Rund 300 Kontrollstandorte zur Geschwindigkeitsüberprüfung

Messungen lassen sich verdoppeln

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Alles im Blick: Hiermit wird die Geschwindigkeit ermittelt und gegebenenfalls ein Foto „geschossen“.

LANDKREIS - Von Nikias Schmidetzki. Der Landkreis Nienburg verstärkt seine Geschwindigkeitskontrollen. Ein zweites mobiles Messgerät soll ab der kommenden Woche für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Nachdem er zehn Jahre lang bisher nur ein mobiles Gerät eingesetzt hat, weitet der Landkreis die Überwachung des fließenden Verkehrs damit deutlich aus. Die Technik hatte er dabei schon vor einiger Zeit überholt. Nun wird der Beschluss des Kreisausschusses – immerhin schon knapp ein Jahr alt – umgesetzt.

„Eine stetige und engmaschige Überwachung trägt nachhaltig zur Verkehrssicherheit bei“, zeigt sich Erster Kreisrat Thomas Klein als zuständiger Dezernent überzeugt. Mit nur einem Gerät habe der Kreis seiner Pflicht zur Kontrolle des Straßenverkehrs nicht nachkommen können. Es gehe um Wohl und Gesundheit, macht er deutlich. Immerhin sei zu hohe Geschwindigkeit Hauptursache für Unfälle.

Die Messbeamten werden zukünftig im Dreischichtbetrieb an zwei Stellen parallel zu einander im Landkreis unterwegs sein. „Mit dem zweiten Gerät haben wir die Möglichkeit, deutlich mehr Messstellen im Landkreis zu bedienen“, erläutert Ingo Hartmann, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr.

Den häufig ausgesprochenen Vorwurf, die Kasse mit den Einnahmen der Kontrollen zu füllen, ja gar der Wegelagerei, räumt Kreisrat Klein aus. Dagegen spräche allein schon die Gegenüberstellung von Ausgaben und Einnahmen. Inklusive aller Abschreibungen und Personalkosten zahlt der Landkreis für beide Geräte pro Jahr etwa 733 000 Euro. Dagegen rechnet er mit gerademal 735 000 Euro Einnahmen – nur 2 000 Euro mehr also. „Um Einnahmen zu erzielen, wären stationäre Geräte die bessere Lösung“, betont Klein. Davon halte der Kreis aber Abstand. Und letztlich erinnert er: „Die Einnahmen sind welche, die jeder Betroffene hätte vermeiden können.“

Wenn der Blitz auslöst, ist es meist zu spät. Der Landkreis hat in neue Geräte investiert.

Und auch ein gezieltes Verstecken solle es nicht geben, betont Hartmann. Dass die Geräte nicht immer direkt auf der Straße stünden, sei nunmal nicht vermeidbar. Bewusst würden seine Mitarbeiter sie aber nicht tarnen. Obgleich die kleinen Geräte nicht mehr so schnell zu erkennen sind. Gab es früher noch die große „Mülltonne“, so steht nun das Messgerät unauffällig an der Straße und bei Bedarf zusätzlich ein Blitzer, um die nötige Fotoqualität zu erreichen. Die Bediensteten selbst müssen nicht mehr sichtbar daneben stehen. Sie können die Hardware kabellos kontrollieren – auf eine Entfernung von bis zu 100 Metern. Die Tatsache, dass es nicht mehr zwingend einen Blitz braucht, um aufzunehmen, mag einige Verkehrsteilnehmer irritieren. Sie können dennoch erwischt worden sein und Post vom Landkreis bekommen.

An die 300 Standorte sind es bislang, an denen der Kreis Messungen organisiert. Dabei stehen nicht nur Unfallschwerpunkte im Vordergrund. Vielmehr kommt der Kreis auch Hinweisen der Kommunen wie auch von Anwohnern nach. Leichte Wirkung scheinen die Kontrollen übrigens zu haben. Vor allem die heftigen Fälle, in denen Bußgelder fällig werden und es Punkte gibt, hätten stark abgenommen, weiß Hartmann.

Um zu signalisieren, dass der Landkreis auf Prävention setzt und nicht auf „Wegelagerei“, sollen die Stellen, an denen er kontrolliert, publik gemacht werden. Sie sind immer einige Tage vor der jeweiligen Woche im Internet unter www.kreis-ni.de/blitzernachzulesen.

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