwanden.

Die Strafkammer befand drei der Angeklagten des schweren Bandendiebstahls für schuldig und verhängte für diese drei Taten Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten bis drei Jahre und neun Monate. In einem weiteren umfangreichen Anklagekomplex wurden die Verfahren eingestellt: Der Nachweis der Taten in Diepenau – ebenso wie weitere in Preußisch Oldendorf, Rahden und Bohmte – hätte einen erheblichen weiteren Aufwand in der Beweisaufnahme mit sich gebracht, ohne dass sich dies auf die Höhe der Gesamtstrafen maßgeblich ausgewirkt hätte. Mit einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und 1 000 Euro Geldbuße kam der 23-jährige Espelkamper davon: Er hatte sich in dem Kanon der Straftaten „nur“ zweier Diebstähle schuldig gemacht.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Wohnen

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen
Nienburg

Nikolausspektakel und Zwergenweihnacht in Hoya

Nikolausspektakel und Zwergenweihnacht in Hoya
Mehr Sport

"König" Joshua will werden wie Ali - Klitschko gratuliert

"König" Joshua will werden wie Ali - Klitschko gratuliert
Mehr Sport

Gladbach besiegt die Bayern - auch Leipzig und BVB gewinnen

Gladbach besiegt die Bayern - auch Leipzig und BVB gewinnen

Meistgelesene Artikel

Kinder empfangen den Nikolaus am Weserufer

Kinder empfangen den Nikolaus am Weserufer

Wissensburg in Nienburg: Verlässliche Zahlen fehlen

Wissensburg in Nienburg: Verlässliche Zahlen fehlen

Mit dem Fahrrad schneller in die Nienburger Innenstadt

Mit dem Fahrrad schneller in die Nienburger Innenstadt

„Zusammen Zukunft machen“

„Zusammen Zukunft machen“

Kommentare