Gesprächskreis für Väter von verstorbenen Kindern geplant

„Die Lebenskraft ist noch größer als die Verzweiflung“

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Unter dem Namen „Wenn es dunkel bleibt“ will Klaus Römer einen Gesprächskreis ins Leben rufen.

Magelsen - Von Jana Wohlers. Wenn dem eigenen Leben durch den Tod des geliebten Kindes der Sinn geraubt wird, die Dunkelheit der Nacht schier nicht zu enden scheint und die Welt sich trotzdem weiter dreht wie zuvor – dann sind Eltern von jetzt auf gleich mit einer Haltlosigkeit konfrontiert, die mit nichts anderem vergleichbar ist.

Der Magelser Psychotherapeut Klaus Römer weiß das aus eigener Erfahrung und möchte daher einen Gesprächskreis für Väter von verstorbenen Kindern ins Leben rufen, der Betroffenen Halt spenden und ein bewertungsfreies, von Vertrauen geprägtes Klima bieten soll.

Unter dem Namen „Wenn es dunkel bleibt – Leben mit dem unheilbaren Schmerz“ will Römer eine Möglichkeit für Väter schaffen, in dem sein darf, was sein möchte.

Der haltspendende Gesprächskreis ist als Gruppe mit mindestens sechs und maximal acht Teilnehmern, die sich zunächst ein halbes Jahr lang monatlich treffen, geplant. Angebote wie dieses suche man in der Region vergeblich, weiß der Traumatherapeut.

Andere Trauer als bei Frauen

Der Gesprächskreis richtet sich an Väter verstorbener Kinder. „Männer trauern anders als Frauen. Um dem gerecht zu werden, ist es schlüssig, einen Gesprächskreis für Väter anzubieten“ sagt Römer.

Die Entscheidung, einen solchen Gesprächskreis ins Leben zu rufen, habe Zeit gebraucht und sei gereift. Die Schwere des Verlusts eines Kindes gibt Betroffenen oft das Gefühl, nichts im Leben habe mehr einen Sinn – und trotzdem scheint alles weiterzugehen wie bisher. Ein Widerspruch, wenn weiterhin Tag für Tag vergeht, man funktioniert, ohne wirklich am Leben teilzunehmen, und abgeschnitten ist von allem, was bisher Sinn ergeben hat. 

„Für viele Betroffene ist der zweite Schmerz der, sich von dem eigenen sozialen Umfeld im Stich gelassen zu fühlen“, sagt Römer. Wenn sich der eigene Freundeskreis abwendet, Menschen, die einem bisher nah waren. Ein Gefühl des Gemieden- und Ausgegrenzt-Seins stellt sich ein. Betroffene fühlen sich unverstanden, als sei etwas an ihnen nicht richtig, bis hin zu dem Gefühl, wie Aussätzige behandelt zu werden. Römer: „Dann bleibt nicht mehr viel.“

Gesprächskreis sei richtiges Format

Bewusst hat sich Klaus Römer für ein Angebot in Form eines Gesprächskreises entschieden. „In einer Gruppe können Betroffene Halt finden, zum Beispiel über die Erfahrung, dass sie mit diesem Schicksal nicht alleine sind, und Erfahrungen machen, die im Alltag integrierbar sind.“ Denn eines weiß der Psychotherapeut: „Die Lebenskraft ist bei Betroffenen, die Tag für Tag weiter kämpfen, noch größer als die Verzweiflung.“

Der regelmäßige Austausch unter Betroffenen in einem Gesprächskreis bildet einen Anker für ein Leben, in dem nichts mehr so ist oder jemals wieder so sein wird, wie es einmal war.

Die Treffen des Gesprächskreises sind jeweils an Mittwochabenden in der Zeit von 18.30 bis 20.30 Uhr im Gesundheitszentrum in Magelsen geplant, die Kosten betragen 25 Euro pro Person und Abend. Sobald die Mindestteilnehmerzahl von sechs Personen erreicht ist, werden die Termine festgelegt.

Weitere Infos gibt es bei Klaus Römer unter Telefon 04256/9830969 oder per E-Mail an klaus@roemer-therapie.de.

www.roemer-therapie.de

Quelle: kreiszeitung.de

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