Mehr Unfallfahrer fliehen

Landkreis Nienburg: Weniger Verletzte im Verkehr

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Mehr als 3000 Mal hat es im vergangenen Jahr im Landkreis Nienburg gekracht. Nicht nur die Polizei auch Feuerwehr- und Rettungskräfte sind dann im Einsatz. So wie bei dem Unfall, der sich im Januar auf der B 6 ereignete. Ein Auto ist in einen entgegenkommenden Lkw gefahren. Drei Menschen wurden schwer verletzt.

Nienburg - „Rückgang bei den Unfällen mit Personenschäden, negativer Trend bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle setzt sich fort, Wildunfälle und Verkehrsunfallfluchten stellen mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle dar“, so fasst Frank Kreykenbohm, Leiters der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, die Verkehrsunfallstatistik 2017 für den Landkreis Nienburg zusammen.

Lediglich 0,26 Prozent ist die Gesamtzahl der Unfälle im Straßenverkehr gestiegen. Mit diesen 3027 aufgenommenen Unfällen wird jedoch erneut die 3000er-Marke überschritten und ein neues Zehnjahreshoch markiert, berichtet die Nienburger Polizei. Während in den vergangenen Jahren Anstiege von teils mehr als 100 beziehungsweise 180 Unfällen zu verzeichnen waren, fiel der Anstieg im vergangenen Jahr mit 8 Stück allerdings deutlich moderater aus.

Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Unfallzahlen sei die Steigerung bei den Unfallfluchten und Wildunfällen, die mit 1589 Fällen zusammen bereits mehr als die Hälfte des gesamten Unfallgeschehens ausmachen. Betrachte man hier den Anstieg um 35 Unfälle, werde die Zunahme bei den Gesamtunfällen von 8 mehr als kompensiert.

Im Gegensatz zu dieser Entwicklung zeigt sich bei den Unfällen mit Personenschaden ein insgesamt rückläufiger Trend. So wurden im Jahr 2017 insgesamt 427 Unfälle mit Personenschaden aufgenommen, das waren 11 weniger als im Vorjahr. Im 10-Jahres-Vergleich ereigneten sich nur in den Jahren 2013 bis 2015 weniger derartige Unfälle.

Verkehr in Nienburg: Gefahren durch Rauschmittel

Während die Zahl der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden im Landkreis Nienburg von 100 (2016) auf 113 im Jahr 2017 gestiegen ist, hat sich die Zahl der Unfälle mit leichtverletzten Personen von 338 in 2016 auf 314 verringert. Im Kreis ereigneten sich in 2017 insgesamt 6 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Insgesamt kamen 2017 7 Personen bei Unfällen ums Leben, 13 Personen waren es 2016). Seit mehr als 10 Jahren ist kein Kind bei einem Verkehrsunfall im Landkreis Nienburg ums Leben gekommen. „Konnten wir uns bei der Vorstellung der Kriminalstatistik mit einem deutlichen Rückgang der Straftaten noch über einen Sicherheitsgewinn für den Landkreis Nienburg freuen, gilt dies leider nicht für die Verkehrsunfallsituation auf den Straßen unserer Region“, erklärt der der Leiter der Polizeiinspektion, Frank Kreykenbohm.

„Durch einen mittlerweile über mehrere Jahre feststellbaren Anstieg bei den Wildunfällen und Verkehrsunfallfluchten haben wir im zurückliegenden Jahr mit 3027 Verkehrsunfällen ein neues Zehnjahreshoch erreicht. Positiv hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist allerdings, dass bei den Unfallfolgen, was verletzte und getötete Personen angeht, ein eher rückläufiger Trend feststellbar ist. Den gilt es in den nächsten Jahren durch weitere Anstrengungen und Aktivitäten im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit zu verstetigen.“, sagt der Polizeichef in einer ersten Bewertung.

Einfluss von Alkohol und Drogen

Der Konsum von Drogen und Alkohol durch Fahrzeugführer birgt ein überproportional hohes Gefährdungspotenzial im Straßenverkehr, was sich auch in den häufig schweren Unfallverläufen zeigt, berichtet die Polizei.

Aufgrund eines hohen Dunkelfeldes werde den Beamten regelmäßig nur ein kleiner Teil der Fahrten unter Drogen und Alkohol bekannt. Im vergangenen Jahr sei daher bei Verkehrskontrollen ein besonderer Fokus auf diese Unfallursache gelegt worden. Durch die gesteigerte Kontrolltätigkeit habe sich die Anzahl der festgestellten folgenlosen Fahrten unter Drogeneinfluss deutlich von 44 im Vorjahr auf 72 in 2017 erhöht. Die Unfälle unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln blieben mit fünf Unfällen auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre.

Bei den Fahrten unter Einfluss von Alkohol seien die Aktivitäten der Polizei weniger erfolgreich gewesen, heißt es in der Mitteilung zur Verkehrsstatistik. Hier ereigneten sich in diesem Zusammenhang 52 Unfälle und damit 14 mehr als im Vorjahr. Die festgestellten folgenlosen Trunkenheitsfahrten lagen mit 106 leicht unter den Zahlen vom Vorjahr (116). Die höchste festgestellte Blutalkoholkonzentration betrug 3,2 Promille.

Betrachtung der Risikogruppen

Innerhalb der Altersgruppen der bis 14-Jährigen und der über 65-Jährigen hat die Polizeistation bei den Unfallfolgen keine signifikanten Veränderungen registriert. In der Gruppe der 18 bis 24 Jahre alten Verkehrsteilnehmer sei nach mehreren Jahren des kontinuierlichen Rückgangs seit 2016 wieder eine Steigerung bei den Unfallfolgen zu verzeichnen. Hier stieg in 2017 die Zahl der leichtverletzten Personen um 6 auf 99 und die Zahl der schwerverletzten Personen um 7 auf 24.

Landkreis Nienburg: Mehr Unfallfluchten und Wildunfälle

Die Verkehrsunfallfluchten im Landkreis Nienburg stiegen im vergangenen Jahr von 522 auf 548 an. In 248 Fällen (227 in 2016) konnte die Unfallverursacher ermittelt werden, die Aufklärungsquote liegt damit bei 45,26 Prozent. Einen sehr großen Anteil am Unfallgeschehen haben im Landkreis Nienburg die Wildunfälle. 1041 Fälle sind polizeilich aufgenommen worden.

Die Unfallkommission für den Landkreis, die sich aus Vertretern der Straßenbauverwaltung, der Straßenverkehrsbehörden und der Polizei zusammensetzt, werde sich jetzt zeitnah mit Unfallhäufungsstellen beschäftigen und notwendige Verbesserungsmaßnahmen initiieren.

Quelle: kreiszeitung.de

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