Die Brücke, die keine ist

Weserüberquerung der Bundeswehr zieht Schaulustige an

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Ein seltenes Bild aus unserem Landkreis: Ein Bundeswehrpanzer überquert die Weser auf einer Brücke – bestehend aus Amphibienfahrzeugen. Der Grund war eine Großübung am Donnerstag

Landkreis - Von Max Brinkmann. Das Panzerbatallion 130 aus Minden war zu Gast im Landkreis Nienburg. Für eine Großübung bezogen die Soldaten von Mittwoch bis Donnerstag auch Station in der Clausewitz-Karserne Langendamm. Eine der spektakulärsten Übungseinheiten, die das Panzerbatillion im Landkreis durchführte, war wohl die Weserüberquerung auf sogenannten „Kriegsbrücken“.

Die Verlege- und Kfz-Marschübung entstand durch eine Kooperation mit anderen Truppenteilen. Zielort war der Truppenübungsplatz Bergen (Landkreis Celle), den die Soldaten am Freitag erreichten. Montag und Dienstag erkundeten zunächst wenige Fahrzeuge den Übungsraum.

Am Mittwochmorgen startete die eigentliche Verlegungsaktion. Die Marschstrecke des Panzerpionierbataillons führte aus Minden durch den südlichen Landkreis über Leese, Landesbergen und Nienburg auf den Standortübungsplatz Langendamm. Am Mittwochnachmittag verlegte zudem die „3. Panzergrenadierlehrkompanie 92“ ihre Fahrzeuge über die B 214 aus Schwarmstedt zum Übungsplatz Langendamm – alles in sogenannten Marschpaketen. Früh um 6 Uhr am Donnerstagmorgen ging es für die Soldaten schon weiter. Über die Bundesstraße 6 ging es bis Marklohe und weiter nach Stendern. Dort stand das Highlight des Tages an: die Weserüberquerung nach Eystrup.

„Tankspotter“ in Eystrup

Und zwar nicht über eine gewöhnliche Brücke, sondern über eine Kriegsbrücke. Das heißt, 16 militärische Amphibienfahrzeuge sind in die Weser gefahren und setzten sich quasi zu einer Brücke zusammen, die anschließend mit Platten ausgelegt wurde. Zuvor wurden allerdings einige Panzer mit der Fährentechnik an das andere Weserufer transportiert. „Damit die Fahrer sowohl die Fähre, als auch die Brücke üben können“, erklärt Pressesprecher, Hauptmann Blüggel.

Auch die Geschütze der Panzer waren während der Übung ständig besetzt.

Die Weserüberquerung zog auch gut 50 Schaulustige an. Das waren aber meist nicht bloß Passanten, sondern sogenannte „Tankspotter“ – richtige Panzer- und Bundeswehrfans. „Es gibt da eine große Community, die sich bei solchen Großübungen abspricht“, weiß Blüggel. An beiden Weserufern waren am Donnerstagmittag also gleich mehrere Teleobjektive zu sehen, die das Militär bei der Arbeit beobachteten. Sobald einer der 30 Pionier-, Schützen- und Bergepanzer über dem Deich sichtbar wurde, machte sich Aufregung breit.

Zur Fotostrecke geht es hier.

Weiter bis nach Bergen

Es wurde übrigens wie im Ernstfall geübt: Zuerst überquerten einige Panzer per Fähre die Weser. Im Ernstfall würden diese nun die andere Seite absichern, bis die Brücke zusammengebaut und der Rest nachgezogen werden kann. „Wenn abzusehen wäre, dass es einige Stunden dauert bis die nächsten Kolonnen ankommen, würde sich die Brücke wieder auflösen und die Amphibienfahrzeuge sich quer über die Weser verteilen um nicht ein großes Ziel zu bilden“, erklärt Blüggel.

Nach den Panzern fuhren dann zuletzt die vielen Versorgungsfahrzeuge über die provisorische Brücke. Danach ist die Überquerungsmöglichkeit genau so schnell wieder verschwand, wie sie aufgetaucht war. „Wir liegen sogar vor dem Zeitplan“, lobte Blüggel seine Kollegen.

Von Eystrup aus fuhren die Militär-Kolonnien wieder Richtung Holtorf wo es nach dem Kreisel über die Wölper Straße in Richtung Steimbke ging. Hinter Rodewald erreichten sie schließlich das Etappenziel Norddrebber (Landkreis Heidekreis). Am Freitag zogen sie schließlich zum Zielort Bergen weiter, wo eine Abschlussübung stattfand.

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