Der letzte seiner Art – der im Zirkus lebt

Circus Belly in Nienburg: Peta fordert Umzug von Robby in Auffangstation

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Schimpanse Robby wird vorerst mit Circus Belly durchs Land ziehen. Dagegen protestiert die Tierschutzorganisation Peta. 

Nienburg - Der Circus Belly gastiert ab Freitag, 20. April, bis Sonntag, 29. April, auf der Festwiese in Nienburg. Noch immer dabei ist Robby, der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus. Wenngleich ihm seit einem Gerichtsurteil Auftritte erspart bleiben, übt die Tierrechtsorganisation Peta Kritik in einer Pressemitteilung.

„Circus Belly schürt Ängste, dass Robby in einer Auffangstation ums Leben kommen könnte, hat aber keine Bedenken, den ‚Affen-Opa‘ weiterhin der Tour durch Deutschland auszusetzen“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Dem Argument, dass der Transport und die neue Lebenssituation unter Artgenossen lebensgefährlich für Robby sein könnten, widerspricht Peta: „Die Erfolgsgeschichten von Animal Advocacy and Protection (AAP) und anderen Auffangstationen zeigen, dass auch Schimpansen, die jahrzehntelang in Isolation gelebt haben, von einem Umzug in eine Auffangstation profitieren.“

Direktor Klaus Köhler und sein Pferde-Zug treten beim Circus Belly auf. - Foto: Circus Belly

Tierärzte, die Robby begutachteten, kamen zu unterschiedlichen Einschätzungen, was das Beste für den betagten Affen ist. Robby leide an Verhaltensstörungen und könne seine Sexualität nicht ausleben, urteilte ein Experte. Der Affe solle deshalb in die niederländische Auffangstation AAP umziehen, die auf die Resozialisierung von Affen in schlechter Haltung spezialisiert ist. Eine andere Expertin meinte, Robby verstehe die Schimpansensprache gar nicht. Ihn aus seiner Umgebung herauszunehmen, sei brutal und potenziell lebensbedrohlich.

Im April 2017 hat das Verwaltungsgericht Lüneburg beschlossen, dass Robby umziehen darf. Der vom Gericht bestellte Gutachter hatte gute Chancen für eine erfolgreiche Eingliederung attestiert. Im Januar dieses Jahres ließ das Oberverwaltungsgericht Lüneburg aufgrund der Bedenken bezüglich der Resozialisierung des Affen Berufung zu.

Kamele, Lamas und edle Rasse-Pferde

Der Circus Belly kommt in Nienburg also ohne Schimpanse Robby aus. Mit einem nach eigenen Angaben gänzlich neuen Programm will der Zirkus seine Zuschauer dennoch in Staunen versetzten. Bei den täglichen Auftritten ab 16 Uhr werden neben Köhler, „der seine Kamele, Lamas und edlen Rasse-Pferde präsentiert“, und dem Clowntrio Avantes, welches das Publikum zum Lachen bringen möchte, auch Utnir Aquino Hernandez vom Kubanischen Staatszirkus dabei sein. Hernandez beherrscht seinen Körper mit Kraft und Gelenkigkeit und will seine Tricks am Mast zeigen.

Außerdem gibt es noch Aron, den Drahtseilkünstler, welcher, wie in der Pressemitteilung steht, in Fachkreisen zu den besten Drahtseilkünstlern Europas zählt. Mit „seinem schauspielerischen Talent“ verleiht er seiner Nummer „die besondere Note“ und bringt das Publikum zum Staunen, heißt es.

Die Artistin Rosalie Held, die von der Berliner Artistenschule kommt, ist neu beim Circus Belly. Sie präsentiert sich in zehn Metern Höhe im Schlaufentuch. „Ohne Sicherheitsleine und doppelten Boden zeigt sie sich mit spektakulären Tricks“, heißt es in der Pressemitteilung. Zusätzlich präsentiert sie noch „Äquilibristik (artistische Kunst des Balancierens) der ganz besonderen Art“.

In der Rolle des „Machado“ zeigt sich Ruven Köhler als Feuerkünstler. Er bietet neben dem Feuerspucken ein selten gesehenes Kunststück, bei dem er Feuerräder tanzen lässt. Danach zeigt er mit Stolz Riesenschlangen und einen Mississippi-Alligatoren, welchen er hypnotisieren will. Desweiteren lässt Miss Loreen die Reifen tanzen, und Clown Zippogalli gibt Slapstick zum Besten. Tickets gibt es unterTelefon 0175/41 44 644 oder an der Zirkuskasse. Am Sonntag, 29. April, ist der Eintritt für Kinder kostenlos.

Quelle: kreiszeitung.de

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