Fünf Fragen an Landtagskandidaten in Nienburg/Schaumburg

Torben Franz (Die Linke): „Starke Zivilgesellschaft hilft“

Landkreis Nienburg - „Wenn du etwas ändern willst, pack es an“, so lautet der Wahlspruch, der Torben Franz begleitet. Der 23-Jährige kandidiert für die Linken für den Landtag. Er wohnt in Nienburg. „Leidenschaft für die Sache“, benennt er als seine Stärke. Und was ist seine Schwäche? „Manchmal etwas unorganisiert“, antwortet er.

Angst hat Franz vor „einer rechten Regierung“. Im Interview vor der Landtagswahl am 15. Oktober nimmt er Stellung zu aktuellen landespolitischen Themen. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Wenn landesweit mindestens 300 Lehrer an den Schulen fehlen, weil es nicht genügend Bewerber gibt, dann ist das ein Kardinalproblem im Bildungsbereich. Denn Bildung schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft – persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wie wollen Sie das akute Lehrermangel-Problem lösen und wie wollen Sie das finanzieren?

Torben Franz

Torben Franz: Nun, zuerst einmal muss man sagen, dass die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer nicht weiter verschlechtert werden dürfen. Die Arbeitszeit zu verlängern war ein riesiger Fehler, der Niedersachsen unattraktiv gemacht hat. Und dann muss für die Zukunft mehr ausgebildet werden. Eine Sofortlösung gibt es leider nicht.

Dass die Polizei in Niedersachsen verstärkt werden muss, ist – wie Wahlprogramme beweisen– politisch unstrittig. Wie viele neue Kräfte wollen Sie einstellen – auch mit Blick auf die bevorstehende Pensionierungswelle? Und vor allem: Wie wollen Sie diese Polizisten in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen?

Franz: Was wir wieder brauchen und wie wir es auch fordern ist vor allem, dass eingesparte Stellen wieder hergestellt werden. Damit wir auch auf dem Land eine vernünftige Abdeckung mit Polizisten hergestellt werden kann. Hierfür müssen vor allem Mittel für Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohner/innen bereit gestellt werden.

Haben Sie Sorge um die Innere Sicherheit in Niedersachsen? Wenn ja, was muss dann sofort umgesetzt werden?

Franz: Nein ich habe derzeit keine Sorge. Um die Sicherheit in Niedersachsen und Deutschland ist es relativ gut bestellt. Mit einer Ergänzung der Polizeikräfte vor allem im ländlichen Raum haben wir eine gute Abdeckung. Was uns gegen die Angriffe auf unsere Gesellschaft am meisten hilft, ist eine starke und aufmerksame Zivilgesellschaft.

Die Klagen über eine überlastete Justiz scheinen kein Ende zu nehmen. Der Niedersächsische Richterbund fordert 250 neue Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Franz: Grade an Sozial- und Verwaltungsgerichten sind mehr Richterinnen und Richter dringen notwendig und es ist geboten, die Geschwindigkeit der Justiz auszubauen. Dies ist wichtig für Täter als auch für Opfer.

Niedersachsen hat Schwein – sprich mit 8,01 Millionen Borstentieren mehr Schweine als Bürger (7,7 Millionen Einwohner). Der Tierschutz in der Landwirtschaft hat deshalb – nicht nur für Schweine – enorme Bedeutung. Was würden Sie sofort verbessern?

Franz: Klar ist, dass die Bedingungen der Massentierhaltung keine Zukunft haben werden. Grade bei großen Konzernen haben nicht nur Tiere, sondern auch Menschen das Nachsehen. Eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und ein Wandel der Subventionen und Förderungen hin zu Qualitätsorientierung ist notwendig.

Die schätzungsweise 120 Wölfe in Niedersachsen haben laut Landesjägerschaft in neun Jahren 500 Nutztiere gerissen. Der Konflikt zwischen Nutztierhaltern und Wolfsanhängern wird immer schärfer. Haben Sie eine Lösung?

Franz: Der Artenerhalt und Schutz ist sehr wichtig für eine Gesellschaft, die auch Umweltschutz zu ihren Werten zählt. Wir müssen uns wieder auf den Wolf einstellen. Klar ist: Wir lassen die Nutztierhalter damit nicht allein. Sie sollen Schutzmaßnahmen erhalten, sodass keine Existenzen daran zu Bruch gehen können.

Landtagswahl-Kandidaten im Porträt

In unserer Reihe „Kandidaten im Porträt“ stellen sich die Bewerber um ein Landtagsmandat vor.

Torben Franz kandidiert im Wahlkreis Nienburg/Schaumburg, zu dem aus dem Landkreis Diepholz Wagenfeld und Kirchdorf gehören. Franz hatte bei der Landtagswahl 2013 exakt 888 Stimmen und damit das fünftbeste Ergebnis geholt. Er hat einen Sitz im Stadtrat Nienburg.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © Franz

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