Wetterdienst schätzt Risiko am Wochenende hoch ein

Trockenheit feuert Brandgefahr an

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Schwarze Rauchwolken am Himmel über den Feldern sind derzeit kein seltener Anblick in der Region. Feuerwehren der Samtgemeinde Mittelweser sind etwa am Mittwoch zu diesem Brand zwischen Estorf und Landesbergen ausgerückt.

Landkreis Nienburg - Eine glühende Zigarette am Wegesrand, ein defekter Mähdrescher oder eine Glasscherbe im Sonnenschein – all das in Verbindung mit der anhaltenden Trockenheit kann zu verheerenden Flächenbränden führen.

Gefordert gewesen waren daher in den vergangenen zwei Wochen besonders die ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Landkreis, die mehrfach ausgerückt sind.

Beispielsweise zwischen Estorf und Landesbergen waren die Kräfte der Samtgemeinde Mittelweser am Mittwoch im Einsatz. Schon von Weitem war die schwarze Rauchwolke sichtbar. Für die Landwirte bringen diese Einsätze einen großen wirtschaftlichen Schaden mit sich. 

Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Brände ausbreiten – eventuell auch über Funkenflug. Denn obwohl es gestern etwas geregnet hat, sagt der Deutsche Wetterdienst für das Wochenende die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe voraus. Ebenso hoch wird das Risiko für die Feuergefährdung von offenem Gelände eingeschätzt.

Ortswehren im Dauereinsatz

Die anhaltende Trockenheit bringt ein erhöhtes Aufkommen an Flächenbränden in der Region mit sich. Nahezu täglich rücken die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus. Besonders landwirtschaftlich genutzte Felder sind in den vergangenen Tagen häufig den Flammen zum Opfer gefallen.

Wenn die Landwirte bereits geerntet haben oder auch noch damit beschäftigt sind, gestalten sich Einsätze auf solchen Feldern für die Feuerwehrleute als besonders heikel. So wie in der Nendorfer Feldmark, in die am Dienstag die Feuerwehren Uchte, Nendorf, Frestorf, Stolzenau und Müsleringen gerufen wurden. Dort hatte gegen 14 Uhr auf einem Acker eine Großballenpresse zu brennen begonnen, berichtet Feuerwehrpressesprecher Uwe Witte. 

Das Feuer griff schnell auf den Acker über. Das Eingreifen zweier Schlepper mit Scheibeneggen und die Löscharbeiten mit fünf wasserführenden Fahrzeugen verhinderten Schlimmeres. Da jedoch schon viele Strohballen fertig gepresst waren, brannte es in den hochverdichteten Ballen weiter. Erst ein Schlepper mit Frontlader, der das Stroh aufschütteln konnte, brachte den gewünschten Erfolg bei den Löscharbeiten, erklärt Witte. Die 37 Einsatzkräfte konnten die Einsatzstelle zum größten Teil nach drei Stunden verlassen. Die Feuerwehr Nendorf blieb allerdings bis in die frühen Abendstunden vor Ort.

Schwarze Rauchwolken am Himmel über den Feldern sind derzeit kein seltener Anblick in der Region. Feuerwehren der Samtgemeinde Mittelweser sind etwa am Mittwoch zu diesem Brand zwischen Estorf und Landesbergen ausgerückt.

Auch etwa in den Gemeinden Landesbergen, Estorf und Steyerberg sowie der Grafschaft Hoya waren die Feuerwehrleute auf Getreidefeldern im Einsatz. Ein Problem bei diesen Notfällen ist immer wieder die Wasserversorgung, da häufig keine Hydranten in der Nähe sind. In Warpe steht den Brandbekämpfern daher im Sommer ein Güllefass zur Verfügung, das mit Wasser gefüllt wird. Dies wurde etwa am Dienstag benötig, als ein Feuer sich auf einem gerade gemähten Getreidefeld in Nordholz ausbreitete. 

Wie bei anderen Einsätzen packten hier Landwirte mit an: Sie grubberten Schneisen in das Feld, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Gemeinsam wird so weiterhin gegen die vernichtenden Feuer vorgegangen – bis der Regen die Situation wieder entschärft.

Feuerwehren bitten um Achtsamkeit 

Da viele Wald- und Flächenbrände durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder sogar Vorsatz verursacht werden, bitten die niedersächsischen Feuerwehren um Folgendes:

  • Keine Zigarettenkippen aus dem Auto zu werfen
  • Kein abflammen von Unkraut mit offener Flamme. 
  • Im Wald kein offenes Feuer zu machen und dort nicht zu grillen. 
  • Parken Sie ihr Auto nicht auf trockenem Gras. Der heiße Katalysator der Abgasanlage (bis zu 800°C) kann das darunter liegende Gras entzünden. 
  • Parken Sie nur auf offiziellen Wald-Parkplätzen und versperren Sie nicht die Wege. 
  • Werfen Sie keine Glasflaschen in die Natur. Weisen Sie Ihre Mitbürger auf eventuelles Fehlverhalten hin. 
  • Wenn Sie ein Feuer entdecken, alarmieren Sie bitte die Feuerwehr unter der Rufnummer 112.

jom/uw/mth

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