8.300 Haushalte mit schnellem Internet

„Northern Access“ aus Liebenau mit Breibandausbau beauftragt

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Geben den Startschuss für den Breitbandausbau im Landkreis Nienburg: Kreisrat Lutz Hoffmann, Johannes Bunting (CVA ), Torsten Voigts (Northern Access) und Landrat Detlev Kohlmeier (von links).

Landkreis - Von Max Brinkmann. Das Internet wird mittlerweile als Grundversorgung angesehen – genauso wichtig wie Strom und Wasser. Für Unternehmen ist die Internetanbindung ein wichtiger Standortfaktor und privat ist sie unverzichtbar. Das weiß auch der Landkreis Nienburg und investiert ordentlich, damit 96,8 Prozent des Gebietes bis Ende 2019 mit schnellem Internet versorgt sind.

Schnelles Internet heißt: Alle ausgebauten Haushalte bekommen Datenübertragungsraten von mindestens 50 Megabit und 40 Prozent können sich über bis zu einem Gigabit pro Sekunde freuen. Auch für die Schulen im Landkreis werden Bandbreiten von bis zu einem Gigabit zur Verfügung stehen.

Um für den Ausbau ein geeignetes Unternehmen zu finden, wurde der Landkreis im Rahmen der Ausschreibung in zwei Fördergebiete (Nord und Süd) aufgeteilt. Es gab sowohl lokale als auch überregionale Bewerber. Am Ende konnte sich für beide Bereiche das regionale Unternehmen „Northern Access“ aus Liebenau durchsetzen.

Finanziert wird der Ausbau unter anderem durch Fördergelder des Bundes und des Landes, die insgesamt 17,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 13,8 Millionen Euro steuern Kommunen und Landkreis aus Eigenmitteln bei. Darüber hinaus investiert „Northern Access“ weitere 8 Millionen Euro selbst, sodass insgesamt 39 Millionen Euro in den hochmodernen Breitbandausbau im Landkreis Nienburg fließen.

Mittel optimal genutzt

„Unser Wunsch war es, jedes Haus mit Glasfaser anzubinden“, sagte Landrat Detlev Kohlmeier nach der Vertragsunterzeichnung am Montagmittag. Dazu stand allerdings nicht genügend Budget zur Verfügung. Kohlmeier kritisierte: „In den Städten finanzieren Telekommunikationsunternehmen den Ausbau. Auf dem Land müssen die Kommunen selber dafür aufkommen. Die Politik muss die Anbieter auch für ländlichere Gegenden in die Pflicht nehmen.“

Die vorhandenen Mittel werden laut Kohlmeier nun optimal genutzt. Im Zuge des Ausbaus werden ausschließlich Glasfaserkabel verlegt, weil nur diese gefördert werden. Es werden zwar rund 550 Kilometer verlegt, dennoch ist ein flächendeckender Glasfaser-Ausbau nicht finanzierbar gewesen. Zum Teil wird daher auf bestehende Kupferkabel zurückgegriffen. Aber auch damit sind künftig Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit möglich, wenn der Anbieter „Vectoring“ ermöglicht.

Generell kann es sein, dass auch Haushalte, die nicht direkt vom Ausbau profitieren, durch die Verlegung von Glasfaserkabel eine deutliche Steigerung der Internetleistung bemerken. Sie werden nicht offiziell in das Projekt aufgenommen, da sie 50 Megabit nicht erreichen. Außerdem gibt es eine Schwelle: Alle Anschlüsse, die bereits mindestens 30 Megabit beziehen, dürfen nicht durch Fördergelder verbessert werden.

Beginn im Oktober

Vom Vorschlag über Ausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung dauerte es ein Jahr. „Das ist angesichts dessen, dass das Projekt 80 verschiedene Ausschüsse und Gremien durchlaufen musste, ein sehr kurzer Zeitraum“, freuten sich Kohlmeier und Kreisrat Lutz Hoffmann.

Weiter geht es nun mit der Detailplanung des Breitbandnetzes. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten sind verlässliche Auskünfte über die genauen Ausbaupläne einzelner Adressen möglich. „Wir werden voraussichtlich im Oktober mit dem Ausbau beginnen können“, zeigte sich Torsten Voigts, Geschäftsführer von Northern Access, zuversichtlich.

Die fehlenden drei Prozent auch mit schnellem Internet zu versorgen, würde die Kosten immens übersteigen. „Ein Anschluss würde uns teilweise über 10 000 Euro kosten“, erklärt Kohlmeier. Die Zahl der nicht versorgten Haushalte sei allerdings so gering, „dass man sie persönlich kennenlernen könnte.“ Wer den Anschluss allerdings selbst bezahlen möchte, kann das tun. „Eigeninitiative wird bei uns unterstützt“, sagt Voigts.

„Northern Access“ baut übrigens ein offenes Netz. Das heißt, auch andere Anbieter können das Netz mieten. Bei Northern Access kostet die Nutzung im ersten Jahr etwa 10 und in den weiteren Jahren etwa 50 Euro.

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