Drakenburger streben Bürgerbegehren an

Drakenburger Grundschule schließt - für immer?

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Die Grundschule Drakenburg hatte am Mittwoch ihren letzten Schultag und soll jetzt geschlossen werden.

Drakenburg. Aller Protest hat nichts geholfen: In Drakenburg und Deblinghausen schlossen sich die Grundschultüren nicht nur für die Sommerferien.

Auf dem Land verändern sich gewachsene Strukturen: Erst schließt die Post, dann der Bäcker – und jedes Jahr gehen auch irgendwo in Niedersachsen wieder in ein paar Grundschulen für immer die Lichter aus. In Drakenburg und Deblinghausen hat aller Protest nichts geholfen.

Ein freundlicher roter Backsteinbau, an den Fenstern ein paar Kinder-Basteleien: Der letzte Schultag vor den großen Ferien ist für die Grundschüler im kleinen Ort Drakenburg in der Samtgemeinde Heemsen auch der letzte in ihrer alten Schule gewesen. Für die Schüler dort heißt es Abschied nehmen von den vertrauten Räumen, denn zum neuen Schuljahr schließt die Dorfschule – vermutlich wohl für immer. Das sagte jetzt Schulleiter Uwe Plorin bei der Verabschiedung der Viertklässler. In Anwesenheit der Eltern bedankte er sich bei dem Elternvertreter Tobias Metje und bei Jörg Panzer, die sich mit großem Engagement für den Erhalt der Schule, die vor etwa 60 Jahren am Weserweg gebaut wurde, eingesetzt hatten.

Eine von vier Grundschulen in Niedersachsen

Drakenburg ist nach Angaben der Landesschulbehörde eine von vier Grundschulen in Niedersachsen, die jetzt geschlossen werden. Landesweit gibt es derzeit 1620 reine Grundschulen, alle von der Schließung betroffenen befinden sich in dörflichen Regionen.

Gegen das Aus für den Standort gab es im Ort viel Protest – wie fast immer, wenn Dorfschulen schließen. Denn die Kinder kommen nun nicht mehr zu Fuß zum Unterricht. „Es sind zwar nur vier Kilometer bis nach Heemsen“, berichtet Linda Rehm vom Schulelternrat der Grundschule Drakenburg. „Aber für viele Kinder aus Drakenburg heißt das, dass sie nun mit dem Bus zur Schule fahren müssen.“

Väter und Mütter wehrten sich, hängten Banner im Ort auf: „Unsere Schule muss bleiben“ heißt es darauf. „Die Eltern waren natürlich geknickt, als sie verloren haben“, sagt Schulelternratsvorsitzende Rehm. Sie geht davon aus, dass die Grundschule vor allem aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wird. Dass es zu wenig Kinder im Ort gibt, ist aus ihrer Sicht keine vernünftige Begründung. „Dass es zu wenig Schüler gibt, können wir nicht nachvollziehen. Es gab auch Lehrer, die fest bei der Grundschule arbeiten wollten“, sagt Rehm. Etwa 60 Schüler zählt die Schule noch. Unterrichtet wurden sie zuletzt von mehr als einem Dutzend Lehrern, jedoch nur stundenweise in Abordnungen.

Interessengemeinschaft: "Wir haben noch Hoffnung"

Im Nachbarort Heemsen wurde vor einiger Zeit eine Oberschule geschlossen und zu einer Grundschule umgewandelt. Dort gibt es einen Leerstand, den die Kinder aus Drakenburg nun füllen sollen. „Doch dadurch gibt es jetzt einen Leerstand in Drakenburg“, gibt Rehm zu Bedenken. „Wir haben noch Hoffnung, dass unsere Schule nicht geschlossen wird“, sagte diese Woche der Sprecher der Interessengemeinschaft „Ja zur Grundschule“, Burkhard Benecke. 650 Unterschriften für ein Bürgerbegehren hatte die Interessengemeinschaft gesammelt und diese Samtgemeindebürgermeister Fietze Koop im Rathaus übergeben. „Wir gehen davon aus, dass die Zuverlässigkeit erteilt wird, weil die formellen Voraussetzungen erfüllt sind“, erklärt Benecke weiter. Wenn die Zuverlässigkeit erteilt wurde, müsse innerhalb von drei Monaten der Bürgerentscheid erfolgen, sagte Benecke und fügte hinzu: „Wir geben die Hoffnung noch nicht auf.“

Auch in Deblinghausen im Flecken Steyerberg schließt die Grundschule. Der Grund ist in diesem Fall, dass kein neues Stammpersonal für den Standort gefunden werden konnte. Die Schüler werden künftig in Steyerberg unterrichtet.

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