Bündnis Hamelner Erklärung gründet Ausschuss „Weserversalzung“

Wasserqualität soll gesteigert werden 

Landkreis - Seit vergangener Woche ist ein weiteres Schwerpunktthema in den Fokus des Vereins Bündnis Hamelner Erklärung e.V. gerückt – die Reduzierung der Salzbelastung durch die Kali-Industrie und mögliche Schutzmaßnahmen zur Steigerung der Wasserqualität von Werra und Weser.

Damit greift das Bündnis ein Thema auf, welches die an der Weser liegenden Landkreise auf insgesamt über 450 Flusskilometern seit vielen Jahren beschäftigt. Dem frisch gegründeten Ausschuss gehören im ersten Schritt sechs Landkreise (Hameln-Pyrmont, Höxter, Holzminden, Kassel, Nienburg, Schaumburg) und drei Städte (Beverungen, Hameln, Höxter) an.

Mit Bernd Kleibl vom Landkreis Kassel wurde in der Gründungsversammlung ein Vorsitzender gewählt, der als Fachbereichsleiter beim Landkreis Kassel seit Jahren im Thema verankert ist und deshalb bereits über zahlreiche Kontakte zu Behörden und Initiativen in der Region verfügt.Der Kali- und Salzabbau in der hessisch-thüringischen Kali-Region führt seit über einem Jahrhundert zu gewaltigen Mengen an hochschädlichen Rückständen. Der trockene Teil dieser Abfälle wird überwiegend oberirdisch zu riesigen Halden aufgeworfen, die flüssigen Produktionsabwässer werden in die Werra eingeleitet oder in einer Gesteinsschicht verpresst. 

Salzwasser fließt in Weser 

Händeringend wird vom Bergbauunternehmen nach kurzfristigen Entsorgungsalternativen zur Aufrechterhaltung der Produktion gesucht, im Moment wird dafür die Fernableitung sehr großer Mengen gewässerschädlicher Salzabwässer direkt in die Oberweser vorbereitet. „Die Verlagerung der nach wie vor ungelösten Umweltprobleme vom Produktionsstandort nunmehr an die Oberweser ist nicht die Lösung, weder für K+S und schon gar nicht für uns Flussanlieger. Es muss intelligentere Lösungen geben, und die gibt es auch“, so Bernd Kleibl. Die von den Auswirkungen der Werra- und Weserversalzung betroffenen Landkreise und Gemeinden, aber auch Fischereiverbände, Wirtschaftsunternehmen sowie Umweltinitiativen und -verbände kämpfen seit vielen Jahren unablässig für die Verringerung der Salzabwassereinleitung in das hochbelastete Gewässersystem. Endlich sollen nun auch an Werra und Weser die europäischen Umweltstandards erreicht werden.

„Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Zusammenschlüssen. Vielmehr möchten wir deren Arbeit mit unseren Erfahrungen in ihrer Arbeit unterstützen“, stellt Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels, Vorsitzender des Vereins, heraus und ergänzt: „Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir sowohl durch unsere Zusammensetzung über Länder- und Parteigrenzen hinaus, als auch durch unsere Art des Herangehens an die Probleme viel erreichen können und sind sicher, dass uns dies auch bei diesem Thema gelingt.“

Das Bündnis

Das Bündnis wird bei den jetzt anstehenden Gesprächen und Verhandlungen mit allen Beteiligten analog zum SuedLink nicht als „Verhinderer“ agieren, sondern sich dafür einsetzen, dass die Belange aller berücksichtigt werden. Das Bündnis vertritt die Position, dass das weltweit agierende Bergbauunternehmen auch in Deutschland dauerhaft und wirtschaftlich erfolgreich produzieren können muss. Allerdings kann dies nur im rechtlich zulässigen Rahmen und mit möglichst wenig Belastung für die Umwelt geschehen – so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder. Hierzu ist es zwingend notwendig, dass Verbindlichkeiten verhandelt werden. Nach der nun erfolgten Ausschussgründung wird das Bündnis zunächst Gespräche mit allen Beteiligten führen.

Das Landkreisbündnis „Hamelner Erklärung“ steht für eine innovative Form der überregionalen Zusammenarbeit. Entstanden ist das Bündnis aus der länderübergreifenden Betroffenheit vieler Landkreise durch den von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT TSO und TransnetBW geplanten Korridor zum Bau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ) im Rahmen des Netzentwicklungsplans der Bundesrepublik Deutschland.

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