Neuer Werkstatt-Standort und Suche nach Kooperationspartnern aus heimischer Wirtschaft

Lebenshilfe investiert in Berufsbildung

Berufliche Bildung bei der Lebenshilfe Nienburg gibt es demnächst im ehemaligen Kolossa-Zentrallager am Südring.

Nienburg (jh) · Die Lebenshilfe Nienburg hat das ehemalige Kolossa-Zentrallager am Südring in Nienburg gekauft. Nach einer umfassenden Neugestaltung ist geplant, dort den bislang auf mehrere Standorte verteilten Nienburger Berufsbildungs-Bereich (BBB) der Lebenshilfe anzusiedeln. Außerdem entstehen neue Plätze im Arbeitsbereich, um die in den Werkstätten herrschende Raumnot zu lindern.

Im Berufsbildungs-Bereich werden Menschen mit Behinderung ihren Fähigkeiten und Interessen gemäß geschult und ausgebildet, um entweder eine Tätigkeit in den Werkstätten der Lebenshilfe zu übernehmen, eine weiterführende Maßnahme zu besuchen oder idealerweise in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln. Der BBB der Lebenshilfe verfügt vor diesem Hintergrund auch über eine eigene Klasse an der Berufsschule.

Bislang gibt es im Landkreis Nienburg vier BBB-Standorte: Einen in Stolzenau und drei (Ziegelkampstraße, Südring und Forstweg) in Nienburg. Letztere sollen nach dem komplett ohne Fördergelder mit Eigenmitteln finanzierten Um- und Ausbau des 1 150 Quadratmeter großen ehemaligen Zentrallagers zusammengelegt werden. Es liegt direkt neben dem bereits vorhandenen Standort der Werkstatt. „Vier ortsansässige Architekturbüros wurden gebeten, für dieses Vorhaben Entwürfe zu entwickeln“, sagt Jochen Ruhmer-Emden, Fachbereichsleiter Werkstätten bei der Lebenshilfe. Ziel ist, den neuen BBB noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen.“ Im Zuge des Um- und Ausbaus sollen insgesamt 60 weitere Plätze entstehen, „um die herrschende Überbelegung zu reduzieren, die durch den steten Zustrom von Menschen, die Betreuung im Arbeitsleben benötigen, entstanden ist.“

Eine inhaltliche Herausforderung besteht nach den Worten von Einrichtungsleiterin Hella Tietz darin, Menschen verschiedenen Alters mit psychischer, geistiger oder körperlicher Behinderung konzeptionell einzubinden. Außerdem sollen bestehende Schwerpunkte der Berufsbildung gestärkt und eventuell auch neue Bildungs- und Förderfelder dazukommen.

Stichwort „Bildung und Förderung“: „Die Lebenshilfe sucht nach Kooperationspartnern, nach Firmen der heimischen Wirtschaft, die Männer und Frauen aus dem Berufsbildungsbereich in ihrem Unternehmen einsetzen wollen“, so Hella Tietz.

Kosten entstehen dem jeweiligen Betrieb nicht; die Teilnehmer dieser Maßnahmen werden außerdem von Fachkräften der Lebenshilfe betreut, um dem jeweiligen Unterstützungs- und Begleitungsbedarf gerecht zu werden. „Dabei kann es sich um einige Wochen oder ein ganzes Jahr handeln, da sind wir flexibel.“

Ebenso breit gefächert ist die Qualifikation der in Frage kommenden Praktikanten – die reicht vom Helfer über ausgebildete Handwerker bis zum Informatiker. „Ein Einsatz unserer BBB-Teilnehmer im Betrieb kann eine gute Brücke zurück in den ersten Arbeitsmarkt sein“, ist sich Hella Tietz sicher.

Interessierte Unternehmen können sich unter Tel. 050 21 / 60 45 50 direkt informieren.

Quelle: kreiszeitung.de

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