Fünf Fragen an Landtagskandidaten in Nienburg-Nord

Christian Libbe (AfD): „Mehr Nutztiere in Freilandhaltung“

Landkreis Nienburg - „Mein Name ist Christian Libbe. Ich bin 30 Jahre alt, Familienvater, selbstständig und lebe in der Gemeinde Hilgermissen“, so stellt sich der Landtagskandidat der AfD vor.

Weder einen Wahlspruch noch seine Stärken und Schwächen nennt der 30-Jährige – und lässt wissen, dass er nach dem Einzug in den Kreistag mit dreien seiner Parteikollegen an diesen Erfolg anknüpfen möchte. Im Interview vor der Landtagswahl am 15. Oktober nimmt Libbe Stellung zu aktuellen landespolitischen Themen. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Wenn landesweit mindestens 300 Lehrer an den Schulen fehlen, weil es nicht genügend Bewerber gibt, dann ist das ein Kardinalproblem im Bildungsbereich. Denn Bildung schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft – persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wie wollen Sie das akute Lehrermangel-Problem lösen und wie wollen Sie das finanzieren?

Christian Libbe: Dem Lehrermangel-Problem ist nur entgegenzuwirken, indem man den Beruf des Lehrers stärker honoriert und die Arbeitsbedingungen verbessert, um diesen Beruf somit wieder attraktiver zu gestalten. Eine hochwertige Schulausbildung für unsere Kinder muss gewährleistet bleiben, koste es was es wolle.

Dass die Polizei in Niedersachsen verstärkt werden muss, ist – wie Wahlprogramme beweisen – politisch unstrittig. Wieviele neue Kräfte wollen Sie einstellen – auch mit Blick auf die bevorstehende Pensionierungswelle? Und vor allem: Wie wollen Sie diese Polizisten in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen?

Libbe: Die altersbedingten Abgänge von Polizeibeamten müssen natürlich vollständig ausgeglichen und zusätzliches Personal nach Bedarf der niedersächsischen Polizei eingestellt werden. Der Beruf des Polizisten muss einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft erlangen, sowie umfangreicher und zeitgemäßer beworben werden.

Haben Sie Sorge um die Innere Sicherheit in Niedersachsen? Wenn ja, was muss dann sofort umgesetzt werden?

Libbe: Ich habe vollstes Vertrauen in die niedersächsischen Sicherheitskräfte. Doch beobachte ich die stetig wachsende radikal-islamistische Szene, sowie die Zahl der islamistischen Gefährder mit Sorge. Gruppierungen die die freiheitlich demokratische Grundordnung ablehnen müssen konsequent verboten werden.

Die Klagen über eine überlastete Justiz scheinen kein Ende zu nehmen. Der Niedersächsische Richterbund fordert 250 neue Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Libbe: Ich unterstütze die Forderung nach mehr Stellen für die Gerichte und Staatsanwaltschaften. Das diese völlig überlastet sind ist seit Jahren ein bekanntes Problem. Es ist nicht hinnehmbar, dass Verfahren, mangels Personal, auf der Strecke bleiben. Hier muss schleunigst gehandelt werden.

Niedersachsen hat Schwein – sprich mit 8,01 Millionen Borstentieren mehr Schweine als Bürger (7,7 Millionen Einwohner). Der Tierschutz in der Landwirtschaft hat deshalb – nicht nur für Schweine – enorme Bedeutung. Was würden Sie sofort verbessern?

Libbe: Ich würde mir wünschen, dass niedersächsische Nutztiere wieder ausschließlich regional geschlachtet und vermarktet werden würden, um den Tieren die Strapazen des oftmals hunderte Kilometer langen Transportweges zu Großschlachthöfen zu ersparen. Außerdem würde ich es begrüßen, wieder mehr Nutztiere in Freilandhaltung zu sehen.

Die schätzungsweise 120 Wölfe in Niedersachsen haben laut Landesjägerschaft in neun Jahren 500 Nutztiere gerissen. Der Konflikt zwischen Nutztierhaltern und Wolfsanhängern wird immer schärfer. Haben Sie eine Lösung?

Libbe: Ich befürworte die traditionelle Jagdausübung und unterstütze das Leitbild:Wald und Wild im Einklang der Natur. Die Alternative für Deutschland setzt sich nachdrücklich dafür ein, alles Raubwild, so auch den Wolf, unter Berücksichtigung des Naturschutzgesetzes in das Landesjagdgesetz aufzunehmen.

Landtagswahl-Kandidaten im Porträt

In unserer Reihe „Kandidaten im Porträt“ stellen sich die Landtagskandidaten vor. Christian Libbe bewirbt sich im Wahlkreis Nienburg-Nord (Bruchhausen-Vilsen, Heemsen, Hoya, Marklohe, Steimbke) für die AfD erstmals für den Landtag. Diese Partei war bei der Landtagswahl 2013 nicht angetreten. Libbe engagiert sich seit 2015 im Landkreis Nienburg für die AfD, ist Vorstandsmitglied des Kreisverbands und Kreistagsmitglied.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © AFD

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